Homeoffice bei Mercedes

Mercedes will vier Präsenztage im Büro – Führungskräfte sollen entscheiden

Der Stuttgarter Autokonzern hat seine Konzernbetriebsvereinbarung gekündigt. Das Ziel: vier Präsenztage.

Bei Mercedes-Benz soll ab dem kommenden Jahr eine neue Konzernbetriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten in Kraft treten.

© www.imago-images.de

Bei Mercedes-Benz soll ab dem kommenden Jahr eine neue Konzernbetriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten in Kraft treten.

Von Rouven Spindler

Mercedes-Benz will in Deutschland mit einer neuen Konzernbetriebsvereinbarung zum Homeoffice für mehr Präsenz im Büro sorgen. Die künftige Regelung „soll es Führungskräften ermöglichen, für Vollzeitbeschäftigte bis zu vier Präsenztage pro Woche ohne Begründung festzulegen“, teilt ein Unternehmenssprecher mit und ergänzt: „Ziel ist es, dass diese vier Tage künftig der Standard sind.“

Die Mitarbeiter seien mit einem Schreiben des Vorstands über den aktuellen Stand der Verhandlungen mit dem Betriebsrat informiert worden. Die Verhandlungsgruppe habe sich darauf verständigt, „mobiles Arbeiten in einer neuen Konzernbetriebsvereinbarung verbindlicher zu regeln“.

Mercedes-Benz regelt das Thema Homeoffice neu

Die bisherige Konzernbetriebsvereinbarung ist gekündigt worden, bestätigt der Unternehmenssprecher. Zunächst hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet. Die bisherige Vereinbarung ermöglichte theoretisch eine Homeoffice-Quote von 100 Prozent.

„Wir stellen damit persönliche Zusammenarbeit, direkten Austausch und Teamgeist wieder stärker in den Mittelpunkt“, erklärt der Sprecher des Stuttgarter Autokonzerns zur neuen Vereinbarung. Diese müsse noch die Betriebsratsgremien der Standorte durchlaufen. Ist sie jeweils unterschrieben, dann gilt die neue Regelung voraussichtlich ab dem 1. Januar 2027.

Die verschärften Homeoffice-Vorgaben hängen mit der sogenannten Produktivitätsoffensive zusammen. Diese hatte der Mercedes-Vorstand Ende Juni ausgerufen.

Mit einer Reihe an Maßnahmen will er die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens steigern – darunter die von der Arbeitnehmerseite scharf kritisierte längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich, die im Zentrum der Mitarbeiterproteste steht, aber auch das Thema Homeoffice.

Für dieses gibt es nun eine Einigung. Die gefundene Lösung räumt leitenden Führungskräften „eine besondere Rolle“ ein, so Mercedes. Sie hätten ohnehin eine hohe Büropräsenz. „Auch die Beschäftigten sind seit Längerem zu mehr und regelmäßiger Präsenz am Arbeitsplatz angehalten“, ergänzt der Sprecher. Konzernchef Ola Källenius plädierte zuletzt gar für eine Fünf-Tage-Präsenz im Unternehmen.

Kein Homeoffice-Fan: Mercedes-CEO Ola Källenius

© Max Kovalenko

Kein Homeoffice-Fan: Mercedes-CEO Ola Källenius

Zum Artikel

Erstellt:
29. September 2026, 17:14 Uhr
Aktualisiert:
29. September 2026, 17:32 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Lesen Sie jetzt!

Medizintechnik im Südwesten

Aus für Curevac - nicht für Tübingen

Die Mittelständler im Südwesten machen tapfer weiter. Und sie investieren. Die ganz großen Firmen sitzen allerdings in Oberschwaben.

Eigenheimbau in Baden-Württemberg

Der Bauherr und die „Liste des Schreckens“

Von der Bauvoranfrage über den Artenschutz bis zur Kampfmittelbeseitigung: Die Landesvereinigung Bauwirtschaft hat einen Katalog von möglichen Baunebenkosten erstellt.