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Erich-Schumm-Stiftung in Murrhardt: Neubau verbindet Pflege mit Gesundheitsversorgung für alle

Bei der Einweihungsfeier des Hauses Margarete erhalten die Gäste Einblicke in die Konzeption und Gestaltung der Räume. Im Zentrum steht der Schulterschluss von Pflegeheim und integrierter Praxisklinik.

Die Räume sind hell und freundlich gestaltet. Foto: Alexander Becher

© Alexander Becher

Die Räume sind hell und freundlich gestaltet. Foto: Alexander Becher

Von Elisabeth Klaper

Murrhardt. Eine gastfreundlich-heimelige Atmosphäre herrscht im Neubau Haus Margarete der Erich-Schumm-Stiftung Murrhardt, benannt nach der Ehrenvorsitzenden Margarete Kleemann. Dort gelang es, „die Vision eines modernen Pflegeheims mit integrierter Praxisklinik zu verwirklichen“, betonte Rolf Barreuther bei der Einweihungsfeier. Es sei erster Schritt für eine „neuartige, sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung, um unsere Region für alle Generationen lebenswerter zu gestalten“. Ohne Veränderung werde das aktuelle System zusammenbrechen und der ländliche Raum sich zur „gesundheitlichen Diaspora“ entwickeln, warnte der Stiftungsvorstandsvorsitzende.

Brückenschlag zwischen

stationärer und ambulanter Pflege

Wie Erich Schumm vor 60 Jahren mit Gründung des Altenclubs begann, sich für Senioren einzusetzen, trage dessen Stiftung als Vorreiter zur notwendigen Umgestaltung des Gesundheitswesens bei. Im Neubau sei „das innovative Konzept einer Einrichtung etabliert, die stationäre und ambulante Betreuung verbindet und sich nach außen für alle Generationen öffnet“. Die Praxisklinik Oberes Murrtal hält ein flexibles, umfassendes und integriertes medizinisches, diagnostisches und therapeutisches Dienstleistungsangebot bereit. Es richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Menschen und ermöglicht ihnen ein selbstständiges Leben, unterstützt von der Schumm Service GmbH und dem ambulanten Pflegedienst Human Service mobil GmbH.

Stiftungsvorstandsvorsitzender Rolf Barreuther (links) bei der Eröffnung des Hauses Margarete mit vielen Gästen. Mit der Umsetzung des Neubaus ist für ihn die Vision eines modernen Pflegeheims mit integrierter Praxisklinik wahr geworden. Foto: Stefan Bossow

© Stefan Bossow

Stiftungsvorstandsvorsitzender Rolf Barreuther (links) bei der Eröffnung des Hauses Margarete mit vielen Gästen. Mit der Umsetzung des Neubaus ist für ihn die Vision eines modernen Pflegeheims mit integrierter Praxisklinik wahr geworden. Foto: Stefan Bossow

Das Design der Privatzimmer und öffentlichen Bereiche sowie zahlreiche Naturfotos des Hobbyfotografen Heinz Kübler aus dem Schwäbischen Wald machen „das Heim zur Heimat“. Die Moos- und Wasserwand mit digitaler Darstellung der Hörschbachwasserfälle im Eingangsbereich sorgt für saubere Luft und wirkt positiv auf Körper, Geist und Seele. „Wir pflegen so, wie wir selbst gepflegt werden wollen“, wobei digitale Technologie den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner und Pflegekräfte erleichtert, dabei hilft, Energie zu sparen und Kosten zu senken, verdeutlichte Barreuther und dankte allen Unterstützern.

Der Neubau werde Ansprüchen an zeitgemäße Pflege und individuelle Betreuung gerecht: Damit der ländliche Raum keine „gesundheitliche Diaspora“ wird, seien vorhandene Angebote zur optimalen Versorgung zu vernetzen sowie die Chancen von Digitalisierung und Telemedizin als Pflegestandbein der Zukunft zu nutzen, unterstrich Landrat Richard Sigel.

