Konjunktur

Iran-Krieg treibt Inflationsrate im Euroraum auf 3,0 Prozent

Die Kämpfe im Nahen Osten lassen die Preise in der Eurozone kräftig steigen. Vor allem Energie verteuert sich rasant. Das setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck.

Der Ölpreisschock treibt die Inflation im Euroraum. (Symbolbild)

© Nic Coury/AP/dpa

Der Ölpreisschock treibt die Inflation im Euroraum. (Symbolbild)

Von dpa

Luxemburg - Mit dem Ölpreisschock im Zuge des Iran-Krieges hat die Inflation in der Eurozone im April kräftig zugelegt. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,0 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Als Inflationstreiber erweist sich Energie, die sich im April um satte 10,9 Prozent verteuerte. Schon im März war die Inflationsrate auf 2,6 Prozent geklettert.

Der Preisschub setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck, die mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent anstrebt und ihre Zinsentscheidung heute um 14.15 Uhr bekannt gibt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat wiederholt betont, dass die Zentralbank bereit sei zu handeln, wenn es die Lage erfordert.

Experten erwarten aber, dass die EZB den für Sparer und Banken wichtigen Einlagenzins bei 2,0 Prozent zunächst belässt und weitere Daten abwartet, um sich einen besseren Überblick über die ökonomischen Folgen des Kriegs zu verschaffen.

Ohne die stark gestiegenen Energiepreise sei die Inflation im April zwar gefallen, analysierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Aber die EZB sollte sich nicht in falsche Sicherheit wiegen." Umfragen zeigten, dass die Unternehmen die höheren Energiepreise rasch an die Verbraucher weitergeben würden. "Die EZB wird nicht um eine Zinserhöhung herumkommen, auch wenn sie sie wohl erst auf der Sitzung im Juni beschließen dürfte."

Der Inflationsschub wegen des Iran-Kriegs alarmiert die EZB. (Symbolbild)

© Michael Brandt/dpa

Der Inflationsschub wegen des Iran-Kriegs alarmiert die EZB. (Symbolbild)

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Erstellt:
30. April 2026, 11:58 Uhr

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