Diskriminierung gegen Kunden

Klage gegen Lidl-App: Gericht entscheidet am 29. September

Die Verbraucherzentrale sieht in der Rabatt-App des Lebensmittelhändlers Lidl eine Diskriminierung einiger Kunden. Der Verband hat nun geklagt. Eine Entscheidung soll bald verkündet werden.

Nicht alle Menschen können die „Lidl Plus“-App nutzen. Die Verbraucherzentrale hatte deshalb Klage eingereicht.

© Philip Dulian/dpa

Nicht alle Menschen können die „Lidl Plus“-App nutzen. Die Verbraucherzentrale hatte deshalb Klage eingereicht.

Von dpa

Im Prozess um Rabatte auf der App des Lebensmittelhändlers Lidl hat das Oberlandesgericht in Brandenburg an der Havel am ersten Prozesstag keine Entscheidung gefällt. Ein Verkündungstermin sei aber für den 29. September anberaumt, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht in den Rabatt-Apps eine Diskriminierung und hat deshalb gegen den Discounter Lidl und dessen „Lidl Plus“-App geklagt.

Sie monieren, dass ältere, behinderte oder jüngere Menschen benachteiligt würden, da sie entsprechende Geräte oder Apps häufig nicht nutzen könnten oder dürften. Die Verbraucherschützer gingen deswegen auch gegen die Discounter Netto und Penny vor. Diese Klagen wurden jedoch unter anderem wegen fehlender Belege abgewiesen. Die Urteile sind bislang nicht rechtskräftig. Eine Revision wurde zugelassen. Nun muss sich der Bundesgerichtshof mit dem Thema befassen. Ein Verhandlungstermin steht bislang nicht fest.

Durch App Kaufverhalten besser analysieren

Lidl verteidigte die App. „Die kostenlose Lidl Plus-App ist ein freiwilliges, zusätzliches Angebot, mit dem unsere Kunden über die regulären Filialpreise hinaus von weiteren Preisvorteilen und digitalen Services profitieren können“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns nicht zu laufenden Gerichtsverfahren äußern.“

Für Händler und Kunden sind die Apps eine Art Tauschgeschäft. Angemeldete Kunden erhalten vielfach exklusive Vorteile. Im Gegenzug gewinnen die Händler – im besten Fall – treuere Kunden sowie deren Daten. So können sie das Kaufverhalten besser analysieren, die Zielgruppen gezielter ansprechen und womöglich auch Kaufentscheidungen beeinflussen. Händler wie Lidl und Rewe kennen ihre Kunden aus Sicht von Branchenexperten deshalb womöglich besser.

Zum Artikel

Erstellt:
16. September 2026, 05:54 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Diskriminierung gegen Kunden

Klage gegen Lidl-App: Gericht entscheidet am 29. September

Die Verbraucherzentrale sieht in der Rabatt-App des Lebensmittelhändlers Lidl eine Diskriminierung einiger Kunden. Der Verband hat nun geklagt. Eine Entscheidung soll bald verkündet werden.

Aktion in Neckarsulm

Nächste Sprechstunde – Audi-Betriebsrat sucht Austausch mit Mitarbeitern

Der Betriebsrat von Audi in Neckarsulm richtet am Montag, losgelöst vom bundesweiten Aktionstag der IG Metall, eine Veranstaltung aus. Das ist geplant.

Tarifabschluss in Baden-Württemberg

Fünf Prozent mehr Lohn im Einzelhandel

Verdi und der Handelsverband in Baden-Württemberg sehen für die nächsten zwei Jahre eine moderate Erhöhung der Einkommen vor. Doch ein Teil der Beschäftigten hat das Nachsehen.