Probleme bei der Landtagswahl
Kein Ergebnis aus Schönaich – das ist der Grund
Ein Wahlbezirk der Gemeinde im Kreis Böblingen zählt mit Abstand am längsten aus und verzögert die Bekanntgabe des Endergebnisses. Woran es lag.
© Pia Bayer/dpa
In Schönaich musste alles noch einmal ausgezählt werden.
Von Jan Georg Plavec
Fast eine Stunde nach dem vorletzten Wahllokal hat am frühen Montagmorgen auch das Wahllokal „Kindergarten Hülbenäcker“ in Schönaich (Kreis Böblingen) das örtliche Ergebnis der Landtagswahl durchgegeben. Wegen der anschließenden Kontrolle durch die Kreis- und Landeswahlleitung konnte das Endergebnis der Landtagswahl daher erst weit nach Mitternacht verkündet werden.
Mit großem Abstand meldete der Schönaicher Ordnungsamtsleister Fabian Klaiber die Daten aus dem Wahllokal, es war der letzte von insgesamt 11.570 Wahlbezirken. Die folgende Grafik zeigt das Ergebnis der Zweitstimmen in Schönaich:
Der Grund: Man habe sich „schlicht und einfach verzählt, auf verschiedenen Ebenen“, so Klaiber. Unter anderem bei Erst- und Zweitstimmen hätten die im Wahllokal ermittelten Daten nicht gepasst, berichtet der Ordnungsamtsleiter. Er habe bei der Eingabe in die Wahlsoftware auf den ersten Blick gesehen, „dass da etwas nicht stimmen kann“. Die Plausibilitätsprüfung des Programms habe dann tatsächlich eine Fehlermeldung ausgegeben.
Seit sieben Uhr morgens mit der Wahl beschäftigt
Genaueres könne er nicht dazu sagen, so Klaiber. Nur zur Lösung des Problems: „Wir haben da für den frischen Blick nochmal ein anderes Wahlteam aus anderen Wahlvorständen zusammengestellt“, berichtet der Amtsleiter. So wurde alles noch einmal ausgezählt.
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Verzögerungen bei der Auszählung kommen immer wieder vor. Bei der Bundestagswahl 2021 traf es beispielsweise die Gemeinde Ebersbach/Fils. Der Ordnungsamtsleiter Fabian Klaiber selbst bewies am Wahlsonntag erstaunliche Ausdauer: Er sei seit Sonntagmorgen um sieben mit der Wahl beschäftigt gewesen, berichtete er gegen halb eins am Montagmorgen per Telefon – „aber natürlich mit Pausen“.
