Internationaler Freiwilligendienst

Auswärtiges Amt streicht „kulturweit“ – Tausende protestieren

Der internationale Freiwilligendienst „kulturweit“ wird eingestellt. Die Petition gegen die Entscheidung des Auswärtigen Amtes findet großen Zuspruch.

Außenminister Johann Wadephul muss, wie viele andere Minister auch, in seinem Etat den Rotstift ansetzen.

© Michael Kappeler/dpa

Außenminister Johann Wadephul muss, wie viele andere Minister auch, in seinem Etat den Rotstift ansetzen.

Von Rainer Pörtner

Gegen Einsparungen beim internationalen Freiwilligendienst formiert sich Protest. Eine Petition, die sich gegen die Einstellung des Freiwilligendienstes „kulturweit“ durch das Auswärtige Amt (AA) wendet, fand binnen kurzer Zeit mehr als 13 500 Unterstützer. Ein Bündnis aus Trägerorganisationen internationaler Freiwilligendienste, der Deutsche Kulturrat und die SPD kritisieren ebenfalls die Entscheidung des Außenministeriums.

Vor knapp zwei Wochen hatten das AA und die deutsche Unesco-Kommission mitgeteilt, dass die Förderung des „kulturweit“-Programms „aufgrund flächendeckender Einsparzwänge“ eingestellt werden soll. Demnach starten im September letztmalig 300 Freiwillige ihren sechsmonatigen Auslandsaufenthalt mit dem Programm. Das Außenministerium gab bisher rund fünf Millionen Euro pro Jahr für „kulturweit“ aus.

Arbeit in Kultur- und Bildungseinrichtungen

Freiwillige konnten im Rahmen des Programms, das 2009 auf Initiative von Frank-Walter Steinmeier gegründet wurde, ein halbes oder ganzes Jahr in Kultur- und Bildungseinrichtungen oder Stätten des Weltnaturerbes im Ausland arbeiten. Es gab auch für junge Menschen aus dem Ausland Angebote zur Arbeit bei Einrichtungen in Deutschland. „Hier einen verhältnismäßig geringen Betrag einzusparen, wenn globaler Austausch und Friedensförderung immer wichtiger werden, ist mehr als kurzsichtig“, kritisiert Raphael Fröhlich, Mitorganisator der Aktion „Rettet kulturweit“. SPD-Fraktionsvize Wiebke Esdar sagte: „Wer an solchen Programmen spart, spart an der Zukunft unserer offenen Gesellschaft.“

Nicht von der Streichung betroffen ist das größere Programm „weltwärts“, über das ebenfalls Freiwilligendienste im Ausland angeboten werden, vor allem im sozialen und ökologischen Bereich.

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Erstellt:
19. März 2026, 10:12 Uhr

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