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Marktplatzneugestaltung in der Kritik

Teilnehmer der Mitgliederversammlung des Vereins Stadtmarketing zeigen sich von den geplanten Veränderungen nicht überzeugt. Sie thematisieren vor allem die schwierige Verkehrslage und -führung. Gleichsam machen sie deutlich, dass eine Innenstadtbelebung zentral ist.

Der Herbstmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag hat die Innenstadt belebt. Damit bei künftigen, ähnlichen Angeboten Markt und Geschäfte noch besser voneinander profitieren, sollten sie bei den Öffnungszeiten gleichziehen, so der Vorschlag der Händler. Foto: J. Fiedler

© Jörg Fiedler

Der Herbstmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag hat die Innenstadt belebt. Damit bei künftigen, ähnlichen Angeboten Markt und Geschäfte noch besser voneinander profitieren, sollten sie bei den Öffnungszeiten gleichziehen, so der Vorschlag der Händler. Foto: J. Fiedler

Von Elisabeth Klaper

Murrhardt. Die Pläne zur Neugestaltung des Marktplatzes, die der Gemeinderat vor Kurzem beschlossen hat (wir berichteten), stießen bei den Gewerbetreibenden der Innenstadt auf wenig Gegenliebe. Bürgermeister Armin Mößner stellte die Planungsdetails bei der Mitgliederversammlung des Vereins Stadtmarketing vor, der etwas gewachsen ist und nun 39 Mitglieder hat. Poller und große Blumentöpfe sollen im Einfahrtsbereich von der Ochsenkreuzung her die Fahrbahn von Gehwegen trennen. Hinter dem Marktbrunnen soll eine Ruhezone mit neuen Holzbänken und zwei Wipptieren für Kinder geschaffen werden.

Daran gab es deutliche Kritik im Heinrich-von-Zügel-Saal: Beisitzer Christian Schweizer mahnte für die Zukunft „eine andere Struktur“ an, um die Innenstadt besser nutzbar zu machen. Eine „einfachere, klare und übersichtliche Verkehrsführung wäre wichtig“, um den Parksuchverkehr und das Parken außerhalb gekennzeichneter Flächen auf dem Marktplatz und im Klosterhof zu unterbinden. Wegen dieser Probleme könne „keiner vernünftig fahren“, auch halte dies die Leute vom Einkauf ab.

Zur Verbesserung der Situation schlug Schweizer vor, zusätzlich zur Sterngasse als weitere Ausfahrt vom Marktplatz die Helfergasse, derzeit Einbahnstraße von der Kreissparkasse in Richtung Marktplatz, wieder in die Gegenrichtung zu öffnen. Überdies herrschten bei manchen Gebäuden, aber auch beim Verhalten mancher Gastronomen und Händler gegenüber Kunden „nicht mehr tolerable Zustände“. Dabei gebe es viele Möglichkeiten, etwas zu tun, darum gelte es nun diese Chancen zu ergreifen: Durch die Innenstadt müsse ein „Ruck“ gehen, forderte der Leiter des Carl-Schweizer-Museums.

Katja Ganser, die neue Inhaberin der St.-Walterichs-Apotheke, und ihr Mann Jürgen Ganser fanden die Ruhezone mit „Spielplatz am Marktbrunnen nicht gut“, auch da sie befürchten, dass dadurch Parkplätze wegfallen. Ebenso erachteten sie es als „nicht richtig“, den Zugang zum Marktplatz für den Verkehr durch die Poller und Blumentöpfe einzuschränken. Stattdessen sollten verschiedene Aktivitäten für mehr Frequenz in der Innenstadt sorgen.

Bürgermeister Armin Mößner erwiderte auf diese Einwände, dass sich der Gemeinderat mit dem Thema Verkehrskonzept noch auseinandersetzen werde. Und vor allem an Freitagen herrschten hinter dem Rathaus „chaotische Zustände“, weshalb er die Öffnung der Helfergasse nicht befürworte. „Am Status quo auf dem Marktplatz ändert sich nicht viel. Die vorhandenen Parkplätze bleiben bestehen“, versicherte der Rathauschef. Weiter verwies er auf das Konzept zur Stärkung und Belebung der Innenstadt, wonach künftig einmal pro Monat ein Markt stattfinden soll. Zudem sei das eigene Engagement der Händler wichtig, um mehr Besucher und Einkäufer in die Innenstadt zu locken. „Wir hoffen, dass die Coronalage stabil bleibt und die Läden offen bleiben können.“

Zurzeit sei man dabei, zu prüfen, ob ein Weihnachtsmarkt stattfinden könne, und führe Gespräche mit Beschickern. „Wir versuchen, einen mit den Coronaverordnungen konformen Weihnachtsmarkt zu ermöglichen“ und dafür ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten, betonte Mößner. Der Weihnachtsmarkt soll laut Stadtmarketing-Geschäftsführerin Elke Kleinknecht am Samstag, 4. Dezember, stattfinden, verbunden mit einem langen Einkaufsnachmittag. Wie beim erfolgreichen Herbstmarkt sollen Marktstände auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone aufgestellt werden.

