Spionageverdacht gegen August Hanning
Polizei verhaftet Ex-BND-Präsidenten
Der ehemalige BND-Präsident August Hanning ist festgenommen worden. Offenbar liegt ein Spionageverdacht gegen den 80-Jährigen vor.
© Michael Kappeler/dpa
Ehemaliger BND-Präsident August Hanning: Der 80-Jährige wurde am Dienstagmorgen verhaftet.
Der ehemalige BND-Präsident August Hanning ist am Morgen nach Informationen der dpa unter Spionageverdacht festgenommen worden. Außer Hanning wurde demnach ein ehemaliger enger Mitarbeiter von ihm festgenommen.
Mehrere Medien wie „Der Spiegel“, die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Bild“-Zeitung hatten über die Verhaftung berichtet. Der Generalbundesanwalt ermittelt demnach gegen Hanning. Laut Bundesanwaltschaft steht Hanning unter anderem unter dem Verdacht des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Seinem Mitarbeiter wird Beihilfe vorgeworfen. Der Mitarbeiter soll dem ehemaligen BND-Chef auch nach dessen Dienstzeit Erkenntnisse des Nachrichtendienstes weitergegeben haben, die Hanning für seine Beratertätigkeit genutzt haben soll.
Polizei verhaftet Hanning an seinem Wohnort
Der 80-Jährige wurde am Dienstagmorgen verhaftet. Der Zugriff erfolgte an Hannings Wohnort im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen durch Spezialkräfte der Polizei. Hanning war von 1998 bis 2005 der Präsident des Bundesnachrichtendienstes. Im Anschluss wechselte Hanning in die Privatwirtschaft und arbeitete als Sicherheitsberater.
Zuletzt stand er auch im Fokus wegen einer möglichen Beteiligung an der Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block. Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes und ein pensionierter Beamter des Landeskriminalamts (LKA) Hamburg stünden im Verdacht, als Verantwortliche einer Sicherheitsfirma 2022 einen Auftrag von Christina Block zur Kindesentziehung angenommen zu haben, hatte die Staatsanwaltschaft im Herbst 2025 mitgeteilt.
