Verdacht auf Folter

Italienische Justiz ermittelt gegen israelischen Minister

Mitte Mai stoppte Israel eine Flotte von Aktivisten, die auf dem Weg in den Gazastreifen waren. Israels Polizeiminister veröffentlichte anschließend ein Video, das für Empörung sorgte.

Italienische Justiz leitet Verfahren gegen Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir ein (Archivfoto).

© dpa/Ohad Zwigenberg

Italienische Justiz leitet Verfahren gegen Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir ein (Archivfoto).

Von red/dpa

Wegen des Umgangs mit festgenommenen Gaza-Aktivisten Mitte Mai hat die italienische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft Rom teilte am Abend mit, dass der Minister offiziell als Verdächtiger geführt werde. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts auf Folter und Freiheitsberaubung. Die Behörden in Israel wurden um Mithilfe gebeten. 

Israel hatte Mitte Mai in internationalen Gewässern nahe Zypern eine aus mehr als 50 Booten bestehende Hilfsflotte gestoppt, die auf dem Weg in den Gazastreifen war. Damit wollten mehr als 400 Aktivisten, darunter auch Italiener, die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Ben-Gvir verbreitete anschließend ein Video, das festgenommene Aktivisten in demütigender Weise zeigte. Das sorgte international für Empörung. 

Ben-Gvir reagierte am Abend auf die Neuigkeiten aus Italien knapp: „Das Land des Stiefels wurde zum Land der Flipflops“, schrieb er auf der Plattform X. 

In Frankreich wird wegen des Vorgehens gegen die Aktivisten ebenfalls bereits ermittelt. Zudem wurde von Paris gegen Ben-Gvir bereits ein Einreiseverbot verhängt.

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Erstellt:
8. Juni 2026, 23:38 Uhr

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