Kommentar: Hagel baut Brücken zu den Grünen

Kommentar: Hagel baut Brücken zu den Grünen

Von Ulrike Bäuerlein

War da was? Gemessen an der Gefühlslage beim Parteitag hat die Südwest-CDU zwar bei der Wahl den Ministerpräsidenten-Posten verpasst, aber die Koalitionsverhandlungen auf breiter Front gewonnen. Von grünen Schlammschlachten rund um Rehaugen war am Samstag jedenfalls keine Rede mehr. Stattdessen herrschten gute Laune und, tatsächlich, Zufriedenheit. Mit dem ausverhandelten Vertragswerk wähnt man sich mehr als auf Augenhöhe mit den Grünen.

Dass man vor allem bei den CDU-Kernthemen schnelle Wirtschaftsentlastung, Polizei, Sicherheit und Migration punkten und den Grünen Inhalte abringen konnte, verbucht die CDU als Erfolg. Das macht vieles wett. Zumal Manuel Hagel als künftiger Vize-Regierungschef das Innenministerium zu einem CDU-Machtzentrum neben dem grün geführten Staatsministerium Özdemirs machen kann.

Auf den ersten Blick birgt Hagels Personal für die Ministerien Überraschungen. Auf den zweiten aber bringen alle Besetzungen große politische Erfahrungen und Kompetenzen mit. Und es werden Brücken gebaut: Die Besetzung des Kultusministeriums mit Andreas Jung ist nicht hoch genug zu gewichten. Hagels Personaltableau ist in mancher Hinsicht ein Neustart, hin zu einer schwarz-grünen CDU, die trotz allem ihre Wurzeln nicht vergisst. Ein Signal, das Richtung Bund, aber auch bereits Richtung Landtagswahl 2031 weist. Die CDU blickt nach vorn.

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Erstellt:
10. Mai 2026, 22:18 Uhr
Aktualisiert:
10. Mai 2026, 23:57 Uhr

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