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Bushaltestellenumbau soll Lage entschärfen

Der Kreisverkehr an der Kirchenkirnberger Kirche ist vergleichsweise klein und wird nicht selten einfach ignoriert. Da die beiden Haltestellen in der Nähe barrierefrei umgestaltet werden sollen, will die Stadt die Verkehrssituation insgesamt verbessern. Dazu gehört auch eine Querungshilfe.

Große Zugmaschinen müssen den Kreisverkehr in Kirchenkirnberg überfahren. Damit dies auch künftig ohne Lärm geschieht, soll die Mittelinsel nicht erhöht werden. Foto: Jörg Fiedler

© Jörg Fiedler

Große Zugmaschinen müssen den Kreisverkehr in Kirchenkirnberg überfahren. Damit dies auch künftig ohne Lärm geschieht, soll die Mittelinsel nicht erhöht werden. Foto: Jörg Fiedler

Von Christine Schick

Murrhardt. Die Verkehrssituation rund um den Kreisel, insbesondere in der Kaltwaldstraße, ist in Kirchenkirnberg schon seit Langem Thema. Wie Bürgermeister Armin Mößner in der Gemeinderatssitzung in Erinnerung rief, stand bei den Kirchenkirnbergerinnen und Kirchenkirnbergern eigentlich ein Zebrastreifen auf der Wunschliste, der das Überqueren der Kaltwaldstraße erleichtern und sicherer machen sollte. Um solch einen Fußgängerüberweg auf einer Landesstraße, in diesem Fall die L1149, einrichten zu können, muss allerdings im Vorfeld bei einer sogenannten Verkehrsfrequenzzählung ein bestimmter, vergleichsweise hoher Wert nachgewiesen werden, und dies schien dort wenig aussichtsreich, so Mößner.

Nun kommt dem Stadtbezirk und der Kommune aber ein anderes Vorhaben zugute, im Zuge dessen das Anliegen, wenn auch in anderer Form, doch noch umgesetzt werden könnte. Die beiden Bushaltestellen an der Kaltwaldstraße sollen barrierefrei umgebaut werden, und die darauf abgestimmte, neue Konzeption sieht dabei nun auch eine sogenannte Querungshilfe vor. In diesem Fall ist das eine Mittelinsel bei der Einfahrt von der Kaltwaldstraße in den Kreisel. Den Kreisverkehr möchte die Stadtverwaltung bei der Umgestaltung mitberücksichtigen. Dieser wird aus ihrer Sicht auch durch die unzureichende Markierung immer wieder von Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern einfach überfahren. Der Innenring soll mit roter Farbe ausgemalt werden.

Stadt hofft auf Signalwirkung einer

rot markierten Mittelinsel des Kreisels

Von dieser vergleichsweise wenig aufwendigen Gestaltung verspricht sich die Stadt eine gewisse Signalwirkung, die in anderen Gemeinden nach ihren Recherchen Erfolg hatte. Absprechen muss sie sich für die Maßnahme mit dem Regierungspräsidium, mit dem eine entsprechende Vereinbarung geschlossen werden soll. Diese beinhaltet auch die Möglichkeit, die Umrandung der Kreisverkehrsmittelinsel später noch zu erhöhen. Das will die Stadtverwaltung aber ausdrücklich nicht. Der Durchmesser des Kreisels beträgt 24 Meter, was ihm in den Unterlagen auch die Bezeichnung Mini-Kreisverkehr einbringt. „Das heißt, dass größere landwirtschaftliche Fahrzeuge und Laster ihn überfahren müssen“, sagte Mößner. Wenn das bei erhöhten Randsteinen geschieht, „werden wir wegen Lärmbelästigung Druck bekommen“. Einen ähnlichen Fall habe es bereits in Murrhardt gegeben, woraufhin die Erhöhung der Umrandung wieder zurückgenommen worden sei. Insofern setzt die Verwaltung ausschließlich auf Farbe – Rot in der Fläche und Weiß bei der Umrandung.

Der Vorschlag der Verwaltung stieß bei den Fraktionen grundsätzlich auf Zustimmung. „Die Verkehrssituation dort oben ist unbefriedigend“, stellte Hartmann Widmaier (MDAL/Die Grünen) fest. Seinem Eindruck nach nehmen manche Verkehrsteilnehmer den Kreisverkehr überhaupt nicht als solchen wahr. Um den Vorrang für Fußgänger zu unterstreichen, sei eine Bordsteineinfassung der Querungshilfe wohl sinnvoll. „Die Frage ist, ob dann größere Zugmaschinen dort vorbeikommen. Ich bitte, das abzuklären“, sagte Widmaier. Mößner merkte dazu an, dass die Route keine offizielle Schwerlaststrecke sei.

Edgar Schäf (SPD) ließ wissen, dass man mit dem Kreisverkehr in Kirchenkirnberg nie zufrieden gewesen sei. Er hofft, dass die Querungshilfe in Kombination mit der engeren Ausfahrt in der Kaltwaldstraße dazu beiträgt, die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu drosseln. Gleichsam könne man die Fußgänger so unterstützen. Insofern profitiere man an dieser Stelle auch vom Umbau der Bushaltestellen im Sinne der Barrierefreiheit. Bürgermeister Mößner warb an dieser Stelle für eine gewisse Balance. Die Umrandungen des Einfahrtrichter deutlich zu erhöhen, ziehe wieder die Lärmproblematik für die Anwohnerinnen und Anwohner nach sich. Klaus-Peter Dörrscheidt (UL) setzt ebenso darauf, dass durch die Querungshilfe und den Umbau der Bushaltestellen ein Stück Geschwindigkeit aus dem Verkehr genommen wird.

Mit dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats verbunden ist der Auftrag an die Verwaltung, die Projektplanung abzuschließen und die Arbeiten auszuschreiben.

Ausschreibung nach Förderbescheid

Barrierefreiheit Die Bushaltestellen an der Kaltwaldstraße werden barrierefrei umgestaltet. Damit auch die Querungshilfe in diesem Sinne funktioniert, sind differenzierte Bordsteinhöhen, sprich auch Absenkungen beispielsweise für Rollatoren, vorgesehen. Um die Querungshilfe in der Zufahrt von der Kaltwaldstraße platzieren zu können, wird der südliche Fahrbahnrand verschoben. An den Ästen der Gschwender und Welzheimer Straße werden die Dreiecksinseln markiert. Der Förderantrag für den Umbau der zwei Bushaltestellen wurde im vergangenen Jahr gestellt. Sobald der Bescheid vorliegt, will die Verwaltung die Ausschreibung des Gesamtpakets angehen.

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Erstellt:
11. Juni 2022, 06:00 Uhr

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