Kreis Reutlingen

Höhlendrama auf der Alb - Leiche von Wanderer geborgen

Ein Ausflug in die Falkensteiner Höhle endet tragisch: Ein Mann stirbt, der Rettungseinsatz ist beschwerlich. Erst Stunden nach der Aktion verlassen die letzten Einsatzkräfte die Höhle.

Die Bergwacht war im Einsatz.

© Marius Bulling/dpa/Marius Bulling

Die Bergwacht war im Einsatz.

Von red/dpa

Nach einer aufwändigen Rettungsaktion haben Einsatzkräfte die Leiche eines Mannes aus den Tiefen der Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb geborgen. Die Bergung sei gegen 21 Uhr abgeschlossen gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Die Gruppe und die Tourguides, mit denen der Mann am Feiertag unterwegs war, hatten die Höhle bereits zuvor verlassen. Der Mann war nach Polizeiangaben wegen eines medizinischen Vorfalls in der schwer zugänglichen Höhle gestorben. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war die Gruppe nach Angaben des Bürgermeisters der Gemeinde Grabenstetten, Patrick Docimo, bereits rund 1.300 Meter tief in die Höhle geklettert.

Bergwacht und Rettungsdienst waren nach dem Notruf mit Spezialkräften im Einsatz. Allerdings gestaltete sich die Versorgung des Mannes schwierig. Die Höhle in Grabenstetten ist nur zu Fuß über unwegsames Gelände zu erreichen. Allein der Weg zum Patienten soll etwa eineinhalb Stunden in Anspruch genommen haben. Teilweise müssen in der Höhle Höhenunterschiede von mehreren Metern überwunden werden. Im Innern gibt es zudem keinen Funkempfang.

Beliebte Höhle auf der Schwäbischen Alb

Nach Angaben des Bürgermeisters bestand die Gruppe aus sechs Besuchern und drei Tour-Guides. Kontakt hatten die Einsatzkräfte lediglich mit einem der Guides, der auch gegen 10.30 Uhr den Notruf abgesetzt hatte.

Die Schwäbische Alb ist für ihre Höhlen bekannt - die Falkensteiner Höhle ist dabei besonders beliebt. Der Eingang wirkt wie ein Schlund in einer Wand aus Stein, im kilometerweiten Innern ist es stockdunkel, verwinkelt und nass. Denn die Höhle ist eine „aktive Wasserhöhle“, aus der der Fluss Elsach ins Freie entspringt.

Seit 2018 ist der Zugang zur Falkensteiner Höhle wegen der Gefahr plötzlicher Hochwasser offiziell verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung der Gemeinde Grabenstetten möglich.

Spektakuläre Rettung vor einigen Jahren

Laut Stadtverwaltung handelt es sich um eine sogenannte wilde Höhle. Sie ist nicht das erste Mal Schauplatz eines großen Rettungseinsatzes. Zuletzt waren im vergangenen Mai zwei Männer vom Wasser überrascht und eingeschlossen worden.

Für bundesweite Schlagzeilen sorgte eine Rettungsaktion in der Höhle vor sieben Jahren. Im Sommer 2019 waren ein Führer und sein Kunde aus der Höhle gerettet worden. Nach starken Regenfällen saßen sie etwa 650 Meter vom Höhleneingang entfernt fest, weil der Rückweg durch den starken Wasseranstieg in der Höhle versperrt war. Erst nach 24 Stunden konnten sie aus der Höhle gebracht werden.

Um eine Genehmigung zum Betreten der Höhle zu erhalten, müssten Höhlengänger nachweisen, dass sie selbst oder der Touranbieter eine Versicherung haben, die Bergungskosten übernehme, sagte der Rathauschef. Die Gemeinde habe eine entsprechende Verordnung nach der Rettung eines Mannes aus der Falkensteiner Höhle im Jahr 2015 eingeführt.

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Erstellt:
2. Mai 2026, 09:10 Uhr
Aktualisiert:
2. Mai 2026, 12:11 Uhr

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