Westjordanland

AFP-Reporter: Israelische Soldaten setzen Tränengas gegen Schulkinder ein

Im besetzten Westjordanland setzten israelische Soldaten Tränengas gegen palästinensische Schulkinder ein. Die Kinder protestierten gegen die Blockade ihrer Schule durch Siedler.

Im Westjordanland haben israelische Soldaten am Montag Tränengas gegen eine Gruppe palästinensischer Schulkinder eingesetzt (Archivfoto).

© IMAGO/Middle East Images/IMAGO/Wahaj Bani Moufleh

Im Westjordanland haben israelische Soldaten am Montag Tränengas gegen eine Gruppe palästinensischer Schulkinder eingesetzt (Archivfoto).

Von red/AFP

Im von Israel besetzten Westjordanland haben israelische Soldaten am Montag Tränengas gegen eine Gruppe palästinensischer Schulkinder eingesetzt. Wie Aufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten, richtete sich der Einsatz gegen eine Schülergruppe im Dorf Umm al-Chair im südlichen Westjordanland, die gegen die Blockade ihrer Schule durch israelische Siedler protestierte. Auf AFP-Nachfrage bestätigte die israelische Armee, eine "ungewöhnliche Versammlung" in der Region aufgelöst zu haben. Verletzte seien nicht gemeldet worden, zum Einsatz von Tränengas äußerte sich die Armee jedoch nicht.

Die Schulkinder hätten am Montag zum ersten Mal seit über 40 Tagen wieder den Unterricht besuchen sollen, da dieser seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ausgesetzt worden war. Ein AFP-Reporter berichtete jedoch, dass ein von israelischen Siedlern errichteter Stacheldrahtzaun den Zugang zur Schule versperrte.

Augenzeugenberichten zufolge hielten die Schulkinder und einige Nachbarn aus der Umgebung eine Freiluftunterrichtsstunde als Sitzblockade vor dem Zaun ab, um Zugang zur Schule zu fordern, als Soldaten Tränengas auf sie abfeuerten. "Wir saßen dort und sie warfen eine Granate (Tränengasgranate) auf uns. Ich bekam Angst, fing an zu weinen und rannte weg", sagte die zwölfjährige Sarah al-Hathaleen AFP. 

Landnahmen und Gewalt durch radikale Siedler

Der örtliche Bildungsdirektor Bassam Dschabr bestätigte, dass die Kinder zum Zeitpunkt des Vorfalls eine Sitzblockade abhielten. "Die Siedler versuchen, uns in jeder Hinsicht die Schlinge um den Hals zu legen. Eine dieser Methoden besteht darin, den Schulkindern den Weg abzuschneiden", sagte Dschabr. "Wir werden diese Sitzblockade heute und morgen fortsetzen, bis wir eine Lösung finden, damit die Schüler wieder in ihre Schulen zurückkehren können."

Im Westjordanland leben neben rund drei Millionen Palästinensern mehr als 500.000 Israelis in Siedlungen und Außenposten, die nach internationalem Recht illegal sind. Besonders seit dem Gazakrieg kommt es Menschenrechtsgruppen zufolge im Westjordanland verstärkt zu Landnahmen und Gewalt gegen die dort lebenden Palästinenser durch radikale Siedler. 

Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat die Anzahl von Gewalttaten durch radikale jüdische Siedler im Westjordanland erneut zugenommen.

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Erstellt:
13. April 2026, 19:52 Uhr

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