Fußball-Regionalliga Südwest

Kunstschütze Petö stellt Weichen für Sieg des SGV Heilbronn-Freiberg

Mit einem souveränen 4:1 beim FSV Frankfurt rückt der SGV in der Regionalliga auf Platz zwei vor. FSV-Trainer Kleinhenz übt heftige Kritik an seinem Team.

Leon Petö und seine Mitspieler bejubeln die sehenswerte 1:0-Führung.

© Imago/Beautififul Sports/Gawlik

Leon Petö und seine Mitspieler bejubeln die sehenswerte 1:0-Führung.

Es war einiges los rund um das Stadion am Bornheimer Hang und beim Duell zwischen dem FSV Frankfurt und dem SGV Heilbronn-Freiberg, das unter dem besonderen Spieltagsmotto „Herzsicher“ mit mehreren Aktionen stand. Während unmittelbar neben dem Stadion rund 25.000 Menschen im Rahmen der friedlichen Iran-Demos in Frankfurt eine Kundgebung abhielten, demonstrierte der SGV Heilbronn-Freiberg vor ziemlich genau 1000 Zuschauern seine Klasse und feierte nach zuletzt zwei Remis einen 4:1-Erfolg über den chancenlosen FSV. Durch die Niederlage des Kurzzeit-Tabellenführers VfR Aalen (3:4 gegen Kassel) rückte der SGV auf Platz zwei hinter dem neuen Spitzenreiter VfR Mannheim vor.

Die Gäste verteidigten bis auf wenige Ausnahmen konsequent, spielten ballsicher und geduldig nach vorn und nutzten effizient ihre Chancen. Bis auf die letzten 20 Minuten, da hätten sie das Ergebnis noch deutlich ausbauen können. „Wir haben nach zwei turbulenten Wochen mit nur zwei Unentschieden Dinge umgesetzt, die wir unter der Woche angesprochen haben. Es freut mich sehr, zu was die Jungs in der Lage sind, wenn sie die Dinge konsequent umsetzen“, lobte SGV-Trainer Kushtrim Lushtaku sein Team.

Der 37-Jährige hatte in der Startelf eine Überraschung parat, in dem er Innenverteidiger Scott Kennedy auf die linke defensive Außenbahn positionierte. Zunächst mussten die Gäste allerdings eine Schrecksekunde überstehen, als der pfeilschnelle Frankfurter Ismail Harnafi nach einem weiten Abschlag des Torhüters frei vor dem SGV-Tor aufgetaucht, aber an Schlussmann Benedikt Grawe gescheitert war (1.).

Eckballvariante kurz zuvor eistudiert

Dieses Stilmittel des FSV unterbanden sie danach konsequent und übernahmen das Kommando. Mit einem Traumtor brachte Leon Petö den SGV in Führung. Nach einem Fehlpass eines Innenverteidigers nahm Petö Maß und hämmerte die Kugel aus 25 Metern Entfernung in den oberen Torwinkel (16.). „Einfach mal aufs Tor schießen, das haben wir zuletzt nicht so oft gemacht. Wir tun so viel für das Spiel, da freut es einen einfach, wenn so ein Traumtor gelingt“, meinte der 24-Jährige.

Gefreut hat sich Trainer Lushtaku auch über das Tor zum 2:0, das Justin Steinkötter per Kopf am kurzen Pfosten nach einer Ecke von Marius Köhl erzielt hatte (23.): „Die Eckballvariante haben wir noch am Freitag einstudiert.“

Froh war der SGV-Coach, dass der Halbzeitpfiff die stärkste Phase der Gastgeber unterbrach: „Da hatte Frankfurt das Momentum.“ Das hatten sie zum Anschlusstreffer genutzt, als Keeper Grawe Harnafi flache Hereingabe von rechts verfehlt und Cas Peters die Chance genutzt hatte (45.). Der musikalische Lohn folgte wie bei jedem Heimtreffer des Niederländers über die Stadionlautsprecher mit dem Ohrwurm „Tulpen aus Amsterdam“.

Artistische Vorlage zum 3:1

Das „Momentum“ konnten die Hessen nicht in die zweite Hälfte mitnehmen. Mit einer famosen Einzelleistung bereitete Gwang-in Lee, dessen Schuss Minuten zuvor Doktorczyk von der Torlinie geschlagen hatte, das 3:1 vor. Über Steinkötters artistische Vorlage kam der Ball zu Marshall Faleu, der die Kugel ins Tor grätschte (61.).

„Für das, was danach passiert ist, muss ich mich entschuldigen. Das war katastrophal, das war ohne Haltung und ohne Körpersprache und Kommunikation. Es waren definitiv einige Spieler auf dem Platz, die es an diesem Tag nicht verdient hatten, das FSV-Trikot zu tragen“, beschrieb hinterher FSV-Coach Kleinhenz bitter enttäuscht die Nicht-Leistung seiner Elf.

Mit einer eleganten Kopfballvorlage bereitete Marius Köhl den Weg für Petö, der aus 20 Metern erneut Maß nahm und per Aufsetzer auf 4:1 erhöhte (67.). Torhüter Becker lenkte den Ball noch an den Innenpfosten, von dort sprang er aber ins Tor. Einziges Manko bei den Gästen: Sie ließen danach zahlreiche Chancen liegen.

Der SGV, hier mit Tino Bradara (links), hält sich den FSV Frankfurt im Topspiel vom Leib.

© Imago/Beautiful Sports/Gawlik

Der SGV, hier mit Tino Bradara (links), hält sich den FSV Frankfurt im Topspiel vom Leib.

Zum Artikel

Erstellt:
8. November 2026, 11:30 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Fußball Landesliga

Der TSV Heimerdingen fällt auseinander und geht mit 0:4 unter

Der Fußball-Landesligist verliert sein Heimspiel gegen den TSV Ilshofen deutlich. Die ersten drei Tore fallen innerhalb von acht Minuten. „Unterirdisch“, schimpft Trainer Andreas Broß.