Auch künftige Generationen sollen begeistert werden
Murrhardt und Château-Gontier-sur-Mayenne bekräftigen ihre 60-jährige Städtepartnerschaft und blicken hoffnungsvoll in die Zukunft.
Die Bürgermeister Armin Mößner (links) und Philippe Henry mit den Urkunden, die den Bund zwischen den beiden Partnerstädten bekräftigen. Foto: Stadtverwaltung Murrhardt
Murrhardt. Im Rahmen des Europäischen Partnerschaftstreffens vom 10. bis 12. Juli in Murrhardt haben Bürgermeister Armin Mößner und sein französischer Amtskollege Philippe Henry die Jubiläumsurkunde zum 60-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Murrhardt und Château-Gontier-sur-Mayenne unterzeichnet. Der Partnerschaftsabend fand im Beisein der Delegationen aus den Partnerstädten Château-Gontier-sur-Mayenne (Frankreich), Frome (Großbritannien), Rabka-Zdrój (Polen), Pieve di Soligo (Italien) und Rötha (Sachsen) sowie einer Delegation der befreundeten ukrainischen Stadt Tschuhujiw statt. Gemeinsam setzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein sichtbares Zeichen für Frieden, Freundschaft und den europäischen Zusammenhalt, wie die Stadtverwaltung Murrhardt in einer Pressemitteilung wissen lässt.
Eine belastbare, lebendige Partnerschaft
Mößner erinnerte an die Unterzeichnung der ersten Partnerschaftsurkunde durch die damaligen Bürgermeister Georges Lefèvre und Helmut Götz vor 60 Jahren. Ihr Ziel sei es gewesen, dauerhafte freundschaftliche Beziehungen zwischen den Städten aufzubauen, den Austausch der Bürgerinnen und Bürger zu fördern und gemeinsam für ein friedliches und geeintes Europa einzutreten. Diese Ziele hätten bis heute nichts an Aktualität verloren. Gerade die vergangenen zehn Jahre hätten gezeigt, wie belastbar und lebendig die Partnerschaft sei. Trotz der Herausforderungen der Coronapandemie und des Kriegs in Europa seien die Kontakte nie abgerissen. Mit der Unterzeichnung der Urkunde werde daher nicht nur auf sechs Jahrzehnte gemeinsamer Geschichte zurückgeblickt, sondern zugleich das gemeinsame Versprechen erneuert, die Freundschaft auch künftig mit Leben zu füllen und neue Generationen für den europäischen Gedanken zu begeistern.
In seiner Festrede würdigte Bürgermeister Philippe Henry die Städtepartnerschaft als außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. 60 Jahre Begegnungen, Freundschaften und gemeinsamer Erlebnisse hätten es Generationen von Menschen ermöglicht, Grenzen zu überwinden, andere Kulturen kennenzulernen und dauerhafte persönliche Beziehungen aufzubauen. Gerade in einer Zeit zunehmender Unsicherheiten seien solche Begegnungen von unschätzbarem Wert. Der Bürgermeister von Château-Gontier-sur-Mayenne erinnerte daran, dass die Gründer der Partnerschaft nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs bewusst auf Versöhnung und den persönlichen Austausch zwischen den Menschen gesetzt hätten. Europa entstehe nicht allein durch politische Vereinbarungen, sondern durch Vertrauen, Freundschaft und das gegenseitige Kennenlernen.
Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen Europas – den Krieg in der Ukraine, geopolitische Spannungen sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen – unterstrich Philippe Henry die besondere Bedeutung kommunaler Partnerschaften. Sie seien eine konkrete Antwort auf Spaltung und Misstrauen und stärkten den Zusammenhalt zwischen den Menschen. Zugleich bekannte er sich ausdrücklich zum europäischen Einigungsprozess und hob die Leistungen Europas für Frieden, Freizügigkeit, kulturellen Austausch und wirtschaftliche Zusammenarbeit hervor. Besonders würdigte Philippe Henry die Entwicklung der ursprünglich deutsch-französischen Partnerschaft zu einem lebendigen europäischen Netzwerk.
Solidarität mit der Ukraine
Weitere Themen
Neben Château-Gontier-sur-Mayenne und Murrhardt gehörten heute auch Frome, Rabka-Zdrój und Pieve di Soligo zu diesem Verbund. Die Anwesenheit der Delegation aus der befreundeten ukrainischen Stadt Tschuhujiw unterstrich darüber hinaus die Solidarität der europäischen Partnerstädte mit der Ukraine und verlieh der Veranstaltung angesichts der aktuellen Lage in Europa eine besondere Bedeutung.
Beide Bürgermeister dankten den zahlreichen Menschen, die die Städtepartnerschaft seit sechs Jahrzehnten mit großem persönlichem Engagement tragen – den Partnerschaftskomitees, Gastfamilien, Vereinen, Schulen sowie den vielen ehrenamtlich Engagierten. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass aus einer mutigen Vision der Versöhnung eine lebendige europäische Freundschaft entstanden sei. Mit der Unterzeichnung der Urkunde bekräftigten Armin Mößner und Philippe Henry ihren gemeinsamen Willen, die Städtepartnerschaft auch künftig aktiv zu gestalten, den europäischen Gedanken an die kommenden Generationen weiterzugeben und gemeinsam Verantwortung für Frieden, Freiheit, Demokratie und Verständigung in Europa zu übernehmen. pm
