Stuttgarter Autohersteller

Mercedes-Benz verdient wieder mehr – kappt aber Gewinnprognose

Das operative Ergebnis von Mercedes hat sich im dritten Quartal mehr als verdoppelt. Der Stuttgarter Autobauer blickt dennoch verhalten auf die kommenden Monate.

Der Umsatz von Mercedes ist gesunken, der Gewinn gestiegen.

© Bernd Weißbrod/dpa

Der Umsatz von Mercedes ist gesunken, der Gewinn gestiegen.

Von Veronika Kanzler

Der Gewinn von Mercedes ist in den ersten neun Monaten um rund 21 Prozent gestiegen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Stuttgarter Autohersteller erzielt ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 5,2 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor lag das operative Ergebnis bei 4,3 Milliarden Euro.

Trotz eines deutlich höheren ausgewiesenen Ebit, lief das Geschäft von Mercedes-Benz im dritten Quartal schlechter. Bereinigt um Sondereffekte sank das operative Ergebnis um 15 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um 4,5 Prozent auf 30,7 Milliarden Euro zurück.

Vor allem das Pkw-Geschäft steht unter Druck. Die bereinigte Umsatzrendite der Sparte Mercedes-Benz Cars fiel von 4,8 auf 2,5 Prozent. Als Belastungen nennt der Konzern den verschärften Wettbewerb in China, ungünstige Wechselkurse sowie hohe Kosten für den Anlauf neuer Modelle.

Mercedes senkt Gewinnprognose

Bereits einen Tag zuvor hat der Stuttgarter Autohersteller seine Gewinnprognose für dieses Jahr angepasst. Grund sei das „zunehmend herausfordernde Marktumfeld in China“, hieß es in einer Börsen-Pflichtmitteilung am Dienstag, einen Tag vor Verkündung der Finanzzahlen.

Die Auslieferungen in den einst so lukrativen Automarkt sind nach neun Monaten um 29 Prozent eingebrochen. Hinzu kommen nach Angaben des Unternehmens höhere Kosten im vierten Quartal, hauptsächlich aufgrund von gestiegenen Materialpreisen.

Für das Gesamtjahr erwartet Mercedes-Benz deshalb nur noch ein Ebit auf Vorjahresniveau. Bislang hatte der Konzern mit einer deutlich besseren Entwicklung gerechnet. Die Prognose für die Pkw-Sparte wurde ebenfalls gesenkt: Die bereinigte Umsatzrendite soll nur noch zwischen zwei und drei Prozent liegen, statt der bisher erwarteten drei bis fünf Prozent.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) der Mercedes-Benz Group „wird nun auf dem Niveau des Vorjahres erwartet (bisher: deutlich über dem Niveau des Vorjahres)“. Im Geschäftsjahr 2025 betrug das Ebit 5,8 Milliarden Euro.

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts liegt deutlich unter dem Vorjahr. So flossen Mercedes aus dem Fahrzeuggeschäft im dritten Quartal 2026 lediglich 172 Millionen Euro an freien Finanzmitteln zu. Das ist weniger, als Finanzmarktexperten sich mit 422 Millionen Euro ausgerechnet hatten.

Trotz gestiegenem gewinn keine besonders guten Aussichten für den Mercedes-FInanzchef Harald Wilhelm.

© MediaPortal Daimler AG

Trotz gestiegenem gewinn keine besonders guten Aussichten für den Mercedes-FInanzchef Harald Wilhelm.

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Erstellt:
28. Oktober 2026, 07:24 Uhr

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