Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern.

Parteigründerin Sahra Wagenknecht (BSW) besucht im Rahmen der Wahlkampftour des BSW Aschersleben. (zu dpa: «BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen»)

© Jan Woitas/dpa

Parteigründerin Sahra Wagenknecht (BSW) besucht im Rahmen der Wahlkampftour des BSW Aschersleben. (zu dpa: «BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen»)

BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat sich dafür ausgesprochen, einen AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt zu wählen. Damit hätte die AfD die nötige Mehrheit für das Spitzenamt. Es wäre bundesweit das erste Mal, dass die rechte Partei den Präsidenten eines Landesparlaments stellen würde. In Sachsen-Anhalt stuft sie der Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch ein.

„Ob wir jemanden wählen, hängt natürlich von der konkreten Kandidatur ab“, sagte Wagenknecht dem „Stern“. „Aber es ist für uns unstrittig, dass der AfD als mit Abstand stärkster Fraktion das Amt des Parlamentspräsidenten zusteht.“ Der neu gewählte parlamentarische Geschäftsführer der BSW-Landtagsfraktion, John Lucas Dittrich, sagte in Magdeburg: „Die AfD wird unsere Stimmen für den Landtagspräsidenten erhalten.“

Das BSW wendet sich gegen die sogenannte Brandmauer

Der am Sonntag gewählte Landtag muss bis zum 6. Oktober zusammentreten und einen Präsidenten oder eine Präsidentin wählen. Der AfD steht als größter Fraktion im ersten Wahlgang das alleinige Vorschlagsrecht zu. Die Fraktion kommt mit 39 Mitgliedern zusammen mit den fünf BSW-Abgeordneten auf die nötige absolute Mehrheit der 83 Sitze im Landtag.

Das BSW wendet sich gegen die sogenannte Brandmauer und will mit der AfD in Sachfragen zusammenarbeiten. Koalitionen mit der AfD hat Wagenknecht aber ausgeschlossen. In Thüringen hatte die AfD 2024 als stärkste Fraktion erfolglos versucht, das Amt des Landtagspräsidenten zu besetzen.

Zum Artikel

Erstellt:
8. September 2026, 15:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Westjordanland

Zwölf Länder wollen Handel mit Israels Siedlungen sanktionieren

Zwölf Staaten wollen den Handel mit Produkten aus israelischen Siedlungen im Westjordanland sanktionieren. Israel reagiert mit Kritik und schließt das britische Konsulat in Jerusalem.

Landtag in Sachsen-Anhalt

Sven Schulze wird Chef der CDU-Fraktion

Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze ist zum neuen Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt gewählt worden.

Russland schließt deutsche Einrichtungen

Zahn-um-Zahn-Antwort aus Moskau

Als Antwort auf deutsche Strafmaßnahmen hat Russland das Generalkonsulat in Sankt Petersburg geschlossen. Und das Goethe-Institut in Moskau. Deutsche Kultur wird dort immer mehr zur Mangelware.