Geschäftsbetrieb wird eingestellt

Bekannte Deko-Kette Depot wohl am Ende

Vermögen des Unternehmens reicht nicht, um alle Rechnungen zu bezahlen. Was mit der Marke passiert.

Die Depot-Betreiberin kündigt alle Verträge. Die Mitarbeiter haben es schon erfahren.

© Alicia Windzio/dpa

Die Depot-Betreiberin kündigt alle Verträge. Die Mitarbeiter haben es schon erfahren.

Von dpa STATISTISCH

Hat die Deko-Kette Depot noch eine Zukunft? Das dahinterstehende Unternehmen, die insolvente GDC Deutschland GmbH, stellt Ende September seinen Geschäftsbetrieb ein. Das sagte Inhaber Christian Gries der Deutschen Presse-Agentur. Sämtliche Arbeitsverhältnisse sowie Mietverträge werden zum 30. September gekündigt. Die Mitarbeiter erfuhren davon am Mittwoch. Die Marke solle jedoch fortbestehen, so Gries.

Das im unterfränkischen Großostheim ansässige Unternehmen hatte im Mai die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Als Gründe nannte Gries Zölle, zunehmende Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher.

Ende Juni kündigte Depot die Schließung von zunächst 66 der etwa 150 Filialen an. Bis Anfang August folgten rund 30 weitere. Dass nun auch alle übrigen Verträge gekündigt werden, begründete Gries mit Masseunzulänglichkeit. Das Vermögen der Firma reicht demnach nicht, um alle Verbindlichkeiten zu bezahlen. Zu Ende September wird laut Gries nun etwa 730 Beschäftigten gekündigt, zu Ende Juli waren es bereits 350.

Gries möchte weitermachen

Für Depot muss dies laut Gries jedoch nicht das Aus bedeuten. Trotz der gekündigten Verträge sollen nach seinen Vorstellungen nicht alle der rund 50 noch verbliebenen Filialen bis Ende September schließen. Er will die in seinem Eigentum stehende Marke in eine andere Gesellschaft überführen und mit einer kleineren Mannschaft weitermachen.

„Wir werden mit den Vermietern in Dialog gehen, um neue Mietverträge abzuschließen. Depot wird nicht verschwinden“, sagte Gries. Wie viele Filialen erhalten bleiben könnten und bis wann endgültig darüber entschieden wird, ließ er offen.

Gries verhandelt zudem über die Fortführung weiterer kleinerer Depot-Shops, die unter anderem in Märkte von Einzelhändlern wie Rewe oder Edeka integriert sind. Beide Unternehmen äußerten sich auf Nachfrage zunächst nicht.

Depot betrieb vor einigen Jahren noch rund 400 Geschäfte. Während und nach der Corona-Pandemie kämpfte die Kette mit Schwierigkeiten. Schon 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Daraufhin schrumpfte das Filialnetz drastisch, viele Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz.

Der Einzelhandel in Deutschland steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Neben Depot meldeten auch die Non-Food-Discounter Kodi und Mäc Geiz sowie die Baumarktkette Hellweg kürzlich Insolvenz an.

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Erstellt:
27. August 2026, 11:02 Uhr

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