Deutschland

An jedem vierten Werktag ein Toter auf deutschen Baustellen

Im Schnitt stirbt an jedem vierten Werktag ein Mensch auf deutschen Baustellen. Warum Gewerkschaften und Berufsgenossenschaft mehr Engagement beim Arbeitsschutz fordern.

In Deutschland stirbt im Schnitt an jedem vierten Werktag ein Mensch auf einer Baustelle oder in der Reinigung (Symbolfoto).

© Daniel Karmann/dpa/Daniel Karmann

In Deutschland stirbt im Schnitt an jedem vierten Werktag ein Mensch auf einer Baustelle oder in der Reinigung (Symbolfoto).

Von red/dpa

In Deutschland stirbt im Schnitt an jedem vierten Werktag ein Mensch auf einer Baustelle oder in der Reinigung. Wie die Berufsgenossenschaft Bau und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilten, kamen im vergangenen Jahr 74 Menschen durch einen Arbeitsunfall in der Bauwirtschaft und den sogenannten baunahen Dienstleistungen ums Leben. Das waren vier weniger als ein Jahr zuvor. Zu den Werktagen zählen laut dem Bundesurlaubsgesetz alle Tage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

Der Mitteilung zufolge starben 2025 zudem 400 Menschen infolge von Berufskrankheiten, „etwa weil Beschäftigte in der Vergangenheit mit Staub oder Asbest gearbeitet haben“.

Gewerkschaft: Viele Unfälle sind vermeidbar

Die BG BAU und die IG BAU rufen die Beschäftigten angesichts der Zahlen auf, gefährliche Arbeitssituation nicht einfach hinzunehmen. Arbeitsschutz auf der Baustelle müsse „von allen gelebt“ werden.

„Arbeitsschutz ist Chefsache, also Aufgabe des Arbeitgebers. Doch Sicherheit entsteht nur, wenn auch jede und jeder Einzelne Verantwortung übernimmt – für sich selbst und für die Kolleginnen und Kollegen“, sagt Mathias Neuser, amtierender Vorsitzender des Vorstands der BG BAU. Viele Unfälle seien vermeidbar. „Wenn Arbeitsschutz konsequent umgesetzt und von den Beschäftigten aktiv eingefordert wird, können wir Leben retten. Alle sollen nach Feierabend gesund zu ihren Familien und Freunden zurückkehren“, so Neuser.

Zum Artikel

Erstellt:
28. April 2026, 10:04 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Klettersteig in den Dolomiten

Deutscher stirbt nach 80-Meter-Absturz

Ein 43-jähriger Deutscher kommt bei einem Absturz in den Dolomiten ums Leben. Noch ist unklar, wie es zu dem Unglück am Klettersteig kam.

YouTube-Star

JP Kraemer: Unternehmen öffnen wieder

Trotz der Ermittlungen gegen Jean Pierre Kraemer öffnen seine Unternehmen wieder. Die Entscheidung fiel nach intensiven Gesprächen zwischen Mitarbeitern, Management und Kraemer.

160 Kilometer Verfolgungsjagd

Deutscher Raser wegen Mordversuchs in Österreich verurteilt

Der Mann aus Hessen schlängelte sich durch einen Stau, ignorierte eine Straßensperre und raste auf einen Straßenarbeiter zu. Das war aber erst der Beginn seiner spektakulären Fahrt durch Österreich.