Prinz Harry will Versöhnung

„Manche Menschen wollen nicht, dass es funktioniert“

Prinz Harry (42) hofft weiterhin auf eine Versöhnung mit seiner Familie. In einem „GQ“-Interview spricht er offen über das schwierige Verhältnis zu Vater und Bruder.

Prinz Harry, Herzog von Sussex, bei den WellChild Awards 2026 im Royal Lancaster Hotel.

© Jordan Pettitt/PA Wire/dpa

Prinz Harry, Herzog von Sussex, bei den WellChild Awards 2026 im Royal Lancaster Hotel.

Von Katrin Jokic

„Manche Menschen wollen nicht, dass es funktioniert. Ich möchte, dass es funktioniert“, erklärt Prinz Harry in dem Interview, das von Zach Baron in New York geführt wurde. Angesichts der vielen Krisen auf der Welt sei es für ihn besonders wichtig, familiäre Konflikte beizulegen. „Das Wichtigste ist, sich zu versöhnen. Darauf kommt es an“, betont der 42-Jährige.

Dabei ist sich Harry bewusst, dass sich die Verletzungen der vergangenen Jahre nicht einfach auslöschen lassen. „Narben bleiben für immer“, sagt er. Entscheidend sei jedoch, wie man auf die Vergangenheit blicke und mit schmerzhaften Erfahrungen umgehe. Er wolle andere Menschen deshalb ermutigen, alte Konflikte loszulassen.

Verhältnis zu Prinz William bleibt angespannt

Seit Prinz Harry und seine Frau Herzogin Meghan 2020 ihre royalen Pflichten niederlegten und in die USA zogen, gilt das Verhältnis zur britischen Königsfamilie als schwer belastet. Besonders die Beziehung zu seinem älteren Bruder William hat unter den öffentlichen Auseinandersetzungen gelitten.

Mit der Veröffentlichung seiner Autobiografie „Spare“ verschärfte Harry den Familienkonflikt zusätzlich. Darin berichtete er ausführlich über persönliche Streitigkeiten und seine schwierige Beziehung zu William.

Obwohl Harry inzwischen mit Meghan und den gemeinsamen Kindern Archie und Lilibet wieder in Großbritannien lebt, scheint eine Annäherung zwischen den Brüdern bislang ausgeblieben zu sein. Dennoch hält Harry an seinem Wunsch nach einer Versöhnung fest.

Bereits im Mai 2025 hatte er in einem BBC-Interview erklärt, dass er sich eine Aussöhnung mit seiner Familie wünsche.

Keine Spitze gegen seinen Bruder?

Für Aufmerksamkeit sorgte auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung des neuen Interviews. Während die britische Königsfamilie in Windsor den Sultan von Oman zu einem Staatsbesuch empfing, erschienen Harrys Aussagen über die familiären Spannungen.

Ein Sprecher der Sussexes stellte allerdings klar, dass das Gespräch bereits Ende September aufgezeichnet worden sei. Den Veröffentlichungstermin habe ausschließlich das Magazin bestimmt.

Auch Harrys Bemerkung, dass manche Menschen eine Versöhnung offenbar nicht wollten, sei nicht als Angriff auf Prinz William oder andere Familienmitglieder zu verstehen.

Harry spricht über seine Rückkehr nach Großbritannien

Im Interview erklärt Harry außerdem, weshalb ihm die Rückkehr in seine Heimat so viel bedeutet. Besonders seine beiden Kinder hätten von dem Umzug profitiert.

„Die Möglichkeit, die Kinder auf eine britische Schule zu schicken, bedeutet mir sehr viel. Ich wusste vorher gar nicht, wie wichtig mir das ist“, erzählt der Herzog von Sussex.

Archie und Lilibet würden ihre neue Umgebung genießen und durch das Leben in Großbritannien ganz andere Erfahrungen sammeln.

Auch die räumliche Nähe zu seiner Familie sei für Harry von Bedeutung. Er freue sich darüber, wieder länger in seiner Heimat leben zu können, statt nur für wenige Tage oder eine Woche zu Besuch zu sein.

Prinz Harry über König Charles: „Es geht ihm besser“

Auch über den Gesundheitszustand seines Vaters König Charles III., der wegen einer Krebserkrankung behandelt wurde, äußert sich Harry. Seine Einschätzung fällt vorsichtig positiv aus: „Es geht ihm besser.“

Daneben spricht der Herzog über den frühen Tod seiner Mutter, Prinzessin Diana. Sie starb 1997 bei einem Autounfall in Paris. Harry war damals erst zwölf Jahre alt.

Der Verlust habe ihn über viele Jahre begleitet. Inzwischen habe er jedoch gelernt, anders mit seiner Trauer umzugehen.

„Ich liebe es, dass ich die Erinnerung an meine Mutter heute durch meine Arbeit weitertragen kann, anstatt mich von der Trauer zurückhalten oder herunterziehen zu lassen“, erklärt Harry.

Mitleid wolle er dafür nicht. Er sei sich seiner privilegierten Situation bewusst und habe die Möglichkeit gehabt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

„Ich bin ein Prinz. Ich habe Menschen, die mich unterstützen, ich habe verschiedene Therapieformen ausprobiert und an mir gearbeitet“, sagt er. Ohne diese Unterstützung könnte sein Leben heute ganz anders aussehen.

Ob Prinz Harrys erneuter Versöhnungswunsch tatsächlich zu einer Annäherung mit König Charles und Prinz William führt, bleibt offen. Seine Botschaft ist jedoch eindeutig: Trotz aller Verletzungen möchte er die Tür zu seiner Familie nicht schließen.

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Erstellt:
21. Oktober 2026, 08:24 Uhr

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