Französische Rechtspopulistin verurteilt

Le Pen: Millionen Franzosen um ihre Kandidatin betrogen

Frankreichs Rechte Le Pen stellt sich als Opfer eines politischen Urteils dar. Sie solle als Präsidentschaftskandidatin eliminiert werden, glaubt sie - und stellt einen provokanten Vergleich an.

Marine Le Pen wurde am Montag wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder verurteilt.

© AP/Thibault Camus

Marine Le Pen wurde am Montag wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder verurteilt.

Von red/dpa

Frankreichs Rechtsnationale Marine Le Pen sieht sich nach dem Schuldspruch wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder als Opfer eines politischen Urteils. „Heute Abend gibt es Millionen von Franzosen, die empört sind, und zwar in einem unvorstellbaren Ausmaß empört sind, wenn sie sehen, dass in Frankreich, dem Land der Menschenrechte, Richter Praktiken eingeführt haben, von denen man dachte, sie seien autoritären Regimen vorbehalten“, sagte Le Pen am Abend dem Sender TF1.

Im Grunde habe die Richterin ihr verkündet: „Ich werde Sie sofort unwählbar machen, und ich tue dies, um zu verhindern, dass Sie zur Präsidentin der Republik gewählt werden können. Wenn das keine politische Entscheidung ist, weiß ich es auch nicht.“ 

Die Rechtsstaatlichkeit ist aus Sicht Le Pens durch das Urteil gegen sie vollständig verletzt worden. Millionen von Franzosen seien durch eine Richterin in erster Instanz der Kandidatin beraubt worden, die aktuell Favoritin für die Präsidentschaftswahlen 2027 sei.

Als Teil der Strafe hatte das Gericht gegen Le Pen in der Affäre um Scheinbeschäftigung von Assistenten im EU-Parlament mit sofortiger Wirkung ein auf fünf Jahre befristetes Verbot verhängt, bei Wahlen antreten zu können. 

Le Pen will so schnell wie möglich Berufung einlegen, aber die Chancen sind gering, dass es in höherer Instanz einen Entscheid rechtzeitig vor der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 gibt.

Zum Artikel

Erstellt:
31. März 2025, 22:16 Uhr
Aktualisiert:
1. April 2025, 10:20 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Täter auf der Flucht

Auto fährt in Menschengruppe – Polizei schießt auf Wagen

Ein Auto fährt nahe Hannover in eine Gruppe, mehrere Menschen werden teils schwer verletzt. Die Polizei schießt auf das Auto, der oder die Täter flüchten zu Fuß.

über Künstliche Intelligenz

Wir brauchen den „Kill Switch“

Bisher wird Künstliche Intelligenz praktisch ohne Regeln und Kontrolle in die Welt gebracht. Diesen Irrsinn dürfen wir nicht länger dulden, kommentiert Rainer Pörtner.

Neuer Rekord

Noch nie waren US-Zwischenwahlen so teuer

Finanziell stellt der aktuelle Wahlkampf in den USA sogar die Präsidentschaftswahlen in den Schatten: Erstmals wurde die Zehn-Milliarden-Dollar-Grenze geknackt.