Ermittlungen in Hamburg

Durchsuchungen wegen Betrugs bei Nato-Schiffsdiensten

Ein Unternehmen wird verdächtigt, über Jahre unrechtmäßige Rechnungen an das Verteidigungsbündnis Nato gestellt zu haben. Jetzt führten die Ermittlungen zu Durchsuchungen und Festnahmen.

Ermittlungsbehörden in mehreren Ländern ermitteln wegen des Verdachts der Bestechung und des Rechnungsbetrugs bei Dienstleistungen für Nato‑Militärschiffe (Symbolfoto).

© Stefan Sauer/dpa

Ermittlungsbehörden in mehreren Ländern ermitteln wegen des Verdachts der Bestechung und des Rechnungsbetrugs bei Dienstleistungen für Nato‑Militärschiffe (Symbolfoto).

Ermittlungsbehörden in mehreren Ländern ermitteln wegen des Verdachts der Bestechung und des Rechnungsbetrugs bei Dienstleistungen für Nato‑Militärschiffe. In Deutschland wurden heute von der Hamburger Polizei Durchsuchungen bei zwei Unternehmen und in einer Wohnung durchgeführt. In Norwegen erfolgten fünf Festnahmen, in Rumänien wurden ein Unternehmen sowie mehrere Privathaushalte durchsucht.

Konkret geht es laut der EU-Justizbehörde Eurojust um unrechtmäßige Rechnungen eines Unternehmens sowie von Subunternehmen für sogenannte Husbandry-Services. Dabei handelt es sich um logistische und organisatorische Dienstleistungen zur Versorgung von Militärschiffen und deren Besatzungen während Hafenaufenthalten in Nordwesteuropa.

Auch Bestechung ausländischer Amtsträger?

Die Gesamtverluste für die Nato-Mitgliedstaaten werden bislang auf über eine Million Euro geschätzt, wie Eurojust mitteilte. Die Betrugsvorwürfe umfassen demnach auch die Bestechung ausländischer Amtsträger durch das verdächtige Unternehmen über einen Mittelsmann, um im Gegenzug eine bevorzugte Unterstützung bei Vertragsgeschäften mit dem zuständigen Nato-Dienstleister NSPA zu erhalten.

Dem im norwegischen Bergen festgenommenen Verdächtigen wird schwerer Betrug vorgeworfen, wie die zuständige Behörde Økokrim mitteilte. „Die Budgets im Verteidigungssektor steigen weltweit, was ein erhöhtes Risiko für Wirtschaftskriminalität mit sich bringt“, sagte Marianne Bender, leitende Staatsanwältin bei Økokrim. „Dies ist ein Bereich, den wir genau beobachten. Sollte die Nato betrogen worden sein, wird es zu einem harten Vorgehen kommen.“

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Erstellt:
14. Oktober 2026, 16:30 Uhr

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