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Für 2021 ist eine Gewerbeschau geplant

Der Gemeinderat stimmt zu, dass die Stadtverwaltung und die Stadtwerke sich an der Messe Murrhardt beteiligen. Die Organisation erfolgt in Kooperation mit dem Messeveranstalter Mattfeldt und Sänger, Nachfolger von Dörr und Koltes.

Die Messe Murrhardt findet in der Fest- und Stadthalle sowie auf dem Außengelände zwischen ihnen statt, so der Plan. Archivfoto: J. Fielder

© Jörg Fiedler

Die Messe Murrhardt findet in der Fest- und Stadthalle sowie auf dem Außengelände zwischen ihnen statt, so der Plan. Archivfoto: J. Fielder

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. Obwohl zurzeit niemand weiß, wie lange die Coronapandemie noch andauert, ist für das Wochenende 8. und 9. Mai 2021 die inzwischen sechste Auflage der Gewerbeschau Messe Murrhardt geplant, die weiterhin im fünfjährigen Turnus stattfinden soll. „Was das Thema Corona betrifft, kann man noch nicht sagen, wie sich die Situation weiterentwickelt“, räumte Bürgermeister Armin Mößner in der Gemeinderatssitzung in der Kirchenkirnberger Gemeindehalle ein. Aber zumindest wolle man alles für die Messe planen und vorbereiten.

Denn nach aktuellem Stand sei es möglich, im Mai 2021 eine Messe zu veranstalten. Laut einer Absichtserklärung der Landesregierung dürfen ab 1. September 2020 wieder Messen mit mehr als 500 Personen unter Einhaltung der entsprechenden Hygienevorgaben stattfinden. Dafür bereitet die Landesregierung eine „Corona-Verordnung Messen“ vor. Auch das Messebauunternehmen Mattfeldt und Sänger Marketing und Messe AG aus Kempten, Nachfolger des bisherigen Veranstalters Dörr und Koltes aus Schwaigern, gehe davon aus, dass die zu erwartenden Auflagen auch für die geplante Messe in der Walterichstadt umsetzbar wären, betonte der Rathauschef.

Sinn und Zweck der Gewerbeschau sei die Präsentation des Standorts und seiner Unternehmen und Gewerbetreibenden, Dienstleister und Vereine in allen Facetten, auch sei eine Messe wichtig, um direkte Kontakte und Geschäftsbeziehungen zu knüpfen, verdeutlichte Mößner. „Das muss man versuchen“, darum wolle man die Gewerbeschau veranstalten, auch und gerade wegen der aktuellen, für Selbstständige aller Art schwierigen Situation.

Sollten jedoch im Frühjahr 2021 aufgrund der weiteren Entwicklung der Coronapandemie die Voraussetzungen vorliegen, die die Veranstaltung einer Messe nicht erlaubten, müsste diese auf einen Ersatztermin im Jahr 2022 verschoben werden, verdeutlichte Mößner. „Wir müssen uns für die Stadtverwaltung noch ein Messethema überlegen.“ Die Gesundheit sei das übergeordnete Thema der Gewerbeschau, auch da die Murrhardter Gesundheitstage mit integriert werden sollen. Überdies werde sich der DRK-Ortsverein beteiligen, der heuer das Jubiläum seines 150-jährigen Bestehens feiert.

Laut der Vorlage soll die Unterstützung der Messe vonseiten der Stadtverwaltung in vergleichbarem Umfang wie bei den Messen 2011 und 2016 erfolgen. Dies beinhaltet die kostenfreie Überlassung der Fest- und Stadthalle, der Freiflächen auf den angrenzenden Park-, Tartan- und Vorplätzen sowie des Reinhold-Nägele-Saals (Walterichschule) als Vortragsraum.

Die Entgelte und Gebühren für diese Gebäude und Flächen betragen rund 5000 Euro. Hinzu kommt die Mithilfe der Mitarbeiterteams des Zweckverbands Bauhof und der Betriebsmeisterei. Für den Personalaufwand für Straßensperrungen, Aufräumarbeiten und Betreuung des Messeaufbaus werden rund 4000 Euro veranschlagt.

Stadtverwaltung und Stadtwerke planen, eigene und nebeneinanderliegende Messestände zu gestalten. Die Stadtverwaltung präsentiert sich mit den Themenkreisen Wirtschaftsförderung und Dienstleistungen, die Stadtwerke mit eigenen Themen. Eine weitere Standfläche für die Partnerstädte soll sich anschließen, mit einem Platzbedarf von jeweils 15 Quadratmetern. Für Standmieten sowie die Gestaltung der Messestände, Präsentation der Themen, Auf- und Abbau sowie Werbegeschenke werden pauschal 6500 Euro bereitgestellt. Insgesamt sind Ausgaben von 10500 Euro veranschlagt für die Messestände und die personelle Unterstützung durch Bauhof und Betriebsmeisterei.

In der folgenden kurzen Diskussion befürwortete die Mehrheit der Fraktionssprecher das Vorhaben, es gab aber auch einige kritische Anmerkungen und Nachfragen. So wollte Martin Stierand wissen, wie erfolgreich diese Messe sei und wie der Erfolg gemessen werde. Der Stadtrat der Fraktion MDAL/Die Grünen hinterfragte mit Blick auf die Vor- und Unterstützungsleistungen vonseiten der Stadt (Infokasten), ob man überhaupt ein Messeunternehmen benötige und inwiefern dies einen Mehrgewinn erbringe. „Wäre es nicht besser, die Messe komplett selbst zu organisieren?“

Wenn sich zu wenig Unternehmen beteiligen sollten, müsste man das Vorhaben auf 2022 verschieben.

