Spanien

Karte zeigt, wo das Zugunglück war

Bei einem schweren Zugunglück südlich von Madrid sind in der Provinz Toledo zwei Schnellzüge auf offener Strecke kollidiert.

Zusammenstoß zweier Züge in Spanien: Rettungskräfte sind am Unfallort einer Kollision zwischen zwei Zügen im Einsatz. Die Hochgeschwindigkeitszüge sind rund 130 Kilometer südlich von Madrid zusammengestoßen - es gibt Dutzende Tote.

© Manu Fernandez/AP/dpa

Zusammenstoß zweier Züge in Spanien: Rettungskräfte sind am Unfallort einer Kollision zwischen zwei Zügen im Einsatz. Die Hochgeschwindigkeitszüge sind rund 130 Kilometer südlich von Madrid zusammengestoßen - es gibt Dutzende Tote.

Von Lukas Böhl

Auf der spanischen Schnellfahrstrecke (LAV) Madrid–Andalusien ist es zu einer schweren Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge gekommen. Das Unglück ereignete sich im Gemeindegebiet von Urda in der zentralspanischen Provinz Toledo (Autonome Region Kastilien-La Mancha). Der genaue Unfallort liegt auf freier Strecke beim Kilometerpunkt 118 (PK 118) – etwa 150 Kilometer südlich von Madrid im Streckenabschnitt zwischen den Haltepunkten Mora/Orgaz und Urda.

Hintergrund und Hergang

Nach ersten Angaben des staatlichen Schieneninfrastrukturbetreibers Adif sowie der örtlichen Rettungsdienste befanden sich beide Einheiten auf der Fahrt Richtung Süden nach Andalusien. Im Bereich der Zufahrt zur Passage der Bahnstation Urda fuhr ein AVE-Passagierzug der staatlichen Eisenbahngesellschaft Renfe von hinten auf das Heck eines langsamer fahrenden bzw. auf freier Strecke stehenden Schnellzugs des privaten Betreibers Iryo auf.

Durch die Wucht des Zusammenstoßes entgleisten die hinteren Wagen des vorausfahrenden Zuges sowie die Triebkopfeinheit des nachfolgenden AVE. Rettungskräfte, Feuerwehr und Einheiten der Guardia Civil leiteten umgehend einen großangelegten Evakuierungs- und Hilfseinsatz an der schwer zugänglichen Trasse ein.

Mögliche Unfallursachen im Fokus der Ermittlungen

Spanischen Medienberichten zufolge ging dem Zusammenstoß eine technische Beeinträchtigung der Streckensicherung voraus. Im betroffenen Streckenabschnitt soll es kurz vor dem Vorfall zu einer Störung des automatischen Zugbeeinflussungs- und Zugsicherungssystems (LZB) gekommen sein. In solchen Fällen greifen Sicherheitsbestimmungen, die den Zügen das Fahren auf Sicht sowie eine manuelle Steuerung unter reduzierter Geschwindigkeit vorschreiben.

Die spanische Kommission zur Untersuchung von Eisenbahnunfällen (Comisión de Investigación de Accidentes Ferroviarios, CIAF) sowie die zuständigen Justizbehörden haben die Ermittlungen aufgenommen, um zu klären, weshalb das Sicherheitsprotokoll das Aufholen und die anschließende Kollision der beiden Züge auf demselben Gleis nicht verhindern konnte.

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Erstellt:
28. Oktober 2026, 13:53 Uhr

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