Mannheimer Student (20)

Auf Kreta vermisst – wo ist Johann W.?

Seit Mitte Februar fehlt von einem Mannheimer Studenten auf Kreta jede Spur. Die Familie des 20-Jährigen gibt nicht auf. Mit Hubschrauber und Drohnen wollen sie Johann finden, unterstützt von zahlreichen Spendern. Doch die Suche gestaltet sich schwierig.

Dieses Foto des Vermissten hat die Familie auf der Spendenplattform „gofundme“ hochgeladen.

© privat/Spendenaktion gofundme

Dieses Foto des Vermissten hat die Familie auf der Spendenplattform „gofundme“ hochgeladen.

Von Florian Dürr

Helikopter, Drohnen, Spürhunde – die Familie des auf Kreta vermissten Mannheimer Studenten Johann W. lässt auf der Suche nach dem 20-Jährigen nichts unversucht. „Wir versuchen alles, um ihn zu finden“, schreiben die drei Geschwister und der Vater des 20-Jährigen in einem Spendenaufruf auf der Plattform „gofundme“.

Rund 87.000 Euro kamen bereits zusammen für die aufwendige Suche nach dem Informatikstudenten, der alleine in den Urlaub auf der griechischen Insel aufgebrochen war und seit Mitte Februar vermisst wird.

Wetterbedingungen erschweren die Suche

Am 13. Februar soll er sich noch im Bereich der Samaria-Schlucht aufgehalten haben, doch seitdem gibt es vom gebürtigen Heidelberger kein Lebenszeichen mehr. Bis zu jenem Tag hielt der 20-Jährige seine Familie in Deutschland über seine Reise auf dem Laufenden, gegen Abend folgten keine weiteren Nachrichten mehr.

Lara, eine von Johanns Schwestern, die mit ihrer Familie für die Suche nach ihrem Bruder nach Kreta gereist ist, erklärte gegenüber dem SWR: „Das Gebiet ist noch relativ groß, wir geben unser Bestes, es eingrenzen zu können.“ Zudem erschweren die Wetterbedingungen die Suche: „Regen. Auch heute war das Wetter wieder schwierig; schlechte Sicht, schlüpfriges Terrain“, schreibt die Familie in einem Update auf der Spendenplattform am Dienstag. Dadurch könne der Hubschrauber „nicht richtig“ eingesetzt werden.

Der Student wollte in den Bergen seinem Hobby nachgehen

Derzeit setze man bei der Suche vor allem Drohnen ein. „Leichtere Drohnen können mit auf den Berg genommen und dazu benutzt werden, über gefährliche Abhänge zu schauen“, heißt es in dem Eintrag. Unterstützung erfährt die Familie von rund 1400 Personen, die bereits gespendet haben. „Im Namen von Johann’s Uni Kommilitoninnen und Kommilitonen wünschen wir viel Erfolg bei der Suche und sind mit den Gedanken bei Johann und seiner Familie“, heißt es in einer Nachricht.

Der 20-jährige Student wollte in den Bergen von Kreta seinem Hobby, dem „Trailrunning“, nachgehen – auch an jenem Tag in der bei Touristen beliebten Samaria-Schlucht. „Hätte mir Johann gesagt, dass er zur Samaria-Schlucht will, hätte ich ihn auf jeden Fall gestoppt“, soll die Inhaberin von Johanns Hostel gegenüber einer „RTL“-Reporterin gesagt haben. Im Winter sei die Gegend im Süden Kretas gefährlich, der Zugang zur Schlucht eigentlich verboten. Bei den niedrigen Temperaturen sind die Chancen gering, Johann W. noch lebend zu finden. Doch seine Familie gibt die Hoffnung nicht auf.

Zum Artikel

Erstellt:
26. Februar 2025, 19:28 Uhr
Aktualisiert:
27. Februar 2025, 09:22 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Film „Vom Dreck zur Krone“

Tübinger Friseur Andi Ehrle dreht Doku über sich selbst

Der Friseur Andreas Sebastian Ehrle hat einen Dokumentarfilm über sein Leben gedreht, der bei zwei Filmfestivals unter den Finalisten  ist. Das Drehbuch hat er selbst geschrieben, und er ist auch der einzige Schauspieler.

Auf gefälschte AfD-Mails reingefallen?

Die beste Rede im Landtag seit Langem entwickelt sich zur Katastrophe

Die Sternstunde des CDU-Politikers Bastian Schneider wird zu einem Desaster. Zitate, die er in einer Rede vorlas, waren offenbar fake. Das ist mehr als ein Kratzer im Lack einer aufstrebenden Politikerkarriere.

Baden-Württemberg

Fragen um Echtheit von zitierten AfD-Mails bringen CDU-Politiker in Bedrängnis

Bastian Schneider hielt unter Applaus eine Rede, in der er angeblich Mails aus dem AfD-Datenleak zitierte. Nun gibt es Zweifel an der Echtheit der Passagen.