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Jede Jahreszeit hält Spannendes bereit

Katja Goll legt mit „Naturwege“ einen Band mit 20 Tourenvorschlägen in die Naturräume Baden-Württembergs vor. Als Leitfaden dienen die Jahreszeiten, um die Schätze von Flora und Fauna in allen Facetten zu erleben. Auch Murrhardt liegt auf der Strecke einer Tour.

Auf einer mehrtägigen Radtour, die von Karlsruhe nach Gaildorf führt, kommen die Ausflügler in Murrhardt vorbei. Die Autorin Katja Goll empfiehlt, doch mal beim Naturparkzentrum in der Stadt vorbeizuschauen. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Auf einer mehrtägigen Radtour, die von Karlsruhe nach Gaildorf führt, kommen die Ausflügler in Murrhardt vorbei. Die Autorin Katja Goll empfiehlt, doch mal beim Naturparkzentrum in der Stadt vorbeizuschauen. Foto: J. Fiedler

Von Christine Schick

Ludwigsburg/Murrhardt. Das knapp 250 Seiten starke Büchlein ist im Ludwigsburger Verlag Ungeheuer+Ulmer erschienen. Insofern bilden Ludwigsburg und die Region einen Schwerpunkt bei den Touren, aber eine Reihe von Vorschlägen ist auch in ganz anderen Gebieten angesiedelt. Die Autorin Katja Goll möchte den Blick auf Landschaften, Pflanzen und Tiere lenken, und so ist das Konzept, jeweils fünf Entdeckungstouren für jede Jahreszeit bereitzuhalten, sehr stimmig. Die Vielseitigkeit der Erkundungsmöglichkeiten wird auch auf einer weiteren Ebene aufgenommen: Die Vorschläge beschränken sich nicht auf klassische Wanderungen, sondern nehmen auch mal einen Spaziergang, eine Fahrrad- und Kanutour in den Blick beziehungsweise kombinieren verschiedene Formen. Bestandteil der Vorschläge sind außerdem Beobachtungstipps, Hinweise zu Naturlehrpfaden und Infozentren oder Besonderheiten an der Strecke. Eine Kennzeichnung mit Symbolen, anhand derer sich die Touren in Landschaftsformen und ihren besonderen Möglichkeiten einordnen lassen, sowie eine komprimierte Inforubrik zum Schluss rund um An- und Rückfahrt, Rast- und Einkehrmöglichkeiten, Tipps, eine Variante sowie Wissenswertes runden die Beschreibung der Streifzüge ab.

Wer sich alle 20 Vorschläge vornimmt, kommt im Herbst, der ja nun bald ins Haus steht, unter anderem auch durch beziehungsweise nach Murrhardt. Unter dem Titel „Herbstfarben“ hat Katja Goller eine Radwandertour in vier Etappen zusammengestellt, die von Karlsruhe nach Gaildorf führt und 168 Kilometer sowie rund 1000 Höhenmeter umfasst.

Das Motto der Radtour über Murrhardt ist „Herbstfarben statt Novemberblues“

Für sie machen die stillen Landschaften mit Fahrten entlang des Stromberg-Murrtal-Radwegs durch bunte Laubwälder, Weinberge und Obstbaumwiesen einen besonderen Reiz aus. „,Herbstfarben statt Novemberblues‘ ist das Motto dieser späten Radwandertour. Und keine Angst vor Kälte: Die Topografie sorgt für Wärme von innen“, heißt es in der Einleitung der Beschreibung. Die erste Etappe verläuft von Karlsruhe nach Maulbronn. Zu Beginn geht es nach Durlach und entlang der Pfinz vorbei an Obstbaumwiesen, Schaf- und Ziegenweiden und später bergauf bis Bauschlott. Weiter führt die Strecke durch Königsbach, Stein und vorbei an Kleinvillars zum Kloster Maulbronn und seinem Aalkistensee.

Katja Goll macht deutlich, dass die Anlage nicht nur eines der am besten erhaltenen Klöster in Europa und Unesco-Weltkulturerbe ist, sondern die Zisterziensermönche auch die Landschaft geprägt haben. Es gibt eine Reihe von Stauseen, die damals für die Fischzucht wichtig waren, Gärten und Felder wurden angelegt, Weinberge, Terrassen sowie Steinbrüche. Nebenbei erfährt der Leser auch etwas zum Maulbronner Sandstein sowie zum Namen des Aalkistensees. Zu Letzterem: „Die Mönche bewahrten gefangene Fische (oft Aale) lebend in Holzkisten im Wasser auf. Erst, wenn es zur Verwertung kam, wurden die Fische entnommen. Daher der Name des Sees.“ Die zweite Etappe führt von Maulbronn nach Ludwigsburg. Wäre es Sommer, ließe sich auf dem Weg nach Vaihingen an der Enz ein Abstecher zu Badeseen machen, so geht es aber weiter entlang von Streuobstwiesen und Weinbergen. Dass man dort Hütehunden begegnen kann, die auf Hühner achtgeben, gehört genauso zur Streckenbeschreibung wie die Feststellung, dass sich Herbstblumen und Kürbisse in ihren leuchtenden Farben zeigen. Nach Vaihingen geht es an Großsachsenheim vorbei über Bietigheim, Großingersheim und Freiberg am Neckar, zwischen Beihingen und Benningen wird die Neckarseite gewechselt. Weitere Stationen sind Marbach am Neckar und Hoheneck sowie schließlich Ludwigsburg. Katja Goll empfiehlt, unterwegs am geologischen Lehrpfad Station zu machen. Unter anderem erfährt man dort von den Keupergesteinen, die auch den Murrhardter Wald prägen.

