Iran-Krise
Diese Warnungen gelten für Israel
Nach dem „12-Tage-Krieg“ zwischen Israel und Iran im Juni 2025 gibt es differenzierte Hinweise für Gaza und Teile des Westjordanlands, aber kein komplettes Reiseverbot für Israel
© Lorena Sopêna/EUROPA PRESS/dpa
Menschen in Barcelona schwenken Fahnen von Israel und Iran – sie fordern einen „Regimewechsel“.
Von Michael Maier
Im aktuellen geopolitischen Kontext von 2026 besteht ein komplexes Muster von Reisewarnungen und Sicherheitshinweisen für Israel und die Palästinensischen Gebiete.
Der folgende Überblick fasst die Empfehlungen verschiedener westlicher Außenministerien zusammen. Potenziell in Gefahr ist aber auch das benachbarte Ägypten, das als eines von wenigen arabischen Ländern normale Beziehungen mit Israel pflegt.
Reisehinweise für Israel
Deutschland (Auswärtiges Amt):
- Formale Reisewarnung: Gilt für den Gazastreifen und das Westjordanland (außer Ostjerusalem)
- Dringendes Abraten: Für das Gebiet um den Gazastreifen („Gaza-Envelope“) und den Norden Israels
- Generelles Abraten: Von nicht notwendigen Reisen in andere Landesteile Israels und nach Ostjerusalem
- Hinweis: Israel befinde sich „weiterhin formell im Kriegszustand“
USA (U.S. Department of State):
- Level 3 - „Reconsider Travel“: Für Israel und das Westjordanland wegen Terrorismus und zivilen Unruhen
- Level 4 - „Do Not Travel“: Für Gaza und einen 11,3 km breiten Sicherheitsgürtel um Gaza
- Das Ministerium weist auf zunehmende Gewalt, israelische Militäroperationen und Terroranschläge hin, bei denen auch US-Bürger ums Leben kamen
Vereinigtes Königreich (FCDO)
- „Against all travel“: Gaza, Gebiete innerhalb von 500 Metern an der Gaza-Grenze, bestimmte Gouvernements im Westjordanland, Teile der Golanhöhen
- „Against all but essential travel“: Große Teile des Westjordanlands, Gebiete innerhalb 500 Metern an der Grenze zum Libanon
- Das FCDO warnt vor weiterhin bestehendem Risiko von Raketen- und Drohnenangriffen im gesamten Israel/Palästina-Gebiet
Schweiz (EDA)
- Generelles Abraten: Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen nach Israel
- Spezifisches Abraten: Von Reisen in bestimmte Landesteile wird „generell abgeraten“
- Das EDA warnt vor erhöhter Gefahr von Gewaltakten wie Anschlägen und Einzelangriffen im ganzen Land
12-Tage-Krieg und Spannungen zwischen Israel und Iran
Ein Schlüsselfaktor für die aktuellen Reisewarnungen ist der kurze, aber intensive militärische Konflikt zwischen Israel und Iran im Juni 2025, bei dem auch die USA Israel mit Luftschlägen unterstützten. Dieser „12-Tage-Krieg“ endete mit einem Waffenstillstand am 24. Juni 2025.
Die gegenwärtige Lage wird zudem durch massive Proteste im Iran seit Ende 2025 beeinflusst, bei denen laut Menschenrechtsgruppen bereits eine vierstellige Zahl von Menschen getötet wurden. US-Präsident Trump hat Unterstützung für die iranischen Demonstranten signalisiert und militärische Optionen werden nicht ausgeschlossen.
Alarmbereitschaft und kritische Reisehinweise für Israel
Diese angespannte Situation hat Israel in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, da befürchtet wird, dass eine US-Intervention im Iran zu Vergeltungsmaßnahmen gegen Israel oder US-Einrichtungen in der Region führen könnte.
Die Sicherheitslage bleibt volatil und Reisehinweise können sich bei einer erneuten Eskalation zwischen Iran und Israel/USA jederzeit verschärfen.
