Neue Gouverneurin ist Demokratin

Für Elon Musk kann es in Texas ungemütlich werden

Der reichste Mann der Welt hat vergebens Millionen in den Wahlkampf des amtierenden Gouverneurs von Texas investiert. Nun soll erst einmal der Bau von KI-Zentren stoppen.

Gina Hinojosa wird die neue Gouverneurin von  Texas.

© IMAGO/Carlos Ramirez

Gina Hinojosa wird die neue Gouverneurin von  Texas.

Von Christian Gottschalk

Die Wahlen zum US-Kongress haben an den Börsen zu teilweise kräftigen Kursrutschen geführt. Vor allem die Aktien der Techkonzerne rauschten in den Keller. Nividia minus neun Prozent, die Chiphersteller  AMD und Broadcom verloren sogar zweistellig. Die Künstliche Intelligenz, seit Jahren ein Treiber im Aktienmarkt, könnte es mit den neuen Mehrheitsverhältnissen schwerer haben, so die Befürchtung.

Noch wichtiger als der Senator

Gina Hinojosa hat diese These jetzt erst einmal bestärkt. Gina Hinojosa ist für Texas noch wichtiger als dessen künftiger Senator James Talarico. Auf Talarico hat die Medienöffentlichkeit der Welt geschaut, weil er den texanischen Sitz für den Senat erobert hat, als erster Demokrat in diesem Bundesstaat seit 33 Jahren. Gina Hinojosa ist vergleichbares gelungen. Sie hat den republikanischen Amtsinhaber besiegt und ist jetzt Gouverneurin von Texas.

Während Talarico im fernen Washington über die großen Themen der nationalen Politik mitentscheidet, sagt Gina Hinojosa, was vor Ort Sache ist. Und was sie da am Freitag erklärt hat, ist in der Tat dazu geeignet, der gesamten Tech-Branche die Laune zu verderben. „Wir werden Gesetze ‌zum Schutz der Texaner erlassen und müssen das, was wir mit Rechenzentren tun, stoppen, bis wir diese Schutzmaßnahmen haben“, sagte die künftige Gouverneurin.  Bereits im Wahlkampf hatte Hinojosa einen Baustopp für Rechenzentren angekündigt.

Teuerster Wahlkampf der Geschichte

Vor allem für Elon Musk steht dabei viel auf dem Spiel. Der Milliardär zog 2020 von Kalifornien nach Texas, verlegte die Zentralen von Tesla und SpaceX hierher und baute große Produktionsstätten. Seine Unternehmen profitierten unter anderem von massiven Steuernachlässen und Millionenzuschüssen. Kein Wunder, dass Musk zu den großzügigsten Geldgebern für den Gegenkandidaten von Hinojosa zählte.  Greg Abbott, seit zwölf Jahren im Amt, gab 280 Millionen Dollar für seine Kampagne aus. 224 Millionen kamen von Musk. Einer der teuersten Wahlkämpfe der Geschichte in diesem Bereich.

Unter Abbott hat sich der zweitgrößte Bundesstaat der USA zu einer weltweit führenden Region für Rechenzentren entwickelt.  In der ‌Bevölkerung wächst jedoch der Widerstand wegen des hohen Strom- und Wasserverbrauchs sowie möglicher Umweltschäden. Nicht nur in Texas, in den ganzen USA gehen die Menschen dagegen auf die Straße. Parteiübergreifend, Republikaner wie Demokraten. Der Staat New York hatte im Sommer einen befristeten Baustopp für große Rechenzentren erlassen, Gerichte im ganzen Land haben Klagen gegen die Bauten auf dem Schreibtisch.

Der Tech-Milliardär Elon Musk hat auf die sich anbahnenden schweren Zeiten auf seine Art reagiert. Unmittelbar nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse äußerte er sich im Netz. „Rechenzentren im All sehen nun attraktiv aus“, so der reichste Mann der Welt.

Elon Musk ist von Kalifornien nach Texas gezogen.

© Eric Gay/AP/dpa

Elon Musk ist von Kalifornien nach Texas gezogen.

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Erstellt:
6. November 2026, 16:24 Uhr

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