Über die dank Stadtverwaltung und Gemeinderat überwundenen Hürden zum Neubau sprach Bürgermeister Armin Mößner: Die Teilablösung des Erbbaurechts der Stiftung fürs Haus Emma gegenüber der Stadt „war der spannendste und nervenaufreibendste Prozess“. Der Neubau, die Gesamtkonzeption und die Praxisklinik seien für Murrhardt „ein Aushängeschild“, freute sich der Rathauschef und überreichte Barreuther symbolisch Brot und Salz. Dieses Geschenk gelte seit Jahrhunderten als Segen für einen Neubau, wobei Brot für das Lebensnotwendige und Salz für die nötige Würze stehe.

Angehörige zu entlasten

ist auch ein wichtiges Thema

Aufschlussreich war die Gesprächsrunde zum Neubau und dessen Konzeption „Dem Menschen ganz nah – eine Vision, für die es sich zu kämpfen lohnt“, die Jürgen Beerkircher, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Backnang, moderierte. „Es war eine echt krasse Zeit“ und eine „immense Herausforderung“, den defizitären Pflegebetrieb zu sanieren, was Rolf Barreuthers Verdienst sei. Nun arbeite er kostendeckend, und „zum Glück“ konnte erst der Neubau fertiggestellt und dann der Umzug bewerkstelligt werden, erläuterte Stiftungsvorstandsmitglied Michael Maier. „Rolf Barreuther kam auf mich zu“ für die Partnerschaft zwischen der Stiftung und der Human Service mobil GmbH. Ziel ist es, „Versorgungsstrukturen sicherzustellen und Angehörige durch Tages- und Kurzzeitpflege mit kurzen und schnellen Wegen zu entlasten“, erklärte geschäftsführender Gesellschafter Henrik Schuh. „Unseren Bewohnern gefallen die Heimatbilder, die Farbkonzeption und Lichtauswahl“, betonte Alexandra Zieffle, Geschäftsführerin und Heimleiterin der Schumm Pflege gGmbH. Das neue Konzept mit optimaler Wohngruppengrößen ermögliche direkte und flexible Versorgung und Betreuung, zudem seien Präsenzkräfte als Ansprechpartner und Hilfe vor Ort. Die Digitalisierung erleichtere den Pflegekräften die Arbeit, so geben sie die Dokumentationen in Tablets direkt bei den Bewohnerinnen und Bewohnern ein. Rund 14 Millionen Euro betrug die Investition für den Neubau, seit 2010 erfolgte die notwendige Neuordnung der Stiftung, berichtete Rainer Görke, kaufmännischer Leiter der Stiftung und Geschäftsführer der Schumm Service GmbH. Zu dieser gehören Hausmeister-, Technik- und Küchendienstleistungen: Sie liefert Essen an Firmen, Kindergärten, Schulen und bietet Veranstaltungscatering an.

Den Neubau koordinierte Peter Mildenberger, Geschäftsführer der ESS Projektentwicklungs GmbH & Co. KG: Generalunternehmer Uwe Weber „hat alles sehr gut geführt und nach Lösungen gesucht“. Dank einer Seniorenheimeinrichtungsspezialfirma konnten die Räume optimal großzügig mit großen Fenstern gestaltet werden.

Die hybride Praxisklinik stelle „die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auf eine neue Basis, wobei wir die Telemedizin bei Bedarf zuschalten. Wir sehen uns als Ergänzung zu den niedergelassenen Ärzten und kümmern uns um Bereiche, die vor Ort schlecht erreichbar sind, zum Beispiel Psychotherapie“, erläuterte Thorsten Pilgrim, Arzt und Geschäftsführer der Praxisklinik Oberes Murrtal. Auf anschließenden Rundgängen bekamen die Gäste gute Eindrücke von den durchweg freundlich hellen, farblich akzentuierten und mit vielen Heimatmotiven geschmackvoll gestalteten privaten und öffentlichen Räumen.

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Erstellt:
14. November 2022, 06:00 Uhr

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