Bosch Mobility

Weitere 750 Stellen fallen weg – Wie Bosch den Abbau begründet

Der Autozulieferer will weitere Stellen streichen, betroffen ist ein Mobility-Geschäftsbereich in Abstatt. Wie Bosch den geplanten Abbau begründet.

Das kriselnde Geschäft in der Kfz-Sparte Mobility sorgt bei Bosch für einen großen Stellenabbau.

© Bernd Weißbrod/dpa

Das kriselnde Geschäft in der Kfz-Sparte Mobility sorgt bei Bosch für einen großen Stellenabbau.

Von Rouven Spindler

Bosch weitet seinen Stellenabbau in Deutschland aufgrund der Krise in der Autoindustrie aus. Wie der Stuttgarter Technologie- und Dienstleistungskonzern mitteilt, plant er am Standort Abstatt (Kreis Heilbronn) den Abbau von rund 750 Stellen bis 2029. Dieser soll möglichst sozialverträglich ablaufen. Zunächst hat das „Handelsblatt“ berichtet.

Bosch will 750 Jobs in Abstatt streichen

Den Abbau begründet Bosch mit den schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen und dem tiefgreifenden Strukturwandel der Autoindustrie. Der Konzern verweist auf eine stagnierende weltweite Fahrzeugproduktion, sinkende Nachfrage in Europa und wachsenden „Wettbewerbsdruck bei Kosten, Geschwindigkeit und Produktivität, insbesondere durch asiatische Anbieter“.

Infolgedessen will der Autozulieferer in Abstatt, wo nach eigenen Angaben rund 5300 Menschen arbeiten, rund 750 Stellen streichen. Die Jobs sollen im Geschäftsbereich Vehicle Motion wegfallen, der Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions und die Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH sollen unberührt bleiben.

Bosch in Abstatt: Bremssysteme, Sensorik und Insassenschutz

Vehicle Motion ist Teil der großen und zugleich kriselnden Kfz-Sparte Mobility, die an verschiedenen Standorten von den Stellenabbauplänen betroffen ist. Der Standort im Kreis Heilbronn entwickelt und vertreibt nach Bosch-Angaben Bremssysteme, Fahrzeugbewegungssoftware, Insassenschutzsysteme sowie Fahrzeugsensorik.

„Im Zuge der Transformation im Automarkt verändert sich auch das Portfolio im Bremsenbereich seit einigen Jahren deutlich, die Nachfrage nach kosteneffizienten Lösungen steigt stark“, erklärt Bosch. „Moderne integrierte Bremssysteme unterliegen einem deutlich stärkeren Preiswettbewerb und neue asiatische Anbieter drängen mit kostengünstigeren Lösungen immer stärker auf den europäischen Markt“, heißt es weiter.

Bosch entwickelt mit chinesischen Kunden

Wie Bosch mitteilt, würden Innovationen wie Brake-by-Wire-Systeme – ein Bremssystem ohne hydraulische oder mechanische Verbindung zwischen Bremsen an den Rädern und Bremspedal – „zunehmend zuerst mit chinesischen Kunden eingeführt und gemeinsam mit dem lokalen Bosch-Standort vor Ort entwickelt“. Das habe zur Folge, dass am Standort Abstatt „weniger Kapazitäten nötig sind“.

Vehicle-Motion-Bereichsvorstand Mohammed Abraham verweist auf eine nötige Anpassung der Strukturen und Kosten an die Marktbedingungen, „um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und die Zukunft unseres Geschäfts zu sichern“. Dass mit diesen Maßnahmen „ein Stellenabbau verbunden ist, bedauern wir sehr“, so Abraham, zuständig für kaufmännische Aufgaben. „Wir sind uns der Verantwortung für unsere Beschäftigten bewusst und wollen gemeinsam mit unseren Arbeitnehmervertretern faire und tragfähige Lösungen finden.“ Zeitnah soll es laut Bosch zu Gesprächen kommen.

Längere Zeit war von einem geplanten Abbau von rund 22.000 Jobs beim Stuttgarter Konzern bis 2030 die Rede. Diese Zahl ist nicht erst durch die Ankündigung für den Standort Abstatt überholt. Denn Ende September verkündete Bosch, dass in Nürnberg bis 2029 900 Stellen wegfallen sollen. Das ist gleichbedeutend mit etwa jedem zweiten Arbeitsplatz dort.

Bosch plant Konzernumbau

Unterdessen plant der Konzern, mit einer immensen Umstrukturierung wettbewerbsfähiger zu werden. Konkret will Bosch die Mobilitätssparte Mobility sowie die Bereiche Bosch Digital, Global Business Services und Global Real Estate aus der Robert Bosch GmbH ausgliedern. Besonders die Mobility-Sparte soll in die Lage versetzt werden, eigenständiger, kundennäher und schneller zu arbeiten.

Das Projekt soll bis August 2027 dauern. Rund 62.500 Beschäftigte sollen per Betriebsübergang konzernintern in eine der neuen Tochtergesellschaften wechseln.

Auch in Nürnberg sollen Hunderte Bosch-Jobs wegfallen.

© Imago/Ardan Fuessmann

Auch in Nürnberg sollen Hunderte Bosch-Jobs wegfallen.

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Erstellt:
5. November 2026, 10:22 Uhr
Aktualisiert:
5. November 2026, 12:56 Uhr

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