Drogenpolitik

Drug-Checking und Konsumräume können Leben retten

Mit Blick auf die hohe Zahl an Drogentoten braucht es schnelles Handeln in der Drogenpolitik, kommentiert Frederik Herrmann.

Seit Juni 2026 gibt einen Drogen-Konsumraum in Stuttgart –  der dritte in Baden-Württemberg.

© LICHTGUT/Max Kovalenko

Seit Juni 2026 gibt einen Drogen-Konsumraum in Stuttgart – der dritte in Baden-Württemberg.

Von Frederik Herrmann

Die Zahl junger Menschen, die im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg an einer Überdosis gestorben sind, ist erschreckend. Sie zeigt aber auch, dass Verbote allein Suchtkranke nicht vom Konsum abhalten.

Harte Drogen müssen weiterhin verboten bleiben – dennoch gibt es Wege, die Risiken für Konsumierende zu verringern und Todesfälle zu verhindern.

Die letzte Landesregierung wollte Drug-Checking bereits erlauben

Eine neue Landesregierung sollte deshalb zügig umsetzen, was bereits in der vergangenen Legislatur geplant war, und Drug-Checking erlauben. Natürlich ist fraglich, ob Abhängige ihre Substanzen vor dem Konsum testen lassen – der Suchtdruck dürfte oft stärker sein als jede Vorsicht. Doch selbst dann kann Drug-Checking Leben schützen: Wenn neue, besonders gefährliche oder hochpotente Stoffe im Umlauf sind, können Suchthilfeeinrichtungen frühzeitig warnen und aufklären. Das ermöglicht es Konsumierenden zumindest, ihr Verhalten anzupassen und Risiken zu reduzieren.

Drogenkonsumräume minimieren die Risiken des Konsums

Auch Drogenkonsumräume können Leben retten. Dort erhalten Suchtkranke sauberes Besteck und können unter Aufsicht konsumieren. Ohne solche Angebote würden viele auf der Straße konsumieren – häufig mit bereits benutzten Spritzen. Das erhöht das Risiko für Infektionen erheblich. Kommt es zu einer Überdosis, kann das Personal vor Ort sofort eingreifen und Hilfe leisten.

Solche Angebote werden nicht dafür sorgen, dass Menschen weniger Drogen konsumieren, sie sind aber eine notwendige Antwort auf eine Realität, in der immer mehr Menschen in die Abhängigkeit geraten.

Zum Artikel

Erstellt:
27. März 2026, 16:56 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!