Fliegen

Flüssigkeitsregeln an Flughäfen wieder verschärft

Aus Furcht vor flüssigen Sprengstoffen erließ die EU 2006 strenge Regeln für Flüssigkeiten im Handgepäck von Flugpassagieren. Eine neue Generation Scanner brachte Lockerungen – jetzt wird wieder verschärft.

Was ist drin im Handgepäck? An Flughäfen wird künftig wieder genauer hingeschaut.

© IMAGO/Sven Simon/IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Was ist drin im Handgepäck? An Flughäfen wird künftig wieder genauer hingeschaut.

Von Michael Bosch/dpa

Was darf ich mitnehmen – und was nicht? Diese Frage stellen sich Reisende immer wenn es in mit dem Flieger in den Urlaub geht. Denn im schlimmsten Fall heißt es an der Sicherheitskontrolle: Bitte einmal alles auspacken! Besonders genau schaut das Sicherheitspersonal bei Flüssigkeiten hin. Und die Regeln, wie viel davon im Handgepäck mitgeführt werden darf, werden nun wieder verschärft.

Bereits 2006 waren Regeln zu Flüssigkeiten eingeführt worden. Demnach durfte man im Handgepäck ausschließlich einzelne Behältnisse mit bis zu 100 Millilitern mitführen. An einigen deutschen Flughäfen mit Kontrollspuren, die mit moderner Technik ausgestattet sind, war diese Regelung zuletzt ausgesetzt worden. Voraussetzung: das Gepäck konnte mit CT-Scannern überprüft werden. „Auch größere Flaschen konnten im Handgepäck bleiben“, sagt ein Sprecher der Bundespolizei in Frankfurt. Doch damit ist nun bis zu einer Überprüfung der Sicherheitszweifel vorerst Schluss. 

Flüssigkeiten im Handgepäck: Was gilt?

Passagiere dürfen ab dem 1. September Flüssiges wieder ausschließlich in kleinen Behältern bis 100 Milliliter mit sich führen, wenn diese obendrein in einer durchsichtigen Plastiktasche mit einem Höchstvolumen von einem Liter verpackt sind. Darauf weisen die Bundespolizei und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hin. 

Hintergrund sind Zweifel bei der EU an der Zuverlässigkeit der neuartigen Gepäckscanner mit der aus der Medizin bekannten Computer-Tomographie-Technik (CT). Diese können in Sekundenschnelle dreidimensionale Bilder des Handgepäckinhalts herstellen, sodass die Flüssigkeitsregelungen überflüssig schienen. 

Nach neuen Vorgaben der EU sind größere Flaschen wieder verboten, während die Behälter bis 100 Milliliter im Handgepäck bleiben können und nicht extra ausgepackt werden müssen. Auch elektronische Geräte können im Koffer bleiben. 

Was darf nicht ins Handgepäck?

  • Waffen; auch Spielzeugpistolen (dürfen aber im Reisegepäck mitgeführt werden)
  • scharfe und Spitze Gegenstände; Messer oder Scheren (dürfen aber ins Reisegepäck)
  • Sprengstoffe
  • chemische Stoffe und Gifte
  • Getränke (nur bis 100 ml)
  • Cremes und Gels (nur bis 100 ml)
  • Deo, Rasierschaum und ähnliche Produkte (nur bis 100 ml)
  • Parfüm, Kosmetik, Zahnpasta (nur bis 100 ml)

Weitere Hinweise zur Gepäckkontrolle am Flughafen hat die Bundespolizei hier zusammengefasst.

Gibt es Ausnahmen von der Flüssigkeitsregel?

An den in Deutschland noch weit verbreiteten Kontrollspuren mit herkömmlichen Scannern müssen Elektronik und Beutel hingegen weiterhin zeitraubend ausgepackt und vorgezeigt werden. Ausgenommen von den Flüssigkeitsregeln sind Medikamente und flüssige Babynahrung. 

Der Flughafen-Verband ADV verlangt eine schnelle Überprüfung der Technik. Dazu erklärt Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel: „Der Flughafenverband ADV fordert die Sicherheitsbehörden in Deutschland und Europa eindringlich auf, alle sicherheitsrelevanten Maßnahmen zügig durchzuführen, damit der Status Quo wiederhergestellt wird. Die Flughäfen möchten, dass Reisen sicher und zugleich komfortabel erfolgt.“

Zum Artikel

Erstellt:
21. August 2024, 15:02 Uhr
Aktualisiert:
21. August 2024, 15:12 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Profane Gründe statt paranormaler Geister

Spukt es? Warum wir uns in alten Häusern gruseln

<p eom-name="p" eom-tag-name="p">Unheimliche Stimmung in alten Häusern hat weniger mit Fantasie als mit Physik zu tun. Forschern zufolge kann Infraschall aus alten Heizungsrohren oder Lüftungen Stressreaktionen auslösen. Das könnte erklären, warum wir uns in dunklen Kellern und Fluren so oft gruseln.</p>

Mehr als nur ein Wachmacher

Morgenkaffee geht mit geringerem Sterberisiko einher

Nicht nur die Menge scheint zu zählen, sondern auch die Uhrzeit: Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Nieren-Stoffwechsel-Syndrom ist Kaffee laut einer neuen Studie vor allem am Morgen mit einem geringeren Sterberisiko verbunden.

Planetarische Grenzen überschritten

Auf der Intensivstation: So krank ist die Erde durch den Menschen

Notfallpatient Erde: Übertriebe Panikmache? Nein! Sieben von neun Belastungsgrenzen des Planeten sind nach Angaben eines neuen Klimareports überschritten.