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Es geht um die Schutzbedürftigkeit

Das Erich-Schumm-Stift reagiert mit präventiven Maßnahmen auf die Lage durch Corona

Das Erich-Schumm-Stift hat Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um mit Blick auf Corona die Infektionsrisiken für die Bewohner zu reduzieren. Besucher müssen sich beim Empfang in Haus Emma melden. Foto: C. Schick

Das Erich-Schumm-Stift hat Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um mit Blick auf Corona die Infektionsrisiken für die Bewohner zu reduzieren. Besucher müssen sich beim Empfang in Haus Emma melden. Foto: C. Schick

Von Christine Schick

MURRHARDT. Es ist kein Geheimnis, dass Ältere und Menschen mit einem angeschlagenen Immunsystem oder Vorerkrankung bei Infektionen generell ein höheres Risiko haben, dass der Verlauf sich kritisch entwickeln kann. Der Mediziner Alexander Beck, der den ersten Coronafall des Kreises in Rudersberg untersucht hat, sagte nicht umsonst im Interview: „Für die Masse ist das Virus nicht so gefährlich und vergleichbar mit der Grippe. Wir müssen aber auf jene Patienten aufpassen, die bereits chronisch krank sind.“ (Wir berichteten.)

Insofern sind Alten- und Pflegeheime von der aktuellen Lage im Besonderen betroffen. Das Erich-Schumm-Stift in Murrhardt hat mittlerweile eine Reihe präventiver Maßnahmen getroffen, um die Infektionsrisiken zu reduzieren. „Die Einrichtung hat sich dabei an der Schutzbedürftigkeit der jeweiligen Betroffenen orientiert“, erklärt die Einrichtung dazu in einer Presseinformation. Angehörige und Bewohner wurden über die Schritte schriftlich informiert.

Konkret geht es um die Abläufe bei Besuchen, also Kontakten mit Menschen, die von außen kommen. Anja Akehurst von der Schumm Service GmbH erläutert, dass es für die Besucher nun eine Meldepflicht am Empfang gibt. Dort wird beispielsweise abgefragt, ob derjenige möglicherweise in einer Krisenregion war. Zugute kommt dem Personal dabei, dass es viele der Angehörigen kennt, die ihre Verwandten oder Bekannten regelmäßig besuchen. An der Tür, die im zentralen Gebäude, dem Haus Emma, ins Treppenhaus nach oben zu den Wohn- und Pflegestationen führt, prangt nun ein entsprechendes Schild. Besucher werden gebeten, sich zuvor am Eingang zu melden, erläutert Anja Akehurst. Um dies konsequent im Blick haben zu können, wurden die Besuchszeiten eingeschränkt. Sie richten sich nun nach der Besetzung des Empfangs – sind von 8 bis 17 Uhr möglich. Auch appelliert das Stift an die Eigenverantwortung der Angehörigen, Besuche auf ein Minimum zu beschränken.

Weitere Hinweise informieren über die Einhaltung der empfohlenen Hygienemaßnahmen. Die Einrichtung hat zusätzliche Desinfektionsspender in den Toiletten sowie am Eingang – vor allem für diejenigen, die von außen kommen – aufgestellt. Zwar habe man auch schon feststellen müssen, dass Desinfektionsmittel abhandengekommen seien, beim Nachschub gebe es aber keine Bedenken. Als Einrichtung, die in dieser Hinsicht immer einen großen Vorrat benötige, befürchte man bisher keine Engpässe, erläutert die Geschäftsführerin der Schumm Service GmbH.

Weitere Schritte waren, das Haus Emma als zentrale Pflegeeinrichtung stärker von den Bereichen abzugrenzen, bei denen eine Frequenz nach außen zu verzeichnen ist – sei es bei Bewohnern, die noch selbstständiger leben (betreutes Wohnen im Haus Lili und Elisabeth), oder bei Veranstaltungs- und Dienstleistungsräumen. Anja Akehurst nennt ein paar Beispiele: Die Bewohner von Haus Emma haben vorerst den Speisesaal nun für sich, bei Veranstaltungen wird ein separater Eingang genutzt und die Termine beim hausinternen Friseurgeschäft für die Hausbewohner werden auf einen Vormittag konzentriert und der Raum zuvor entsprechend gereinigt und desinfiziert, da er auch Kunden von außerhalb offensteht. Zudem bietet das Erich-Schumm-Stift einen Einkaufsservice an, sodass kleinere Wünsche beim benachbarten Supermarkt von einem Mitarbeiter erledigt werden können. Bei all diesen Maßnahmen gilt es, die Begegnungshäufigkeit zu reduzieren. Die Information des Stifts formuliert dazu: „In diesem Fall schränkt das Haus seinen Leitsatz ‚Dem Menschen ganz nah‘ bewusst ein, denn die Gesundheit und Sicherheit der der Einrichtung anvertrauten Menschen geht vor.“

Die Verantwortung umfasst auch die entsprechende Sensibilität beim Team der Pflegekräfte und bei Mitarbeitern. Auch hier habe man ein Auge darauf und es werde abgeklärt, ob beispielsweise ein Urlaub in einem Risikogebiet erfolgt sei, so Anja Akehurst. Eine Mitarbeiterin, die als Minijobberin fürs Stift tätig ist und für die dies zutraf, sei zurzeit beurlaubt, zeige aber keine Anzeichen einer Erkrankung. Besonders die Pflegekräfte seien auch unabhängig von Corona mit Blick auf eine eigene Infektion sehr wachsam, sagt Anja Akehurst. Sind sie von einem Infekt betroffen, bekämen sie vom Arzt meist eine Krankschreibung für zwei statt einer Woche – um kein Risiko für die Bewohner einzugehen.

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Erstellt:
9. März 2020, 06:00 Uhr

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