Kontrolle in Freiburg

Extreme Mängel – Polizei zieht getunte Autos ein

Ein Audi brüllt wie ein Presslufthammer, ein BMW fährt mit rissigen 13 Jahre alten Reifen - und das war nicht alles: Warum die Polizei Freiburg die Autos sofort stilllegte.

Die Polizei kontrollierte in Freiburg getunte Autos. (Symbolbild)

© dpa/Felix Kästle

Die Polizei kontrollierte in Freiburg getunte Autos. (Symbolbild)

Von red/dpa/lsw

Massive Lärmbelästigungen und lebensgefährliche technische Mängel: Eine Streifenwagenbesatzung der Verkehrspolizei Freiburg hat im Stadtgebiet zwei technisch extrem veränderte Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. Sie seien offenbar der Poser- und Tuningszene zuzuordnen, hieß es in einer Mitteilung. Bei der Kontrolle am Montag verfassten die Polizisten gegen Fahrer und Fahrzeughalter Anzeige. Die Autos haben keine Betriebserlaubnis mehr, Kennzeichen und Zulassungsbescheinigungen wurden sichergestellt.

Den Spezialisten der Verkehrsüberwachung sei zunächst ein dieselbetriebener Audi SQ5 durch sein „extremes Geräuschverhalten“ aufgefallen, hieß es. Der Grund dafür: Es war illegal ein Soundgenerator eingebaut worden, der den Klang eines großvolumigen Achtzylinder-Motors (V8) imitierte. Echte V8-Motoren sind oft in Sportwagen, großen SUVs und Luxuslimousinen zu finden. 

Lärm wie von Presslufthammer

Statt der zulässigen 75 Dezibel verursachte das Fahrzeug laut Polizei ein Standgeräusch von 96 Dezibel. „Diese akustische Belastung entspricht der Lautstärke eines Presslufthammers und dient ausschließlich der Erzeugung maximaler Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum“, hieß es.

Noch gravierender stuften die Beamten den Zustand eines BMW-Coupés ein: Sie protokollierten für den Wagen mehr als zwölf erhebliche Mängel. „Darunter befanden sich technische Veränderungen, die nicht nur unzulässig, sondern konkret gefährlich waren“, hieß es.

Risse in alten Reifen

So schliffen die Hinterreifen den Angaben zufolge bereits am Radhauskasten, das Reifenprofil war deutlich beschädigt. Die montierten Reifen waren bereits 12 und 13 Jahre alt und hatten Risse – ebenfalls ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

Zudem war eine manipulierte Abgasanlage eingebaut, bei der über eine Klappenkonstruktion die Schalldämpfung vollständig außer Kraft gesetzt werden konnte. „Das Ergebnis: maximale Lautstärke bei minimaler Kontrolle.“

Die Vielzahl der festgestellten Mängel zeige deutlich, dass es systematische Umbauten seien – „mit dem Ziel, Lautstärke und Auffälligkeit über Sicherheit und Vorschriften zu stellen“, so die Polizei.

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Erstellt:
22. April 2026, 22:38 Uhr

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