Wichtig seien gleiche Öffnungszeiten von Marktständen und Geschäften in der Innenstadt. Dazu forderten mehrere Einzelhändler, dass der Markt beginnen sollte, solange noch Einkäufer in der Innenstadt sind. Für gastronomische Angebote gelte die 3-G-Regel, deshalb müssten diese separat vom eigentlichen Markt mit Absperrungen und Kontrollen installiert werden. Dazu regte Christian Schweizer an, dass die Gaststätten und Betriebe miteinbezogen werden sollten, die eine Erlaubnis für Außengastronomie haben. Allerdings endet die Außensondernutzung am 31. Oktober, insofern wären Sondergenehmigungen erforderlich. Ein kulturelles Beiprogramm mit Musik und Vorführungen werde wegen den dafür geltenden Coronavorgaben wohl nicht möglich sein, stellte der Bürgermeister auf Nachfrage Schweizers fest. Mößner verwies auf die Internetseite des Landessozialministeriums, wo alle Coronaverordnungen und die entsprechenden erforderlichen Regelungen für Veranstaltungen aufgelistet sind.

Über den Sachstand beim lokalen Online-Marktplatz, über den Murrtaler sowie dessen Digitalisierung informierte Projektleiterin Elke Kleinknecht. Zwar gebe es derzeit einige weitere Interessenten für den Online-Marktplatz, aber noch keine Neuzugänge. Bei einigen der 35 mitwirkenden Geschäfte gebe es diverse Anschluss- und Verbindungsarbeiten, um deren Angebote vollständig digital zugänglich zu machen. Und in Zusammenarbeit mit dem Naturpark sei eine Direktvermarktungsplattform geplant, ergänzte der Rathauschef. „Der Online-Marktplatz wird sehr gut genutzt, ebenso der Lieferdienst, und es gibt viele deutschlandweite Bestellungen“, freute sich Kleinknecht. Auch der Murrtaler sei ein großer Erfolg. Wöchentlich gelte es „Riesenstapel“ abzurechnen, was mit enormem Aufwand verbunden ist. Darum soll der Gutschein mit dem Online-Marktplatz-Dienstleister Atalanda digitalisiert werden, wofür noch ein Vertrag abzuschließen ist.

Die Projektleiterin erläuterte auf Nachfrage: „Den Murrtaler in Papierform und bereits mit fünf oder zehn Euro ausgestattet wird es wie bisher geben. Die Bezahlung läuft auch wie bisher. Der Kunde bezahlt den Gutschein beim Kauf an den bekannten Verkaufsstellen. Auch die Einlösung in den Geschäften verläuft für den Kunden wie bisher. Auf den Murrtalern wird künftig ein Zahlen-Buchstaben- und QR-Code aufgedruckt werden. Folgende zusätzliche Möglichkeiten gibt es durch die geplante, digitale Verwaltung des Murrtalers auch für Kunden: Sie können digitale Murrtaler auf dem Online-Marktplatz einlösen, in einer App den Wert abfragen und auch Teilbeträge einlösen. Zudem soll es einen Gutschein in Scheckkartenformat geben, der dann mit einem beliebigen Betrag aufgeladen werden kann.“ Da aktuell noch viele gedruckte Murrtaler im Umlauf sind, werde die Digitalisierung eine Zeit lang noch parallel dazu laufen. Ab wann es den digitalen Murrtaler geben wird, sei indes noch nicht abschätzbar, verdeutlichte Elke Kleinknecht.

Christian Schweizer,
Leiter des Carl-Schweizer-Museums „Eine einfachere, klare und übersichtliche Verkehrsführung wäre wichtig.“
Ulrike Lang hat sich über lange Zeit – bereits in der Vorgängerorganisation des Stadtmarketings – für die Belange der Händler in der Innenstadt eingesetzt. Bürgermeister Armin Mößner dankte ihr für ihr großes Engagement. Die Nachfolge als stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketingvereins übernimmt Christian Lätzig (links). Foto: E. Klaper

Ulrike Lang hat sich über lange Zeit – bereits in der Vorgängerorganisation des Stadtmarketings – für die Belange der Händler in der Innenstadt eingesetzt. Bürgermeister Armin Mößner dankte ihr für ihr großes Engagement. Die Nachfolge als stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketingvereins übernimmt Christian Lätzig (links). Foto: E. Klaper

Dank an Ulrike Lang, sie übergibt den Stab an Christian Lätzig

Veränderung im Vorstand Geschlossen entlastete die Versammlung den Vorstand. Bei den turnusmäßigen Wahlen gab es einige Veränderungen. Die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Lang kandidierte nicht mehr. Bürgermeister Armin Mößner dankte ihr für ihr langjähriges, großes Engagement auch in der Vorläuferorganisation Aktions- und Leistungsgemeinschaft der Murrhardter Facheinzelhändler (ALG) und hielt Blumen und einen Geschenkgutschein bereit. Zu ihrem Nachfolger wählte die Mitgliederversammlung den bisherigen Beisitzer Christian Lätzig. Da auch Beisitzer Christian Schweizer nicht mehr kandidierte, nachdem seine Idee eines „Lädlesbummels“ nicht den erhofften Zuspruch fand, hat der Verein nun zwei neue Beisitzer: die bisherige Kassenprüferin Christiane Langfellner und Jürgen Ganser. Neu im Beirat sitzt Katja Ganser, die bisherigen Mitglieder Martina Reißhauer, Luca Schiffo und Siegfried Bögel wurden bestätigt. Neuer Kassenprüfer ist André Voag, Faik Ergezen behält dieses Amt.

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Erstellt:
15. Oktober 2021, 06:00 Uhr

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