Brandanschlag auf Reutlinger Umspannwerk
Ermittler sehen keine Verbindung zu Fällen in NRW, Brandenburg und Sachsen
Nach dem Brandanschlag auf ein Reutlinger Umspannwerk suchen die Ermittler weiter nach Spuren. Einen Zusammenhang zu ähnlichen Fällen in anderen Bundesländern schließen sie jedoch aus.
© dpa
Nach einem großflächigen Stromausfall in Reutlingen sicherte die Polizei Spuren.
Ermittler in Baden-Württemberg sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Brandanschlag auf ein Reutlinger Umspannwerk und ähnlichen Fällen in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart auf Anfrage mit. In den drei anderen Bundesländern konnten die dortigen Behörden einen Beschuldigten ermitteln. Die Ermittlungen zum Brand in Reutlingen dauern dagegen an.
Trotz der umfangreichen und aufwendigen Ermittlungen liegen demnach noch keine konkreten Hinweise auf den oder die Täter und somit auch nicht auf ein mögliches Motiv vor. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sind ein oder mehrere bislang unbekannte Täter auf das Gelände des Umspannwerks eingedrungen und haben dort an mehreren Stellen Brände gelegt. Dabei wurden Autoreifen als Brandmittel verwendet. An zwei Brandstellen wurden zudem Rückstände von Benzin festgestellt.
„Keine Hinweise auf einen Zusammenhang“
Die Ermittlungsbehörden haben nach Auskunft der Stuttgarter Generalstaatsanwaltschaft ihre Erkenntnisse regelmäßig mit den zuständigen Behörden anderer Bundesländer abgeglichen. „Dabei haben sich keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Vorgängen in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen ergeben, bei denen die dortigen Behörden einen Beschuldigten ermitteln konnten“, teilte ein Behördensprecher mit.
Nach dem Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen und weiteren mutmaßlichen Sabotageversuchen an Stromversorgungs-Anlagen tauschen sich die Ermittler in den betroffenen Bundesländern aus. Das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) steht nach eigenen Angaben mit den ermittelnden Dienststellen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen im Informationsaustausch. Ziel sei es, Ermittlungsansätze zu gewinnen, teilte ein LKA-Sprecher auf Anfrage mit. Weitere Angaben machte er nicht.
Brand im Umspannwerk sorgt für Stromausfall
Der Brand in Reutlingen hatte im Juni rund 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen zeitweise ohne Strom zurückgelassen. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Einen Tatverdächtigen gibt es bislang nicht.
Nach der Serie von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz hatte die Polizei einen verdächtigen 48-Jährigen festgenommen. Die Ermittler glauben, dass er an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht hat, Stromleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken zu sabotieren - in einigen Fällen soll ihm das gelungen sein.
© Marijan Murat/dpa
Verkohlte Kabel waren auf dem Gelände des Reutlinger Umspannwerks, in dem es gebrannt hatte, zu sehen.
