Organisierte Drogenkriminalität?

Brandanschläge und Schüsse auf Gefängnisse in Frankreich

Auf französische Gefängnisse wird in der Nacht mit Schnellfeuerwaffen geschossen, Autos gehen in Flammen auf. Der Justizminister vermutet dahinter eine Reaktion der organisierten Drogenkriminalität.

Auf mehrere Gefängnisse in Frankreich sind in der Nacht Brandanschläge und Angriffe mit Schusswaffen verübt worden. (Archivbild)

© AFP/Philippe Lopez

Auf mehrere Gefängnisse in Frankreich sind in der Nacht Brandanschläge und Angriffe mit Schusswaffen verübt worden. (Archivbild)

Von dpa/red

Auf mehrere Gefängnisse in Frankreich sind in der Nacht Brandanschläge und Angriffe mit Schusswaffen verübt worden. Die Haftanstalten seien zum Ziel von Einschüchterungsversuchen geworden, die von in Brand gesetzten Autos bis hin zu Schüssen mit automatischen Waffen reichten, sagte Justizminister Gérald Darmanin, der am Nachmittag das unter anderem betroffene Gefängnis von Toulon in Südfrankreich besuchen wollte.

Von Verletzten war nicht die Rede. Der Minister sieht in den Anschlägen eine koordinierte Reaktion der organisierten Drogenkriminalität, der Frankreich auf verschiedenen Fronten den Kampf angesagt hat.

Betroffen von den Attacken waren auch Gefängnisse in Marseille, Valence, Aix-en-Provence, Nîmes, Nanterre und Villepinte, wie die Zeitung „Le Parisien“ unter Verweis auf das Justizministerium berichtete. Mit den Ermittlungen wurde demnach die Antiterror-Staatsanwaltschaft beauftragt. Innenminister Bruno Retailleau sprach von „inakzeptablen Angriffen auf Bedienstete und Eigentum der Strafvollzugsbehörden“. Zuvor waren in der Nacht zum Montag bereits zum zweiten Mal etliche Autos von Schülern der Ausbildungsakademie für Justizbeschäftigte in Agen in Brand gesetzt worden.

Der Justizminister hatte kürzlich den Bau eines Hochsicherheitsgefängnisses angekündigt, in dem alle verurteilten schweren Drogenkriminellen Frankreichs untergebracht werden sollen. Damit solle Schluss sein mit der Praxis, dass Schwerkriminelle auch hinter Gittern trotz Verbots über Mobiltelefone verfügten und ihre Machenschaften bis hin zu Auftragsmorden von der Zelle aus weiter koordinierten. Außerdem ist in Frankreich ein Gesetz in der Mache, das ein härteres Durchgreifen gegen den Drogenhandel ermöglichen soll.

Zum Artikel

Erstellt:
15. April 2025, 14:44 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Täter auf der Flucht

Auto fährt in Menschengruppe – Polizei schießt auf Wagen

Ein Auto fährt nahe Hannover in eine Gruppe, mehrere Menschen werden teils schwer verletzt. Die Polizei schießt auf das Auto, der oder die Täter flüchten zu Fuß.

über Künstliche Intelligenz

Wir brauchen den „Kill Switch“

Bisher wird Künstliche Intelligenz praktisch ohne Regeln und Kontrolle in die Welt gebracht. Diesen Irrsinn dürfen wir nicht länger dulden, kommentiert Rainer Pörtner.

Neuer Rekord

Noch nie waren US-Zwischenwahlen so teuer

Finanziell stellt der aktuelle Wahlkampf in den USA sogar die Präsidentschaftswahlen in den Schatten: Erstmals wurde die Zehn-Milliarden-Dollar-Grenze geknackt.