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Kinderbetreuungsangebot wird erweitert

Der Murrhardter Gemeinderat gibt für die Kindergartenbedarfsplanung 2020/21 grünes Licht. Die Stadt übernimmt das Gebäude des Kindergartens Oetingerhaus und will dort künftig eine Krippe sowie Begleitung von Kleinkindern einrichten.

Nicht nur die Mächen und Jungen der evangelischen Kindergärten Klosterhof und Oetingerhaus werden sich freuen, wenn der Neubau für die künftige gemeinsame Einrichtung in einigen Wochen eröffnet werden kann (das Foto entstand beim Richtfest vor fast genau einem Jahr), sondern auch Eltern, die noch einen Betreuungsplatz brauchen. Das Oetingerhaus wird nach dem Umzug der Kinder von der Stadt übernommen, so können weitere Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Archivfoto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Nicht nur die Mächen und Jungen der evangelischen Kindergärten Klosterhof und Oetingerhaus werden sich freuen, wenn der Neubau für die künftige gemeinsame Einrichtung in einigen Wochen eröffnet werden kann (das Foto entstand beim Richtfest vor fast genau einem Jahr), sondern auch Eltern, die noch einen Betreuungsplatz brauchen. Das Oetingerhaus wird nach dem Umzug der Kinder von der Stadt übernommen, so können weitere Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Archivfoto: J. Fiedler

Von Elisabeth Klaper

MURRHARDT. „Wir tun alles Menschenmögliche, um die Bedarfe der Eltern zu erfüllen“, brachte Hauptamtsleiter Matthias Kircher das Ziel der Kinderbetreuungseinrichtungen der Walterichstadt und der Weiterentwicklung des Betreuungsangebots im Gemeinderat auf den Punkt. Wegen überdurchschnittlich hoher Geburtenzahlen seien mehr Betreuungsplätze notwendig. „Wir merken seit etwa zwei Jahren täglich, dass es wegen des hohen Bedarfs immer schwieriger wird, ausreichend Plätze zur Verfügung zu stellen“, stellte Bürgermeister Armin Mößner fest.

Deshalb erfolge die Übernahme des Oetingerhauses, bisher Sitz des zweiten evangelischen Kindergartens, in städtische Trägerschaft, wenn der Umzug in der Einrichtung in den Neubau des Kindergartens Klosterhof erfolgt ist, der in einigen Wochen eingeweiht werden kann. „Da wir dort eine Kinderkrippe einrichten und eine Kleinkindbetreuung anbieten können, wird die Situation in der Kernstadt deutlich entspannt“, verdeutlichte der Rathauschef. Nachdem Eltern in der Kernstadt die Mehrzahl der Ganztagsbetreuungen nachfragen, kann laut Kircher nun ein Großteil der Betreuungswünsche erfüllt und dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz nachgekommen werden.

Bisher hatte die Stadt nur in der Kurt-Hein-Kindertagesstätte auf der Alm eine Krippenbetreuung angeboten, auch war nur dort eine Ganztagsbetreuung möglich. Doch wegen Anfragen zur Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten auf der Alm sowie Krippenbetreuung in der Kernstadt solle beides ermöglicht werden. „Sobald die individuellen Belegungen und jeweiligen geänderten Betreuungswünsche bekannt sind, können wir nachsteuern“, so Kircher. In der Kurt-Hein-Kita sollen erst Kinder von der Alm, Hausen und Sägdöbel mit verlängerten Öffnungszeiten betreut werden, die Ganztagsbetreuung bleibt wie bisher allen zugänglich.

In Kirchenkirnberg muss die Betreuung neu strukturiert werden.

Der evangelische Kindergarten in Kirchenkirnberg hatte bisher dienstags und donnerstags eine flexible Nachmittagsbetreuung bis 17 Uhr angeboten. Doch laut dem Kommunalverband für Jugend und Soziales in Baden-Württemberg ist diese Angebotsform so nicht möglich. Da die bestehende Nachmittagsbetreuungsgruppe der Betriebserlaubnispflicht unterliegt, wurde deren Fortführung untersagt. Laut einer Umfrage des Trägers haben rund zehn Eltern Bedarf für die Nachmittagsbetreuung, deshalb soll dieses Angebot weiterbestehen. Um dem Elternbedarf gerecht zu werden, ist die Umwandlung der Betreuungsform in verlängerte Öffnungszeiten mit sechsstündiger oder 38-stündiger Ganztagsbetreuung für beide bestehende Gruppen erforderlich, ebenso der Einbau einer weiteren Kindertoilette sowie das Angebot eines Mittagessens.

