Gen-Z-Proteste

Frankfurter Chaosnacht überschattet Demonstrationen

Zunächst scheinen von den Jugendprotesten friedliche Bilder in Erinnerung zu bleiben. Doch dann kommt es bei Dunkelheit in Frankfurt und Köln zu schlimmen Szenen, die lange nachhallen dürften.

Spuren der Frankfurter Chaosnacht

© Andreas Arnold/dpa

Spuren der Frankfurter Chaosnacht

Plünderungen, Molotowcocktails auf Polizisten und eingeschlagene Schaufensterscheiben: Nach einem zunächst friedlichen Protest Zehntausender junger Menschen ist es am Abend vor allem in Frankfurt und Köln zu Gewalt und heftigen Ausschreitungen gekommen.

In beiden Städten spitzte sich nach den bundesweiten „Gen Z regelt“-Protesten die Lage am Abend zu. In der Frankfurter Innenstadt beobachteten dpa-Reporter, wie mehrere Personen in Geschäfte eindrangen und Turnschuhe und andere Gegenstände stahlen. Auch ein Waffenfachgeschäft wurde attackiert.

Die Polizei sprach ebenfalls davon, dass an mehreren Läden Scheiben eingeschlagen wurden. „Es werden zudem Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen.“ Mehr als 30 Personen wurden bis zum späten Abend in Frankfurt vorläufig festgenommen. Beamte seien schnell vor Ort gewesen und hätten zwei Waffen sichergestellt, sagte ein Polizeisprecher. 

Drastische Maßnahme: Einkaufsstraße Zeil abgesperrt 

Die Frankfurter Polizei sperrte die Einkaufsstraße Zeil ab. Spezialeinsatzkräfte (SEK) der Polizei kamen in der Innenstadt zum Einsatz. In der Nacht zum Sonntag beruhigte sich die Lage dann. Die Polizei blieb aber die gesamte Nacht mit starken Kräften in der Innenstadt präsent, wie ein Sprecher sagte. Zudem sei gegen 1 Uhr eine rund 100-köpfige Personengruppe festgesetzt worden, um deren Identitäten festzustellen. Ob es Festnahmen gab, war zunächst nicht bekannt. Die Polizei war mit mehr als 1000 Einsatzkräften vor Ort gewesen.

Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigte mit Blick auf die Krawalle ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer an. „Ich bin schockiert über die Gewaltexzesse in Frankfurt. Wir haben Bilder gesehen, die wir nicht sehen wollten“, erklärte Poseck auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

„Wer sich so verhält wie die Angreifer in der Frankfurter Innenstadt, stellt sich außerhalb unserer Gesellschaft“, sagte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU). „Wir werden Aggressoren, Tätergruppen und Hergang genau bewerten und unsere Schlüsse ziehen.“ Rhein dankte zudem den Polizistinnen und Polizisten. Sie hätten sich „mit aller Kraft und unter hohem persönlichen Einsatz“ den Gewalttätern entgegengestellt, um Bürger, Recht und Ordnung zu schützen.

Fensterscheibe durch geworfenen E-Scooter zu Bruch gegangen 

In Köln kam es auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof zu Angriffen auf Polizisten. Flaschen wurden geworfen, Fahrräder flogen, ein Mensch erlitt Verletzungen. Randalierer wurden festgesetzt. Es gab nach Polizeiangaben fünf Ingewahrsamnahmen. In einer Nebenstraße ging demnach eine Fensterscheibe durch einen geworfenen E-Scooter zu Bruch.

Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns verteidigte die kurzfristige Untersagung des Aufzugs durch die Stadt. „Wir haben Molotow-Cocktails und Nothämmer bei Vermummten sichergestellt. Wofür die mitgeführt wurden, braucht wohl keine Erläuterung!“, sagte Hermanns. Er sei sich sicher, „dass wir heute am späten Nachmittag verhindert haben, dass aus Köln Bilder live gesendet werden, die an Paris und Mailand erinnern“.

Zuvor waren aus Berlin Flaschen-, Böller- und Eierwürfe und aus Hamburg brennende Barrikaden gemeldet worden. In einigen Städten setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Auch in Hannover und Bremen gab es Zwischenfälle.

Vor allem die Szenen in Frankfurt erinnerten an Ereignisse in Frankreich. Im Nachbarland nahmen am Samstag 320.000 Menschen an Demonstrationszügen teil, davon 70.000 in Paris. Dem Innenministerium zufolge wurden landesweit bis 20.00 Uhr 511 Menschen festgenommen.

Zwei Männer stehlen durch die eingeschlagene Scheibe eines Waffengeschäft eine Waffe.

© Andreas Arnold/dpa

Zwei Männer stehlen durch die eingeschlagene Scheibe eines Waffengeschäft eine Waffe.

Zum Artikel

Erstellt:
1. November 2026, 06:22 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Frankfurter Krawalle

Jetzt bekommen geplünderte Läden Polizeischutz

Nach der Randale in Frankfurt hat sich die Lage beruhigt, doch für die Polizei ist der Einsatz nicht vorbei. Sie muss Geschäfte schützen, deren Schaufenster zu Bruch gingen.

Gen-Z-Proteste

Frankfurter Chaosnacht überschattet Demonstrationen

Zunächst scheinen von den Jugendprotesten friedliche Bilder in Erinnerung zu bleiben. Doch dann kommt es bei Dunkelheit in Frankfurt und Köln zu schlimmen Szenen, die lange nachhallen dürften.