Politik muss auf Konjunkturflaute reagieren

Höchste Zeit für beherztes Handeln

Nicht jeder Branche geht es schlecht. Doch bestimmte Faktoren machen es allen schwer. Das muss sich ändern, sagt Wirtschaftsredakteur George Stavrakis.

Die schlangen in den Jobcentern werden länger werden – sagen Arbeitsmarktexperten.

© dpa/Julian Stratenschulte

Die schlangen in den Jobcentern werden länger werden – sagen Arbeitsmarktexperten.

Von George Stavrakis

Es ist kompliziert. Und durchaus schwer zu verstehen. Allerorten lassen Meldungen über tausendfachen Stellenabbau aufhorchen – im Baugewerbe, in der Metall- und Elektrowirtschaft, in der Eisen- und Stahlindustrie, im Automobilbau, bei den Zulieferbetrieben. Im Wochentakt werden neue erschreckende Zahlen bekannt. Wohin mit all diesen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern?

Auf der anderen Seite vermeldet das Statistische Bundesamt, es habe seit 1990 noch nie so viele Erwerbstätige gegeben wie aktuell – mehr als 46 Millionen Menschen. Und das berechtigte Lamento den Fachkräftemangel betreffend reißt ebenfalls nicht ab. Wie passt das zusammen?

„Die Wirtschaft“ als Ganzes gibt es lediglich bei Statistikern. Genau betrachtet ist das, was das Statistische Bundesamt und Politiker „die Wirtschaft“ nennen, ein heterogenes Gebilde. Während Eisen, Stahl, Elektro, Automobil und Bau unter der Flaute leiden, rechnen beispielsweise Pharmaunternehmen, Transportgewerbe und Dienstleister mit besseren Geschäften. Unter anderem in diesen Branchen werden Zehntausende Fachkräfte gesucht.

Was jedoch alle Bereiche gleichermaßen betrifft, sind im internationalen Vergleich zu hohe Energiekosten, überbordende Regulierung, schwindende Produktivität und Abgabenlasten. Hier gibt es viel zu tun. Deshalb erwartet „die Wirtschaft“ von der neuen Bundesregierung keine vollmundigen Ankündigungen, sondern beherztes Handeln. Es ist höchste Zeit.

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Erstellt:
2. Januar 2025, 16:36 Uhr

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