Als Bemessungsgrundlage für den Elternbeitrag ist die Anzahl der Kinder unter 18 Jahren maßgeblich. Die Stadtverwaltung hält es indes für angemessen, den Personenkreis zu erweitern auf junge Erwachsene über 18 Jahre, die eine (Berufs-)Schule oder Universität besuchen, wofür als Nachweis eine Schul- oder Studienbescheinigung vorzulegen ist. Zudem sollte aufgrund gestiegener Kosten der Beitrag fürs Mittagessen von bisher 3 auf 3,50 Euro erhöht werden. Für das Kindergartenjahr 2020/21 ist eine Anpassung der Elternbeiträge vorgesehen, wobei die Stadt die von den Trägerverbänden vorgeschlagene Anhebung um 1,9 Prozent übernimmt.

Der Bedarf an pädagogischem Fachpersonal im Kindergarten Oetingerhaus bedingt Personalmehrkosten von rund 375000 Euro pro Jahr, hinzu kommen rund 12000 Euro pro Jahr für eine Reinigungskraft. Das Land fördert diese Kosten mit rund zwei Dritteln. Mit der Umwandlung der Betreuungsform im Kindergarten Kirchenkirnberg wird mit Mehraufwendungen für eine 60-Prozent-Betreuungskraft von 30000 Euro pro Jahr gerechnet, wovon die entfallenden Kosten von 10000 Euro für die flexible Nachmittagsbetreuung abzuziehen sind. Der Einbau einer weiteren Kindertoilette wird etwa 5000 Euro kosten.

Einhellig hoben die Fraktionssprecher das breit gefächerte und flexible Kinderbetreuungsangebot in der Walterichstadt hervor. Ihr Dank galt Erzieherinnen und Betreuungskräften für deren großes Engagement, gerade auch während der herausfordernden Coronapandemie. Sie bedauerten aber den mit etwa 20 Prozent nur geringen Rücklauf der Fragebögen zu den Kinderbetreuungsbedarfen. Martin Stierand (MDAL/Die Grünen) regte an, die Profile der jeweiligen Einrichtungen noch deutlicher herauszustellen, um den Eltern die Entscheidung zu erleichtern, und schlug verlängerte Öffnungszeiten im Waldkindergarten vor.

Das wäre zu überlegen und müsse der Gemeinderat festlegen, sagte Kircher. Die Sprachförderung stelle hohe Anforderungen wie eine spezielle Zusatzqualifikation, auch habe man Vertretungskräfte, die die Betreuung sicherstellen, beantwortete der Hauptamtsleiter Stierands Nachfragen. Elisabeth Zenker (SPD) forderte, mehr Geld zu investieren, um Fachpersonal zur Sprachförderung zu bekommen. Auf ihre Nachfrage bestätigte Andrea Mulansky, Gesamtleiterin und Fachberaterin der städtischen Kindergärten, dass die Kita „Murrtalzwerge“ der Arbeiterwohlfahrt als einzige schon Babys ab zwei Monaten betreut.

Als „kostspielige, aber wichtigste Pflichtaufgabe“ bezeichnete Georg Devrikis (CDU/FWV) die Kinderbetreuung. In Zukunft werde die Krippenbetreuung noch wichtiger, um Familie und Beruf auch durch Arbeit im Homeoffice noch besser vereinbaren zu können. „Man kann uns die Fragebögen auch per Mail zuschicken oder im Kindergarten abgeben, man muss sie nicht in den Rathausbriefkasten einwerfen“, stellte der Bürgermeister auf entsprechende Vorschläge klar. Unisono votierte das Stadtparlament für die Vorschläge der Stadtverwaltung. Mit der Übernahme des Kindergartens Oetingerhaus in städtische Trägerschaft ist die Einrichtung von zwei weiteren Kita-Gruppen verbunden, einer Krippengruppe für Kinder von einem bis drei Jahre und einer altersgemischten Gruppe. Die Eltern können wählen zwischen verlängerten Öffnungszeiten mit sechs oder sieben Betreuungsstunden sowie einer 50-Stunden-Ganztagsbetreuung. An der Kurt-Hein-Kindertagesstätte wird eine Ganztagsbetreuung eingeführt und zusätzlich die Möglichkeit einer Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten geschaffen für Kinder auf der Alm, in Hausen und Sägdöbel.

In der Kurt-Hein-Kindertagesstätte gibt es künftig Ganztagsbetreuung.

Die bisherige Betreuungsform für beide Gruppen im Kindergarten Kirchenkirnberg der dortigen evangelischen Kirchengemeinde mit verlängerten Öffnungszeiten wird umgewandelt mit der Möglichkeit zur Ganztagsbetreuung. Dazu beauftragte das Gremium die Stadtverwaltung, den bestehenden Kindergartenvertrag entsprechend anzupassen. Zudem stimmten die Stadträte der erforderlichen Erhöhung des Personalschlüssels sowie der Änderung der Kinderbetreuungsordnung mit Gebührenerhöhung zu.

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Erstellt:
20. Oktober 2020, 06:00 Uhr

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