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In Gedenken an den treuen Unterstützer

Die Murrtaler Sensenmäher trafen sich in kleinem Kreis auf dem Göckelhof mit Freunden des Mähsports. An ihren langjährigen Schiedsrichter Thomas Weiler, der infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben ist, erinnerten sie in besonderer Weise.

Mailo Rickert (vorne) hoch konzentriert an seiner kleinen Sense. Sein Großvater Gerhard Rickert (links) steht ihm zur Seite und Harald Traub, neuer Schiedsrichter, hat ein Auge auf die beiden. Foto: J. Fiedler.

© Jörg Fiedler

Mailo Rickert (vorne) hoch konzentriert an seiner kleinen Sense. Sein Großvater Gerhard Rickert (links) steht ihm zur Seite und Harald Traub, neuer Schiedsrichter, hat ein Auge auf die beiden. Foto: J. Fiedler.

Von Petra Neumann

MURRHARDT. Dieses Jahr fanden die Murrtalmeisterschaften im Sensenmähen unter einem in zweierlei Hinsicht besonderen Stern statt. Erstens musste von den Ausrichtern, den Murrtaler Sensenmähern, alles auf coronakompatible Rahmenbedingungen angepasst werden und zweitens galten die Wettkämpfe dem Andenken an Thomas Weiler, der im Frühjahr dieses Jahres kurz nach seinem 60. Geburtstag an eben diesem Virus gestorben ist. Deshalb wurde ihm zu Ehren der Thomas-Weiler-Preis ins Leben gerufen, der von nun an dem Gewinner des Wettbewerbs als Pokal winkt.

Für alle ist der plötzliche Tod des beliebten Agraringenieurs und stellvertretenden Amtsleiters an der Außenstelle des Rems-Murr-Landwirtschaftsamtes in Backnang für den Fachbereich Agrar, Struktur und Förderung bestürzend gewesen. Gerhard Rickert vom Murrhardter Göckelhof erinnerte in seiner Ansprache daran, dass er ihn 1995 noch ganz förmlich kennengelernt habe, doch bald habe sich eine sehr gute Freundschaft entwickelt. „Beim ersten Wettbewerb hat er noch Kühe gemolken, ein Jahr später bei den ersten Murrtalmeisterschaften mitgemäht und später als Moderator und Schiedsrichter mit Witz und Verstand jedes Jahr mitgemacht. Sein Tod ist für uns ein großer Schlag, und er würde bestimmt wollen, dass wir mit unserem Mähwettbewerb weitermachen“, unterstrich der Landwirt.

Auch der Dezernent für Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Vermessung des Rems-Murr-Kreises, Gerd Holzwarth, erinnerte in seiner Ansprache an das Berufsethos des Verstorbenen, der sich besonders um die Tierhaltung und die Beratung zu Stallbauten gekümmert hat. „Das Wohl der landwirtschaftlichen Familienbetriebe, ob im Haupt- oder Nebenerwerb tätig, lag ihm besonders am Herzen.“ Bürgermeister Armin Mößner, der später gegen Gerd Holzwarth antreten sollte, freute sich, dass trotz Corona endlich wieder ein Wettbewerb in kleinerem Zuschnitt stattfinden konnte, und zwar als Gedächtnisturnier für Thomas Weiler. „Er war mit Leib und Seele als Moderator und Schiedsrichter dabei, und das ist eine schöne Geste des Zusammenhalts in diesen Zeiten der Herausforderung“, betonte Mößner. Dieses Mal waren nur Freunde und Bekannte zu den merklich geschrumpften Meisterschaften eingeladen. Außer einer Kinder- und Jugendklasse, die ein Feld von 1,5 mal vier beziehungsweise drei mal sieben Meter zu sensen hatten, gab es keine weiteren Klassen und die Sensenblattlänge maß durchweg 90 Zentimeter für die Erwachsenen. Jeweils zwei Teilnehmer eines Teams traten an, deren Ergebnisse für die allgemeine Klasse zwar zusammengezählt wurden, jedoch auch als Einzelwertung Gewicht hatten.

Auch die Kriterien waren anders. Es kam nicht schwerpunktmäßig auf die Schnelligkeit an, sondern auch auf die Ablage der Mahd selbst. Aus diesem Grund hatten auch langsame, aber sorgfältige Schnitter große Chancen. Neben dem Wettkampf zwischen Armin Mößner und Gerd Holzwarth gab es noch ein Mähen für jedermann und ein Spaßmähen, das ähnlich eines Staffellaufes gehandhabt wurde. Die drei Teilnehmer eines Teams mussten jeweils drei Meter eines neun Meter langen Feldes mähen, die Sense ablegen, nach vorne laufen und abklatschen, damit der Kollege weitermachen konnte.

Der neue Schiedsrichter, Harald Traub, der seine Feuertaufe mit Bravour meisterte, gab auch das Signal: „An die Sense, fertig, los!“ Wer damit liebäugelte, die Begrenzungsschnur durchzusäbeln, dem wurde eine Runde Freigetränk angedroht, sodass keiner auf dumme Gedanken kam. Die Herren aus Rathaus und Kreisamt hielten sich wacker, Armin Mößner legte mit viel Power los und war auch schneller als sein Konkurrent fertig. Ein Zuschauer rief: „Der macht’s gut, der macht’s gut.“ Aber auch die anderen Teilnehmer, egal ob jung oder alt, männlich oder weiblich, waren mit Feuereifer dabei und gaben ihr Bestes. Die zwei Buben der Kinderklasse kämpften unter dem mitfiebernden Blick der Großväter. Die jüngeren Teilnehmer gingen mehr in die Knie, die Älteren arbeiteten mit mehr Taktik, aber allen war anzumerken, dass für sie das Sensenmähen auch eine Lebensphilosophie ist.

Die Gewinner

Bei der Kinderklasse hat Mailo Rickert gewonnen, in der Jugendklasse Lenny Rickert.

Bei der Murrtalmeisterschaft hat das Team Schanzenstürmer mit Ingo Thalacker und Nico Butzer den ersten Platz gemacht. Den zweiten Platz hat sich das Team Südtiroler mit Karl Villgratner und Gerhard Rickert geholt und das Team Pfullinger mit Katrin und Jörg Schwille hat sich den dritten Platz geholt.

Beim Jedermann-Mähen hatte Christian Läpple die Nase vorn, gefolgt von Helmut Läpple auf Platz zwei und Suse Enchelmayer-Kieser auf Platz drei.

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Erstellt:
22. September 2020, 06:00 Uhr

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