Glatteis

Kann man Kochsalz zum Streuen nehmen?

Tagelang gibt es Dauerfrost, dann regnet es und der Weg wird zur Eisbahn. Streusalz hat man aber nicht im Haus. Wäre normales Kochsalz eine Alternative?

Bevor man zu Salz greift, sollte man sich informieren, ob das in der Kommune erlaubt ist.

© imago images/Rene Traut

Bevor man zu Salz greift, sollte man sich informieren, ob das in der Kommune erlaubt ist.

Von Susan Jörges, Michael Maier

Der Boden ist gefroren und Schnee oder Regen verwandelt den Weg in eine gefährliche Rutschbahn - die schwäbische Kehrwoche spielt nun eine besondere Rolle. Wer kein Streumaterial im Haus hat, fragt sich unweigerlich: Kann ich in diesem Fall auch normales Speisesalz streuen?

Streusalz und Speisesalz ähneln sich sehr. Denn Streusalz besteht zu knapp 94 Prozent aus herkömmlichem Kochsalz, also Speisesalz. Es spricht also nichts dagegen, dieses zum Streuen zu verwenden.

Streusalz zu nutzen, ist aber deutlich effektiver, denn es enthält auftauende Komponenten wie Calciumchlorid, Magnesiumchlorid und Kaliumchlorid, die das Eis auf der Straße schneller schmelzen lassen. Diese Inhaltsstoffe machen das Streusalz für die Verwendung in der Küche übrigens ungenießbar. Aber egal, welche Variante man wählt: Salz hat nur eine auftauende Wirkung, wenn der Untergrund, also das Eis oder der Schnee, nicht komplett trocken ist.

Kein Streusalzverbot bei Blitzeis

Geld spart man mit Speisesalz zum Streuen übrigens nicht. Denn Speisesalz kostet deutlich mehr. Ein Kilo Speisesalz liegt bei etwa 1,50 Euro, die gleiche Menge Streusalz gibt es ab 0,25 Euro.

Bevor man zum Salzeimer greift, lohnt sich ein Blick in die kommunale Satzung. Denn Streusalz zu nutzen, ist in vielen Regionen – auch in Stuttgart – verboten, da das Salz den umliegenden Bäume und Pflanzen, Tieren, Gewässern, Fahrzeugen und Bauwerken, insbesondere Beton, schadet. Das Verbot gilt jedoch nicht für Extremsituationen wie Blitzeis. 

Beim Streuen auf innerörtlichen Straßen mit Kanalisation fließt das Streusalz mit dem Schmelzwasser in das Kanalsystem ab. Über die Kläranlage gelangt es in Bäche oder Flüsse oder kann auch direkt mit Schmutzwasser in Oberflächengewässer eingeleitet werden. Laut Umweltbundesamt verursacht die Beseitigung der Schäden jährlich hohe Kosten.

Dieser Artikel erschien erstmals im Januar 2024 und wurde im Januar 2026 aktualisiert.

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Erstellt:
8. Januar 2026, 09:38 Uhr
Aktualisiert:
8. Januar 2026, 12:07 Uhr

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