Boden verstehen, Pflanzen stärken

Beim Tagesseminar des Naturparks zum Thema Boden durften die Teilnehmenden auch mitgebrachte Bodenproben analysieren.

Beim Seminar wurde auf einem Acker eine spezielle Messung durchgeführt, um zu zeigen, wie die Vitalität der Pflanzen überprüft werden kann. Foto: Naturpark

Beim Seminar wurde auf einem Acker eine spezielle Messung durchgeführt, um zu zeigen, wie die Vitalität der Pflanzen überprüft werden kann. Foto: Naturpark

Rems-Murr. Ein ungewöhnliches Bild bot sich kürzlich im Hofcafé Speck in Hirschfelden: Besucherinnen und Besucher aus nah und fern brachten Eimer voller Erde mit. Der Anlass war ein Seminartag rund um das Thema Boden.

Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald hatte zu einem Tagesseminar über Bodenbiologie und Pflanzengesundheit eingeladen und mit Arved Meinzer einen erfahrenen Referenten gewonnen. Die ausgebuchte Veranstaltung vermittelte praxisnahes Bodenwissen und Anregungen, wie sich der Zustand von Böden gezielt verbessern lässt, denn nur ein gesunder Boden bildet die Grundlage für vitale und widerstandsfähige Pflanzen.

Zu Beginn stand das Zusammenspiel von Bodenbiologie, Bodenchemie und Bodenphysik im Fokus. Eine intakte Pflanzengesundheit erfordert ein vielfältiges Mikrobiom im Boden sowie eine ausgewogene Mineralstoffzusammensetzung und eine gute Bodenstruktur. Ein lebendiger, gut durchlüfteter Boden „atmet“, das heißt, er gibt nachts CO2 ab, das den Pflanzen am Morgen als Nährstoff dient.

Besonders anschaulich wurde es, als die Teilnehmenden die wichtigsten Bodenlebewesen nicht nur theoretisch kennenlernten, sondern auch unter dem Mikroskop beobachten konnten: Bakterien, Algen, Pilze, Protozoen und Nematoden bilden gemeinsam ein komplexes Bodennahrungsnetz. Dabei zeigte sich, dass auch bei den oft kritisch betrachteten Nematoden die nützlichen Arten überwiegen.

Ein besonderes Augenmerk lag auf den Mykorrhiza-Pilzen im Wurzelbereich der Pflanzen. Sie vergrößern die Aufnahmefläche der Wurzeln erheblich und unterstützen die Pflanzen im Austausch gegen zuckerhaltige Wurzelausscheidungen bei der Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Zwischenfrüchte wie Sonnenblume, Hafer, Sudangras, Flachs und Roggen können diese wertvollen Pilze gezielt fördern.

Neben der Theorie spielte auch die Praxis eine wichtige Rolle: Die mitgebrachten Bodenproben von den Feldern der Teilnehmenden wurden gemeinsam analysiert, anschließend wurden konkrete Maßnahmen abgeleitet. Zusätzlich wurde auf einem Acker eine spezielle Messung durchgeführt, um die Vitalität der Pflanzen zu beurteilen.

Am Ende des Seminartags nahmen die Teilnehmenden zahlreiche neue Erkenntnisse und die Motivation mit, sich weiterhin intensiv mit dem Boden zu beschäftigen, um die Fruchtbarkeit ihrer Flächen nachhaltig zu verbessern und gesunde Pflanzen zu fördern. pm

Weitere Veranstaltungen

Veranstaltungen Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald bietet weitere Veranstaltungen an. Die nächste findet am 29. Mai von 13.30 bis 16.45 Uhr auf den Versuchsflächen bei Untermünkheim statt. Thema ist der Humusaufbau durch Leguminosengemenge, durchwachsene Silphie und Kleegras. Mehr Infos: https://t1p.de/u69bi.

Projekt Das Projekt Humusaufbau in der Landwirtschaft wurde als Vorhaben des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 bis 2027 ins Leben gerufen. Finanziert wird es mit Mitteln der EU und des Landes BW.

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Erstellt:
21. April 2026, 06:00 Uhr

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