Abwaschen per Hand

Durch Spülschwämme entstehen tonnenweise Mikroplastik

Küchenschwämme haben Folgen für die Umwelt, wie eine neue Studie  zeigt. Durch den Abrieb beim Spülen gelangt jährlich tonnenweise Mikroplastik in Böden und Flüsse.

 

© mago/Becker&Bredel

 

Von Markus Brauer/AFP

Jährlich gelangt durch Nutzung von Abwaschschwämmen in Küchen laut einer Untersuchung von Forschern tonnenweise Mikroplastik in Gewässer und Böden.

Zwischen 0,68 und 4,21 Gramm Mikroplastik pro Nutzer und Jahr

Einer Beispielhochrechnung mit einem bestimmten Schwammtyp zufolge entstünden durch Materialverlust bei flächendeckendem nationalem Gebrauch bis zu 355 Tonnen pro Jahr, teilt die Universität Bonn mit.

 Kläranlagen hielten den größten Teil davon allerdings auf. Übrig blieben den entsprechenden Rechnungen zufolge aber „mehrere Tonnen Mikroplastik“, die jedes Jahr durch Abwaschen per Hand in die Umwelt gelangten. Wie die Hochschule mitteilte, schwankt die konkret freigesetzte Menge je nach Schwammtyp aber mit dem Kunststoffanteil. Sie liegt zwischen 0,68 und 4,21 Gramm Mikroplastik pro Nutzer und Jahr.

Noch mehr Umweltwirkung durch Wasserverbrauch

In der Gesamtökobilanz des Geschirrspülens spielt die Freisetzung von Mikroplastik durch Küchenschwämme nach Erkenntnissen der Bonner Universität gleichwohl nur eine untergeordnete Rolle. Rund 85 bis 97 Prozent der Umweltwirkungen beim Spülen per Hand seien auf den Wasserverbrauch zurückzuführen, heißt es mit Blick auf die Forschungsergebnisse.

Auch Tipps für umweltbewusste Küchenbesitzer veröffentlichen die Experten. Vor allem die Senkung des Wasserverbrauchs beim Abwasch schont demnach die Umwelt. Zudem könnten Schwämme mit möglichst geringem Kunststoffanteil verwendet und diese länger genutzt werden. Eine längere Lebensdauer senke den gesamten Ressourcenverbrauch.

An der Studie waren den Angaben zufolge die Universität Bonn, das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen sowie die Universität im niederländischen Leiden beteiligt.

Abwaschschwämme als potenzielle Mikroplastikquelle im Haushalt

Kombiniert wurden Laborsimulationen mit einer Testmaschine namens Spongebot sowie Experimente durch freiwillige Laienforscher. Sie nutzten einen von drei Schwammtypen im Alltag und dokumentierten dies genau. Danach wurde der Materialverlust der Schwämme untersucht.

Die in der Fachzeitschrift „Environmental Advances“ veröffentlichte Analyse ermögliche durch die Verbindung beider Methoden „eine deutlich realitätsnähere Abschätzung der Mikroplastik-Freisetzung“, schreibt die Universität Bonn. Abwaschschwämme seien als potenzielle Mikroplastikquelle im Haushalt trotz verbreiteten Einsatzes bisher wenig untersucht.

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Erstellt:
18. März 2026, 13:30 Uhr

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