Influenza Subvariante K

Grippewelle wütet in Baden-Württemberg

Die Grippefälle in Baden-Württemberg haben sich vervierfacht. Experten führen den frühen Start der Saison als möglichen Grund an.

Aktuell gibt es viele Krankschreibungen wegen Grippe.

© Philip Dulian/dpa

Aktuell gibt es viele Krankschreibungen wegen Grippe.

Von mic/red

Die Grippewelle rollt mit erhöhter Intensität über Baden-Württemberg. Seit Anfang Dezember bis zur ersten Januarwoche 2026 wurden bereits 6.526 bestätigte Grippefälle an das Landesgesundheitsamt gemeldet - im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 1.451 Fälle. Das entspricht einem mehr als vierfachen Anstieg.

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Nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums könnte der deutliche Anstieg mit dem frühen Start der Grippesaison zusammenhängen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat den Beginn der aktuellen Saison auf die letzte Novemberwoche 2025 festgelegt, zwei bis drei Wochen früher als in den beiden Jahren zuvor. Bereits Anfang Dezember wurden 355 Influenza-Fälle registriert, während es im Vorjahreszeitraum nur 77 Erkrankungen waren.

Bundesweit hatte es in der letzten Saison laut Medienberichten rund 1750 Grippe-Tote gegeben, 90 Prozent davon mit einem Alter von über 60 Jahren.

Fakten zur Grippewelle in Baden-Württemberg

  • 6.526 bestätigte Grippefälle seit Anfang Dezember 2025
  • Im Vorjahreszeitraum nur 1.451 Fälle
  • Typische Symptome: plötzliches Erkranken, Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kopfschmerzen
  • Impfschutz baut sich nach 10-14 Tagen vollständig auf
  • Besonders gefährdet: Ältere Menschen, chronisch Kranke, Säuglinge und Kleinkinder
  • Vorherige Grippesaison 2024/2025: 34.360 Influenza-Fälle in BW

Die Grippe wird hauptsächlich über Tröpfchen übertragen, die beim Husten oder Niesen entstehen. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen durchschnittlich ein bis zwei Tage. Typische Symptome sind plötzliches Erkranken, Fieber, Husten, Halsschmerzen und Kopfschmerzen.

Influenza-Subvariante K

Derzeit zirkulieren unterschiedliche Influenza-Erreger. Der aktuelle Influenza-H3N2-Subtyp (bekannt auch als Subvariante K oder Subklade K) unterscheidet sich zwar von den Viren, gegen die die aktuellen Impfstoffe gerichtet sind, dennoch bieten die Impfstoffe nach ersten Erkenntnissen weiterhin Schutz vor schweren Erkrankungen.

Gesundheitsminister Manne Lucha appelliert in Stuttgart an die Bürgerinnen und Bürger: „Ein kleiner Piks mit großer Wirkung: Schützen Sie sich und Ihr Umfeld und lassen Sie sich jetzt impfen. Die Grippeimpfung senkt das Risiko schwerer Verläufe deutlich.“

Grippegefahr für Ältere und Kleinkinder

Besonders gefährdet sind laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Säuglinge und Kleinkinder. Schwere Verläufe mit Krankenhausaufenthalt treffen vor allem Menschen mit Vorerkrankungen, Personen über 60 Jahre und sehr kleine Kinder. In der Grippesaison 2024/2025 registrierte Baden-Württemberg 34.360 Influenza-, 13.781 COVID-19- und 5.313 RSV-Fälle. Nicht alle werden jedoch gemeldet.

In diesen Fällen ist die Grippeimpfung empfohlen

Die Stiko empfiehlt die Impfung besonders für Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinisches Personal. Bis der volle Impfschutz aufgebaut ist, dauert es 10 bis 14 Tage. Die Kosten für die Impfung werden für die von der Stiko empfohlenen Gruppen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Neben der Impfung können einfache Maßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen oder in die Ellenbeuge niesen vor einer Infektion schützen. Zudem gilt: Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben, um Komplikationen und weitere Ansteckungen zu vermeiden.

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Erstellt:
13. Januar 2026, 14:06 Uhr
Aktualisiert:
13. Januar 2026, 16:15 Uhr

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