Hendrik Wüst
Kanzlerkrise: „Ich möchte Ministerpräsident bleiben“
NRW-Regierungschef Wüst wird als Nachfolger von Kanzler Merz gehandelt. Bei einer Veranstaltung dementiert Wüst – für immer?
© Christoph Reichwein/dpa
Könnte ein Kanzlerwechsel der CDU etwas bringen? Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident des Landes NRW, im Gespräch.
„Wollen Sie Bundeskanzler werden?“ wurde der NRW-Ministerpräsident beim „Ständehaus-Treff“ der „Rheinischen Post“ (RP) in Düsseldorf gefragt. Doch bei der Frage aller Fragen an Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten lässt sich der häufig als „Reserve-Kanzler“ gehandelte CDU-Politiker Hendrik Wüst weiterhin nicht in die Karten schauen. „Ich möchte Ministerpräsident bleiben“, antwortete Wüst, der in sieben Monaten Landtagswahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland zu bestreiten hat. Aber „für immer?“, hakte RP-Chefredakteur Moritz Döbler nach. Wüsts vielsinnige Replik: „Soweit es geht.“
Geheimtreffen mit Wüst in der Wahlnacht?
Auch auf die Frage, ob er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), ähnlich wie die Christdemokraten in Sachsen-Anhalt, im Landtagswahlkampf verstecken würde, blieb Wüst eher wortkarg. Seine schwarz-grüne Landesregierung habe so viel Arbeit, dass er sich gerade einfach nicht mit Wahlkampf-Strategie beschäftige, sagte der Chef des mitgliederstärksten CDU-Landesverbands.
Zuletzt hatte sich die Kanzlerkrise um Friedrich Merz nochmals zugespitzt, nachdem die ARD von einem „Geheimtreffen“ der Ministerpräsidenten ohne den Bundeskanzler in der Wahlnacht berichtet hatte. Auch Baden-Württembergs CDU-Vorsitzender Manuel Hagel hatte laut dpa daran teilgenommen, obwohl er gar nicht Ministerpräsident ist. Es wurde darüber spekuliert, dass Wüst womöglich mit Kappe und Sneakern getarnt die Landesvertretung von Rheinland-Pfalz betreten hatte, um unerkannt zu bleiben. In der CDU-Fraktion im Bundestag wird am Dienstagnachmittag eine offene Aussprache erwartet, bei der es laut Medien auch um Personalfragen gehen könnte. Allerdings gilt ein kurzfristiger Kanzlertausch weiter als unwahrscheinlich.
Kanzler-Ambitionen von Hendrik Wüst?
Gesprächiger zeigte sich Hendrik Wüst indes beim Thema „Reiz des Politischen“. Er habe immer gerne Politik gemacht, erzählte Wüst. „Wir können die Dinge verändern – und zwar zum Guten.“ Als NRW-Verkehrsminister habe er gemerkt, „wie sehr es auf die Person da oben ankommt“. Einen Beitrag dazu zu leisten, etwas zu bewegen für das Land, motiviere ihn. „Das ist so.“
Er sei froh, Mitstreiter um sich zu haben, die ebenfalls die Erfahrung gemacht hätten, dass Einsatz und Anstrengung sich lohnten, unterstrich Wüst. „Das sind ja alles Leute, die könnten woanders mehr Freizeit haben, mehr Geld verdienen.“