Die Ludwigsburger Zugwiesen sind ein Leckerbissen für Naturbeobachter

Auf der dritten Etappe führt der Weg von der Barockstadt nach Murrhardt. Ein besonderer Leckerbissen für Naturbeobachter ist das Gebiet der Zugwiesen, das als Auenlandschaft am Neckar geschaffen wurde und zahlreichen Tieren und Pflanzen Lebensraum bietet und dem Katja Goll am Ende des Buches noch mal eine Bildergalerie aufgeteilt nach den Jahreszeiten widmet. Der Ausflügler wechselt vom Neckar zur Murr, gelangt nach Kirchberg an der Murr und ins Murrtal, wo es an einer Teilstrecke ziemlich steil wird und für die Autorin ein Absteigen und Schieben völlig in Ordnung geht. Von Burgstall, Erbstetten geht es nach Backnang und weiter auf dem Murrhardter Sträßchen über Oppenweiler und Sulzbach nach Murrhardt. Dort legt sie den Besuchern das Naturparkzentrum ans Herz. Neben der Ausstellung im Haus, die viel Wissen um die Naturschätze der Region versammelt, sind für sie auch die Hörschbachwasserfälle einen Abstecher (zu Fuß) wert.

Die abschließende vierte Etappe verläuft von der Walterichstadt nach Gaildorf. Die Radwanderer sind über Fornsbach und den Waldsee nach Fichtenberg bis zum Ziel unterwegs. Allerdings sagt Katja Goll auch: „Der Stromberg-Murrtal-Radwerg verläuft über weite Teile abwechslungsreich, naturnah sowie mit vielfältigen Aktivitätsmöglichkeiten und lässt Radler mit guter Streckenführung so richtig in die Landschaft eintauchen. Wer nicht auf einem der Anschlussradwege weiterradeln möchte, verpasst allerdings nicht allzu viel, wenn die Tour in Murrhardt oder Fichtenberg beendet wird“ – und empfiehlt als Alternative besagten Wasserfallausflug.

Vom Stadtspaziergang bis zur Kanu- und Radtour

Das Buch „Naturwege. 20 Ausflüge ins Grün der Region Ludwigsburg und die Naturräume im Land“ von Katja Goll ist im Verlag Ungeheuer+Ulmer erschienen und kostet 14,90 Euro. Der Band mit der ISBN 978-3-946061-41-0 ist reich bebildert, enthält kartografische Tourenverläufe, Höhenprofile und Hintergrundwissen zur Natur am Wegesrand.

Streifzüge im Frühling „Zeugenberg im Frühlingswald“ – Fahrradtour oder Wanderung von Ludwigsburg nach Hoheneck (1), „Streuobstrunde“ – Wanderung oder Fahrradtour bei Asperg (2), „Wildtierleben“ – Spaziergang bei Möglingen (3), „Neckartraum und Vogelparadies“ – Radtour und Wanderung von Ludwigsburg über Hoheneck nach Ingersheim (4), „Rundblicke“ – Rundwanderung bei Reutlingen (5).

Streifzüge im Sommer „Fluss und Fels“ – Radtour und Wanderung bei Ludwigsburg (6), „Wald, Wasser und Wildkatzen“ – Fahrradtour von Wahlheim über Zaberfeld nach Lauffen (7), „Stadtnatur I“ – Rundtour in Ludwigsburg (8), „Bannwald und Bachgeplätscher“ – Rundwanderung bei Markgröningen (9), „Vulkanlandschaft“ – Wanderung von Schopfloch nach Hepsisau (10).

Streifzüge im Herbst „Flussgeflüster“ – Kanutour und Wanderung von Weinstadt über Endersbach nach Neckarrems (11), „Waldluft“ – Wanderung von Tübingen nach Bebenhausen (12), „Hochgefühl“ – Rundwanderung bei Mundelsheim (13), „Erntedank und Hofleben“ – Radtour bei Ludwigsburg (14), „Herbstfarben“ – Fahrradtour in vier Etappen von Karlsruhe nach Gaildorf (15).

Streifzüge im Winter „Winterzauber im Moor“ – Schlittenwanderung von Kaltenbronn nach Bad Wildbad (16), „Stadtnatur II“ – Stadtspaziergang in Ludwigsburg (17), „Winternacht im Schäferwagen“ – Wochenendausflug bei Münsingen (18), „Löwentor und Rosenstein“ Radrunde bei Ludwigsburg (19), „Wintermorgen am Neckar“ – Spaziergang bei Ludwigsburg (20).

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Erstellt:
10. September 2021, 06:00 Uhr

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