Bonuszahlung

Aufschwung bei Trumpf – so viel zahlt der Konzern seinen Beschäftigten

Es gehört zu den Eigenheiten beim Hochtechnologiekonzern Trumpf, das Geschäftsjahr im Sommer enden zu lassen. Aber auch die Zahlen sind diesmal bemerkenswert.

Der Trumpfvorstand um Nicola Leibinger-Kammüller kann mit US-Geschäft sehr zufrieden sein

© Marijan Murat/dpa

Der Trumpfvorstand um Nicola Leibinger-Kammüller kann mit US-Geschäft sehr zufrieden sein

Von Peter Stolterfoht

Den Beleg, dass bei Trumpf das Geschäft im Berechnungszeitraum 2025/2026 merklich angezogen hat, werden die Beschäftigten des auf Lasertechnik, Werkzeugmaschinen und Elektronik spezialisierten Konzerns spätestens auf ihrer nächsten Gehaltsabrechnung erkennen. Die rund 6500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Stammsitz in Ditzingen und den weiteren Standorten der Region Stuttgart erhalten nämlich zusätzlich eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 2345 Euro. Die Auszubildenden erhalten jetzt 470 Euro. 2024/2025 musste auf einen Bonus verzichtet werden.

Trumpf mit starkem USA-Geschäft

Demnach sind neben der deutschen Belegschaft, die insgesamt rund 8600 Beschäftigte zählt (weltweit etwa 17.500), auch der Vorstand des Ditzinger Hochtechnologieunternehmens mit den Zahlen zufrieden. „Die harte Arbeit, die wir im Unternehmen geleistet haben hinsichtlich notwendiger Kostensenkungen sowie die Bereinigung unseres Portfolios zeigen Ergebnisse“, präzisiert Firmenchefin Nicola Leibinger-Kammüller im Rahmen der Jahrespressekonferenz die Nachricht, dass Trumpf 2025/2026 wieder schwarze Zahlen geschrieben hat.

Im Vorjahr hatten die schwächelnde Wirtschaft und Kosten für einen sozialverträglichen Abbau von zuletzt rund 600 Stellen die Zahlen belastet. Nach einem Minus von 23,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum liegt das Ergebnis jetzt unter dem Strich bei 393,5 Millionen Euro. Der Umsatz beläuft sich auf 4,3 Milliarden Euro und ist damit etwas höher als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) steigert sich dagegen sehr deutlich von 59 Millionen auf 480 Millionen Euro. Die EBIT-Rendite stieg so von 1,4 im Vorjahr auf 11,1 Prozent.

Umsatzstärkster Einzelmarkt sind die USA mit 772 Millionen Euro. Was einem Plus von 16,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Demgegenüber sinkt dieser Wert in Deutschland um 6,4 Prozent auf 655 Millionen Euro. Eine ähnliche Einbuße gibt es in China, was  mit der schwächelnden deutschen Autoindustrie zusammenhängt.

Immer mehr zum Wachstumstreiber bei Trumpf entwickelt sich dagegen der Halbleiterbereich zusammen mit der Kabelproduktion und der Blecharbeitung. Besonders nachgefragt aktuell in den USA, wo ein Rechenzentrum nach dem anderen entsteht und Trumpf Kompaktlösungen anbieten kann. Was sich auch in einem Auftragsplus von 6,6 Prozent niederschlägt. „Der positive Trend des abgelaufenen Geschäftsjahres hat sich im ersten Quartal 2026/2027 eindeutig bestätigt“, vermeldet Nicola Leibinger-Kammüller.

Leibinger-Kammüller denkt an kleine Mittelständler

Beim Blick in die Zukunft spielen auch Rüstungsgüter eine Rolle. Mit dem Münchner Elektronikkonzern Rohde & Schwarz arbeitet das Unternehmen derzeit an einem mobilen Drohnenabwehrsystem, das Ende 2028 einsatzbereit sein soll.

Bei aller Zuversicht ist es Nicola Leibinger-Kammüller aber auch „ein Anliegen, an die vielen kleinen Mittelständler zu erinnern, die nicht über entsprechende Technologien und ein internationales Einkaufs- und Produktionsnetz verfügen wie wir“. Diese Unternehmen seien für die Wertschöpfungskette von Trumpf und den Standort Deutschland aber essenziell und kulturprägend für die ganze Südwest-Region.

In diesem Zusammenhang kommt die Trumpf-Chefin auch auf die aktuellen Tarifverhandlungen zu sprechen. Die Fünf-Prozent-Forderung der IG Metall nennt sie „in dieser Situation vollkommen überzogen“. Ihr sei aber auch klar, dass man hoch einsteigt. Deshalb habe sie auch die Hoffnung, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf eine vernünftige Lösung einigten.

Und zur Diskussion, was alles von den Beschäftigten in einer Krise abverlangt werden kann, hat Nicola Leibinger-Kammüller auch eine klare Meinung: „Mehr arbeiten, das geht. Weniger verdienen, das geht nicht.“

Bei Trumpf in Ditzingen hat sich die geschäftlichliche Wetterlage deutlich verbessert.

© dpa

Bei Trumpf in Ditzingen hat sich die geschäftlichliche Wetterlage deutlich verbessert.

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Erstellt:
15. Oktober 2026, 15:34 Uhr

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