Digitalisierung

Dieser Supermarkt will Barcodes durch QR-Codes ersetzen

QR-Codes auf Lebensmittelverpackungen sollen künftig deutlich mehr Informationen liefern als herkömmliche Barcodes. Für Kunden ändert sich an der Kasse kaum etwas – für den Handel könnte die Technik jedoch weitreichende Folgen haben.

QR-Codes im Supermarkt könnten in Zukunft häufiger werden.

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QR-Codes im Supermarkt könnten in Zukunft häufiger werden.

Von Katrin Jokic

Der britische Einzelhändler Tesco will klassische Barcodes schrittweise durch QR-Codes ersetzen. Den Anfang macht eine komplette Produktkategorie: die Eigenmarken-Würste. Nach Angaben des Unternehmens ist es das erste Mal im Vereinigten Königreich, dass ein Supermarkt ein ganzes Sortiment auf diese Technologie umstellt.

Konkret betrifft die Umstellung zunächst 13 Produkte, darunter klassische Schweinswürste, Chipolatas sowie Varianten wie Cumberland- und Lincolnshire-Würste. Die neuen QR-Codes befinden sich direkt auf der Verpackung und können mit dem Smartphone gescannt werden.

Mehr Informationen für Kunden

Für Verbraucher ändert sich an der Kasse zunächst kaum etwas. Die Produkte lassen sich weiterhin wie gewohnt bezahlen. Wer den QR-Code scannt, erhält jedoch deutlich mehr Informationen als bisher über einen herkömmlichen Barcode.

Dazu zählen unter anderem:

  • Nährwertangaben
  • Herkunft der Zutaten
  • Rückverfolgbarkeit einzelner Chargen
  • mögliche Zusatzinhalte wie Rezepte oder Gewinnspiele

Langfristig könnten daraus auch personalisierte digitale Angebote entstehen, etwa zur besseren Planung von Einkäufen oder zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen im Haushalt.

Vorteile für Handel und Lieferkette

Für Tesco und andere Händler bringt die Umstellung vor allem operative Vorteile. QR-Codes können deutlich mehr Daten speichern als klassische Strichcodes. Dadurch wird eine präzisere Steuerung von Lagerbeständen möglich.

Supermärkte können etwa genauer nachvollziehen, wie lange Produkte noch haltbar sind, und Bestellungen entsprechend anpassen. Ziel ist es, Überbestände zu vermeiden und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Auch Produktrückrufe sollen effizienter werden: Statt ganze Produktgruppen aus dem Verkauf zu nehmen, lassen sich künftig gezielt einzelne Chargen identifizieren. Diese könnten an der Kasse automatisch gesperrt werden. Zudem wäre es möglich, Kunden direkt zu informieren, wenn sie betroffene Produkte gekauft haben.

Teil einer größeren Branchenentwicklung

Die Umstellung ist Teil einer internationalen Initiative der Organisation GS1, die weltweit Standards für Barcodes entwickelt. Bis 2027 soll der Einsatz von QR-Codes im Einzelhandel umfassend ausgerollt werden.

Tesco spricht von einer der „revolutionärsten Veränderungen im Einzelhandel seit Jahrzehnten“. Auch GS1 UK bewertet den Schritt als wichtigen Fortschritt hin zu mehr Transparenz und besserer Vernetzung im Handel.

Ob und wann andere Händler nachziehen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Der klassische Barcode könnte in den kommenden Jahren zunehmend von datenreicheren Alternativen abgelöst werden.

 

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Erstellt:
20. April 2026, 15:12 Uhr

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