Milliardenauftrag

Bundeswehr bestellt Infanterie-Ausrüstung bei Rheinmetall

Die Digitalisierung hat längst auch in der Kriegsführung Einzug gehalten, die Infanterie wird vernetzt mit anderen Truppenteilen. Die Bundeswehr-Infanteristen bekommen nun gewissermaßen ein Upgrade.

Die Gladius genannte Kampfausrüstung von Rheinmetall auf der Nürnberger Sicherheitstechnik-Messe Enforce Tac 2025. Ähnlich sieht die nun bestellte Bundeswehr-Ausrüstung aus. (Archivbild)

© Daniel Karmann/dpa

Die Gladius genannte Kampfausrüstung von Rheinmetall auf der Nürnberger Sicherheitstechnik-Messe Enforce Tac 2025. Ähnlich sieht die nun bestellte Bundeswehr-Ausrüstung aus. (Archivbild)

Von dpa

Düsseldorf - Nach milliardenschweren Bestellungen für Panzer, Munition und Satelliten hat die Bundeswehr beim Rüstungskonzern Rheinmetall nun auch Infanterieausrüstung bestellt. Das Unternehmen teilte in Düsseldorf mit, dass das Bundeswehr-Beschaffungsamt einen Auftrag über 1,04 Milliarden Euro für Soldatensysteme namens "Infanterist der Zukunft - Erweitertes System" erteilt habe. 

Es geht um Schutzwesten, Uniformen und Nachtsichtgeräte, die am Helm oder an der Waffe montiert sind, sowie Tablets, die Infanteristen bei sich tragen und dadurch einen Überblick über die mutmaßlichen feindlichen Positionen haben. Außerdem ist Software inkludiert, damit die Vorgesetzten einen Echtzeit-Überblick über die Positionen ihrer Soldaten und die Positionen des Gegners haben. Die eigentlichen Waffen sind nicht Teil der Bestellung, die wurden separat geordert, etwa beim Sturmgewehr-Fabrikanten Heckler & Koch.

Auslieferung startet in anderthalb Jahren

Die Infanteriesysteme von Rheinmetall für 8.600 Soldaten sollen zwischen November 2027 und Dezember 2029 ausgeliefert werden. Die Bestellung erfolgte innerhalb eines 3,1 Milliarden Euro schweren Rahmenvertrags, der nun teilweise ausgeschöpft wird. Weitere Aufträge dürften noch folgen.

In der modernen Kriegsführung wird die digitale Vernetzung des Infanteristen immer wichtiger, damit er im Zusammenspiel mit Satelliten, Drohnen, Panzern und Artillerie agiert und dank digitaler Hilfsmittel möglichst schnell über die feindlichen Bewegungen informiert wird.

Das Infanteristen-Schutzsystem von Rheinmetall heißt in der internationalen Vermarktung Gladius 2.0, die nun verkaufte Version ist speziell auf die Bedürfnisse der Bundeswehr zugeschnitten. Als Folge der russischen Bedrohung hat Rheinmetall so viele Aufträge wie noch nie bekommen, die Firma eilt von einem Höchstwert zum nächsten. Nun kommt ein weiterer Milliardenauftrag hinzu.

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Erstellt:
27. April 2026, 11:44 Uhr

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