Weiter erkundigte sich Stierand, wer bei einem Ausfall der Messe hafte, wenn sich beispielsweise zu wenige Aussteller anmeldeten. Auch zeigte er sich skeptisch, ob es zeitlich für die Vorbereitung nicht schon zu knapp sei, und fragte nach, ob die Gewerbeschau nicht besser verschoben werden sollte. Überdies fand er, die Digitalisierung wäre auch einmal ein spannendes Themenfeld für die Messe.

„Bisher hat ein Messebauer die Stände aufgebaut, auch sind wir darauf angewiesen, dass eine Profifirma die Aussteller mit ihrem Equipment unterstützt, das kann die Stadt nicht leisten“, stellte Mößner in seiner Antwort klar. Falls nur etwa zehn Gewerbetreibende bereit wären, als Aussteller mitzumachen, müsste man sich überlegen, ob man die Messe verschiebe, und der Veranstalter, also das Messeunternehmen, hafte dafür, so der Rathauschef.

Eine Messe sei eine gute Plattform für Firmen aller Art, fand Klaus-Peter Dörrscheidt (UL). „Die Gewerbeschau Messe Murrhardt ist eine Erfolgsgeschichte“, hob Georg Devrikis (CDU/FWV) hervor. Zudem sei sie „eine der am besten bewerteten Messen“. Auch habe er keine Sorge, dass die Zeit zu knapp werden sollte, und „wir hoffen, dass die Messe stattfinden kann“, zeigte er sich optimistisch. „Gesundheit ist ein gutes Motto, und für viele Unternehmen ist in dieser schwierigen Zeit die Möglichkeit der Darstellung ihrer Produkte und Dienstleistungen wichtig“, fand Devrikis.

„Die Messe ist ein wichtiger Standortfaktor für Murrhardt, vor allem jetzt, da viele Firmen wegen Corona in einer schwierigen Lage sind, und wir haben die Hoffnung, dass sich die Situation bis nächstes Jahr wieder normalisiert“, verdeutlichte Edgar Schäf. Als Gradmesser für den Erfolg der Messe nannte der SPD-Fraktionsvorsitzende die hohen Besucherzahlen. „Bisher waren die Gewerbeschauen immer sehr gut besucht“. Weiter stellte Schäf klar: „Wir brauchen einen Messeveranstalter, denn die gesamte Organisation würde das städtische Budget und die Fähigkeiten der Stadtverwaltung überschreiten“. – „Das sollten wir einen Profi mit dem entsprechenden Know-how machen lassen“, unterstrich auch der Bürgermeister.

Auf Nachfrage von Markus Blank (UL) zu den 2500 Euro Standmiete für die Stadt und Stadtwerke erläuterte Thomas Zeeb vom Amt für Wirtschaft, Kultur und Tourismus, dass die Stadt die halbe Standmiete wie bisher erlassen bekomme. „Wenn wir die Flächen nicht kostenfrei überlassen würden, wären die Standmieten und Quadratmeterpreise deutlich höher“, stellte Zeeb auf eine weitere Nachfrage des UL-Stadtrats klar. Insofern ist dies „eine Wirtschaftsförderung vonseiten der Stadt“. Schließlich stimmte der Gemeinderat der Messe 2021 und der Beteiligung der Stadt und Stadtwerke sowie allen beratenen Punkten zu.

Über den aufgelösten BdS gibt es einen Zuschuss für die Aussteller

Die zentrale Koordination der städtischen Messeaktivitäten und die Funktion eines zentralen Ansprechpartners für den Messeausrichter übernimmt das Amt für Wirtschaft, Kultur und Tourismus. Dies gilt auch für die technische Beratung und Unterstützung des Messebetriebs durch Mitarbeiter der Betriebsmeisterei. Nach Auflösung des Murrhardter Ortsvereins des Bunds der Selbständigen (BdS) 2018 gingen Teile des Vereinsvermögens an die Stadt über mit der Maßgabe, einen Betrag von 5000 Euro für die nächste Gewerbeschau Messe Murrhardt zu verwenden. Aus diesen Finanzmitteln sollen Gewerbetreibende aus der Walterichstadt einen Zuschuss von jeweils 80 Euro pro Aussteller erhalten. Die Teilnahmegebühren für die Messe betragen für Standflächen in Fest- und Stadthalle zwischen 59 und 70 Euro pro Quadratmeter, das sind drei Euro pro Quadratmeter mehr als bei der Messe 2016. Die Standflächen im Freigelände sollen pauschal bis zu 20 Quadratmeter Fläche 480 Euro betragen, die Gebühr für jeden weiteren Quadratmeter beträgt drei Euro.

Jeder Aussteller muss eine Marketingpauschale von 50 Euro entrichten, ebenso viel wie 2016. Die in die Messe integrierten Murrhardter Gesundheitstage sollen in der Walterichsturnhalle stattfinden, dort beträgt der Quadratmeterpreis 25 Euro. Der zeitliche Ablauf sieht vor, dass die Messestände und Präsentationsfreiflächen vom 5. bis 7. Mai aufgebaut werden, am 8. und 9. Mai ist die Messe jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet, und als Abbautag ist der 10. Mai vorgemerkt.

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Erstellt:
29. Juli 2020, 06:00 Uhr

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