Tipp für Genießer

Best of Weißwein

Eine weiße Cuvée aus Abstatt vereint vier Rebsorten in einem Wein. Das macht vom ersten Schluck an Spaß.

Die historischen Anfänge der Privatkellerei Wangler: Eugen und Frida Wangler mit Sohn Heinrich.

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Die historischen Anfänge der Privatkellerei Wangler: Eugen und Frida Wangler mit Sohn Heinrich.

Von Holger Gayer

Die Schwarz-Weiß-Fotos auf der Homepage der Weinkellerei Wangler atmen den Geist des Wirtschaftswunders. Auf den Trümmern, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hatte, bauten Küfermeister Eugen Wangler und seine Frau Frida in Abstatt ihre Fasswerkstatt samt Brennerei wieder auf. Mit dem Einstieg des Sohns Heinrich kamen in den sechziger Jahren eine Lohnabfüllung und die Spezialisierung auf den Weinbau hinzu. Später wurde eine Privatkellerei mit 14 vertraglich gebundenen Weingärtnern gegründet, der Betrieb expandierte zusehends und blieb doch urschwäbisch – einer der vielen Hidden Champions, die in Württemberg beheimatet sind.

Inzwischen haben Heiko und Katja Wangler in der dritten Generation das Sagen – und nach wie vor gilt das Motto: Tue Gutes und sprich nicht viel darüber. Obwohl sie die Trauben von 50 Hektar Rebfläche verarbeiten, „machen wir kein besonderes Marketing“, sagt Heiko Wangler. Die Qualität soll überzeugen. Diese grundsolide und doch wenig geschäftsfördernde Maxime führt dazu, dass der Name Wangler außerhalb von Abstatt, Ilsfeld oder Untergruppenbach eher mäßig bekannt ist. Schade eigentlich, denn vor allem die Weißweine haben durchaus Beachtung verdient. Da ist zum Beispiel ein bemerkenswerter Silvaner, der lebhaft, schlank und unkompliziert ist. Ähnliches gilt für den Weißburgunder. Der Chardonnay aus dem Barrique kommt wuchtig daher und hat mit 13,90 fürs Fläschle ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Chardonnay, Silvaner, Kerner und Riesling ergeben ein stimmiges Ganzes

Mein Favorit ist allerdings eine Mischung aus vier Rebsorten, die auf den ersten Blick nur bedingt zusammenpassen: Chardonnay, Silvaner, Kerner und Riesling. Vinum Homini heißt diese weiße Cuvée. Aktuell ist der 2024er im Verkauf – ein Wein, der ein beeindruckendes Grapefruit-Aroma aufweist und perfekt ausbalanciert ist. Man schmeckt die Stärken jedes einzelnen Partners heraus – den Schmelz vom Chardonnay, die Kräuternoten vom Silvaner, das Bukett vom Kerner, die Rasse vom Riesling – und bekommt so eine Art von Best-of, die vom ersten Schluck an Spaß macht.

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Erstellt:
20. April 2026, 19:14 Uhr

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