Schülerproteste in Frankreich

Macron empört über pikantes Schülerplakat in TV-Nachrichten

Schüler demonstrieren mit provokanten Sprüchen – Macron reagiert auf ein Plakat mit persönlicher Note. Wie France Télévisions mit dem Vorfall umgeht und was die Mahnung an Redaktionen bedeutet.

Eine Demonstrantin geht an Plakaten vorbei, auf denen steht „Macron, fick deine Lehrerin, nicht unsere“ (l) und „Wütend, keine Faschisten“ (r), während der Blockade eines Gebäudes der Sciences Politiques im Rahmen der landesweiten Proteste.

© Julien De Rosa/AFP/dpa

Eine Demonstrantin geht an Plakaten vorbei, auf denen steht „Macron, fick deine Lehrerin, nicht unsere“ (l) und „Wütend, keine Faschisten“ (r), während der Blockade eines Gebäudes der Sciences Politiques im Rahmen der landesweiten Proteste.

Von dpa

Seit Tagen protestieren Schüler in Frankreich für eine bessere Ausstattung der Schulen und Bildungsgerechtigkeit – doch ein Slogan über Präsident Emmanuel Macron und seine Frau geht dem Staatschef entschieden zu weit. Im Fernsehsender France 2 war ein Protestplakat mit dem Slogan „Macron bz ta prof, pas les nôtres“ gezeigt worden. Auf Deutsch heißt dies etwa „Macron, bumse deine Lehrerin, nicht unsere“, wobei die Abkürzung „bz“ im Französischen verwendet wird, um das unflätige Wort „baiser“ nicht auszuschreiben.

Der Spruch spielt darauf an, dass Macron seine Frau Brigitte kennenlernte, als sie seine Lehrerin war. Mit dem Slogan wollen die Schüler zum Ausdruck bringen, dass Macron keine Politik auf dem Rücken ihrer Lehrkräfte betreiben soll. Der Slogan ist neben vielen anderen regelmäßig bei den Schülerprotesten zu lesen.

Plakat mit beleidigendem Spruch in 13-Uhr-Nachrichten

Dem Vernehmen nach soll Macron außer sich sein, dass das beleidigende Plakat am Dienstag in den 13‑Uhr-Nachrichten zu sehen war und sich niemand der Senderverantwortlichen danach dafür entschuldigte. Der Wirbel um das Plakat nahm auch dadurch Fahrt auf, weil die rechte Internetplattform „Destination Télé“ ein Standbild der nur wenige Sekunden langen Sequenz veröffentlicht hatte.

„Wir sind nicht dafür verantwortlich, was auf den Plakaten der Demonstranten steht“, sagte der Leiter der nationalen Redaktion von France Télévisions, Julien Duperray. Wie der Sender France Info berichtete, räumte er aber ein: „Unsere Aufgabe ist es, die Kontrolle darüber zu behalten, was wir in unseren Sendungen zeigen. Insbesondere, wenn bestimmte Wörter beleidigend sein können. Diese Mahnung wurde von der Geschäftsleitung an alle Redaktionsteams gerichtet.“

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Erstellt:
8. Oktober 2026, 18:32 Uhr

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