Nahe Konstanz zugefroren

Hunderte Menschen auf dem Eis – Bodensee lockt zum Schlittschuhlaufen

Nicht nur an kleinen Gewässern, auch am Bodensee wagen sich manche mit Schlittschuhen aufs Eis. Ein generelles Verbot wie in Stuttgart gibt es nicht.

Am Dreikönigstag sind Hunderte Menschen  auf dem zugefrorenen Teil des Bodensees, auf dem sogenannten „Gnadensee“ zwischen der Insel Reichenau und Allensbach, unterwegs.

© Felix Kästle/dpa

Am Dreikönigstag sind Hunderte Menschen auf dem zugefrorenen Teil des Bodensees, auf dem sogenannten „Gnadensee“ zwischen der Insel Reichenau und Allensbach, unterwegs.

Von Florian Dürr

Die einen kurven mit ihren Schlittschuhen übers Eis, andere ziehen ihre Kinder auf dem Holzschlitten hinter sich her – in den vergangenen Tagen hat der in Teilen zugefrorene Bodensee nahe Konstanz Hunderte Menschen angelockt. Um die 300 Personen hatte die Polizei bereits am vergangenen Sonntag auf der Eisfläche des etwa 400 Meter breiten zugefrorenen Teils „Gnadensee“ gezählt. Und auch am Dreikönigstag tummelten sich wieder etliche auf dem Abschnitt zwischen der Insel Reichenau und Allensbach, der zum westlichen Teils des Bodensees „Untersee“ gehört.

Ein generelles Betretungs-Verbot wie für die kleinen Seen in Stuttgart gibt es nicht, heißt es vom zuständigen Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen, dem die Wasserschutzpolizei am Bodensee zugeordnet ist. „Nur das Betreten des Schilfs, welches sich in Naturschutzgebieten befindet, ist gesetzlich untersagt“, erklärt eine Sprecherin. Offiziell freigegeben sind die Eisflächen am Bodensee aber dennoch nicht: Das Betreten erfolge „auf eigene Gefahr“, jede Person hafte für sich selbst, so die Sprecherin.

Polizei mahnt: „Ein nicht zu unterschätzendes Risiko“

Die Wasserschutzpolizei kontrolliere zwar regelmäßig die Eisdicke, um „potenzielle Gefahren durch das Betreten“ besser einschätzen zu können, auch im Falle einer Rettungsaktion, aber die konkreten Ergebnisse der Messungen werden nicht veröffentlicht. „Um nicht den Anlass zu geben, dass Leute das Eis mit Verweis auf unsere Angaben betreten“, sagt die Sprecherin.

An diesem Mittwoch ist es nach Angaben der Polizei zu einem Vorfall gekommen, bei dem eine Person ins Eis einbrach. Beim Versuch, dieser zu helfen, brach demnach eine weitere Person ins Eis ein. Nur mit Mühe konnten beide Personen kurz vor Eintreffen der Beamten durch die zu Hilfe geeilten Passanten aus dem drei Grad kalten Wasser gerettet werden. Mit einer Unterkühlung wurden sie in ein Krankenhaus gebracht.

Wegen Vorfällen wie diesen warnt die Polizei: „Auch wenn Eisflächen auf den ersten Blick stabil und tragfähig erscheinen mögen, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich ihre Beschaffenheit jederzeit verändern kann und stets ein nicht zu unterschätzendes Risiko besteht.“

Am Dreikönigstag sind die bislang tiefsten Temperaturen dieses Winters in Baden-Württemberg gemessen worden. Mit jeweils minus 18,6 Grad war es laut Deutschem Wetterdienst in Meßstetten auf der Schwäbischen Alb (Zollernalbkreis) und in Leutkirch im Allgäu am kältesten. Und es geht eisig weiter: Besonders in der kommenden Nacht zum Donnerstag soll es noch einmal schneien. Gegen Ende der Woche wird es dann aber stürmisch und regnerisch.

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Erstellt:
7. Januar 2026, 15:26 Uhr
Aktualisiert:
8. Januar 2026, 09:36 Uhr

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